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Brandenburg/Havel Leben in den USA: Eine Brandenburgerin lehrt Amerikanern Deutsch
Lokales Brandenburg/Havel Leben in den USA: Eine Brandenburgerin lehrt Amerikanern Deutsch
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11:50 15.01.2019
Im Herzen Havelstädterin: Seit 2017 lebt Mareike Lange in Cincinnati und lehrt Amerikanern die deutsche Sprache. Quelle: privat
Brandenburg/H

Urlaub- die schönste Zeit des Jahres. Endlich mal dem Alltag entfliehen und die Welt sehen. Egal ob Warnemünde oder Phnom Penh, Hauptsache raus. Im Jahr 2017 unternahmen rund 54 Millionen deutsche Urlauber insgesamt etwa 69,6 Millionen Reisen, die durchschnittliche Reisedauer betrug dabei 13 Tage. Doch wie ist es, wenn man nicht nach Hause zurückkehrt, sondern dort lebt, wo andere Urlaub machen?

Mareike Lange aus Brandenburg an der Havel studiert und lehrt Deutsch an der Universität von Cincinnati.

Dass diese Vorstellung romantischer klingen kann, als es in der Realität schlussendlich der Fall ist, weiß Mareike Lange. Die 29-jährige Brandenburgerin lebt seit 2017 in den USA, studiert Germanistik und lehrt amerikanischen Studenten die deutsche Sprache an der Universität von Cincinnati im Bundesstaat Ohio. Eine Havelstädterin, die den amerikanischen Traum erlebt, aber auch dessen Schattenseiten.

Keine Vorstellung vom Leben in den USA

„Der Entschluss nach Amerika zu gehen fiel mir leicht“, sagt Mareike. „Allerdings hatte ich vorher keine großen Vorstellungen davon, wie das Leben dort sein wird.“ Im März 2017 beendete sie ihr Studium der Erziehungswissenschaften und der Soziologie an der Universität Potsdam. „Ich wusste nicht so wirklich, was ich nach dem Bachelorabschluss machen sollte“, so die junge Brandenburgerin. „Dann wurde mir das Programm für Germanistik an der Universität von Cincinnati empfohlen.“

Bereits im selben Monat erhielt sie die Zusage an der staatlichen Universität, die mit ihren etwa 42000 Studenten nach der Ohio State University als die zweitgrößte Hochschule im Bundesstaat gilt. Die Zusage war jedoch nicht die einzige Hürde: „Der Papierkram vorweg war furchtbar“, sagt Mareike. Über das Onlineportal der Universität kämpfte sie sich monatelang durch zahllose Formulare.

Schwerer Weg zum Visum

„Es war schwer, dort durch zu sehen, oftmals habe ich gar nicht gewusst, was ich da eigentlich ausfülle“, gesteht die Studentin. Mareike schien jedoch alles richtig gemacht zu haben, denn im Juli erhielt sie ihr Visum und damit die Erlaubnis, sich in den USA aufzuhalten. Ein Land das ihr nicht unbekannt ist.

Im Alter von 15 Jahren besuchte Mareike das erste Mal die USA und arbeitete neben weiteren Urlaubsaufenthalten bereits ein halbes Jahr als Au-Pair-Mädchen in New York. „Allerdings ist Urlaub etwas völlig anderes, als hier zu leben“, sagt sie. Mit ihrer Uni-Kollegin Brenda aus Kalifornien wohnt Mareike in einem kleinen Haus 10 Minuten Fahrtweg von der Universität entfernt.

Schnell habe sie sich eingelebt. „Der zwischenmenschliche Umgang ist hier viel freundlicher und umsichtiger“, so Mareike. „Das fällt einem besonders dann auf, wenn man mal wieder in Deutschland ist.“ Die hiesige Ellenbogenmentalität mache sich dann bereits beim Verlassen des Flugzeuges bemerkbar“, erklärt sie.

Schießereien sind häufig

Dieser Wesenszug sei typisch für Nordamerika. Eine weitere bekannte Eigenart der Amerikaner ist jedoch auch Mareike fremd: das in der US-Verfassung festgeschriebene Recht auf den Besitz einer Waffe. „Jemand schoss neulich in der Stadt auf Passanten, der Täter wurde daraufhin von der Polizei nieder gestreckt“. Das passiere mindestens einmal in der Woche.

Grund zur Sorge mache das Mareike jedoch nicht: „Ich fühle mich nicht bedroht, schließlich steht auf dem Campus der Universität an jeder Ecke Security.“ Diese interne Polizei bietet unter anderem einen Begleitservice an, wenn einem Studenten der Weg auf dem Universitätsgelände unsicher erscheint.

Warnsystem der Universität meldet Schüsse

Zudem existiert an der Universität ein Alarmsystem, welches Mitarbeiter bei einem Notfall eine Email schickt. Das System reagiert, wenn beispielsweise auf dem Campus ein Auto entwendet wird, es zu Übergriffen kommt oder gar in der Nachbarschaft Schüsse abgefeuert werden.

„Das System springt relative häufig an“, so die Brandenburgerin. Ihren Entschluss, in Cincinnati zu leben, bedauert Mareike nicht. „Ich würde jedem, der sich dafür interessiert, das selbe empfehlen“, sagt sie. „Allerdings muss man bereit sein, hart zu arbeiten.“

Die rund 7100 Kilometer Luftlinie zwischen sich und ihren Freunden in Brandenburg überbrückt Mareike mithilfe des Internets. „Es ist nicht schwer, Kontakt zu halten“, erzählt sie etwas wehmütig. „Allerdings wäre es trotzdem schön, wenn ich meine beste Freundin anrufen könnte, um sie auf ein Bier einzuladen.“

Rückkehr ist sicher

Im Mai beendet Mareike ihr Studium der Germanistik in Cincinnati mit einem Masterabschluss. Danach möchte sie ein Doktorstudium beginnen. Dieses würde weitere fünf Jahre in den USA bedeuten. Die Entscheidung dazu stehe noch aus. Eine Entscheidung sei jedoch sicher: „Ich komme auf jeden Fall wieder, denn ich möchte in Brandenburg wohnen“, sagt Mareike. „Schließlich ist die Havelstadt meine Heimat.“

Von Tobias Wagner

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