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Lebenshilfe Brandenburg feiert Jubiläum

Großes Vereinsfest an der Regattastrecke am Beetzsee Lebenshilfe Brandenburg feiert Jubiläum

Mit einem Vereinsfest begeht die Lebenshilfe Brandenburg-Potsdam am 15. August gleich zwei Jubiläen. An der Brandenburger Regattastrecke werden das 25-jährige Vereinsbestehen und der 20. Gründungstag der Industrie Werkstätten gGmbH gefeiert. Auch zwei Minister kommen.

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Vereinsvorstand Matthias Pietschmann (links) schaut bei der Stellprobe zum Festeinmarsch genau hin.

Quelle: Norman Giese

Brandenburg an der Havel. Mit einem „Einmarsch wie bei einer Olympiade“ wollen der Vereinsvorstand Matthias Pietschmann und die Lebenshilfe Brandenburg-Potsdam am Samstag, 15. August, ihr großes Vereinsfest auf der Regattastrecke am Beetzsee beginnen. Der Verein feiert an diesem Tag zum einen sein 25-jähriges Bestehen und zum anderen den 20. Jahrestag der Gründung seiner gemeinnützigen Industrie Werkstätten GmbH. Gut 300 Aktive wirken bei der Veranstaltung mit.

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Ihr 25-jähriges Vereinsbestehen und den 20. Gründungstag ihrer Industrie Werkstätten gGmbH feiert die Lebenshilfe Brandenburg-Potsdam am 15. August mit einem großen Vereinsfest an der Brandenburger Regattastrecke am Beetzsee. Die Proben für den Einmarsch mit rund 250 Aktiven haben schon vier Wochen vor der Jubiläumsfete begonnen.

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„Im Juni 1990 haben wir den Verein gegründet“, erzählt Pietschmann, der 1. Vorsitzender und letztes aktives Gründungsmitglied der Brandenburger Lebenshilfe ist. Seither setzt sich der unabhängige und gemeinnützige Verein für die Anliegen von Menschen mit geistiger Behinderung sowie deren Familien in und um die Havelstadt ein. Er bietet zahlreiche Hilfs- und Dienstleistungen an, um behinderten Mitmenschen die Chance zu geben, von der Kindheit bis ins Alter so normal und selbstständig wie möglich leben zu können. Die Lebenshilfe hat in Brandenburg 131 Mitglieder sowie elf ehrenamtliche und 87 angestellte Mitarbeiter, die sich in den Bereichen Frühförderung, Ambulanter Pflegedienst, Wohnstätte, Betreutes Wohnen und Offene Hilfen engagieren.

250 Mitarbeiter in der Werkstatt

Hinzu kommen gut 250 Mitarbeiter in der Werkstatt, die seit 1995 als gemeinnützige GmbH betrieben wird. „210 von ihnen sind Menschen mit Behinderung“, sagt Geschäftsführer Dirk Michler. Arbeit gibt es dort in verschiedenen Gewerken. „Metallverarbeitung, Tischlerei, EDV- und Datenmanagement, Garten- und Landschaftspflege oder Hauswirtschaft“, zählt Michler auf. Seit 2003 gehört zudem der Getränkemarkt „Am Gallberg“ zur Werkstatt der Lebenshilfe.

Der Buchversand „Schmökerhöker“, bei dem die Mitarbeiter mit psychischer Erkrankung seit zwei Jahren Buchspenden annehmen, auf ihren Zustand überprüfen und anschließend über das Internet verkaufen, hat sich jüngst zu einem Erfolgsprojekt entwickelt. „Die Spendenbereitschaft ist sehr hoch und hat alle Erwartungen übertroffen“, so Dirk Michler. Da die bestehenden Lagerkapazitäten ausgeschöpft sind, wird in naher Zukunft expandiert. In der Warschauer Straße 11 wurde bereits ein passendes Objekt gefunden, das allerdings noch behindertengerecht ausgebaut werden muss.

Aus der Chronik der Lebenshilfe Brandenburg

1990 kam es zur Gründung des Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Brandenburg e.V. Die Urkunde zur Eintragung ins Vereinsregister wurde am 16. Juli 1990 ausgestellt.

1992 übernahm die Lebenshilfe die Werkstatt und die Wohnstätte für Menschen mit geistiger Behinderung von der Stadt Brandenburg. Beide Objekte wurden vom Verein angemietet.

1995 erfolgte die Eintragung der gemeinnützigen GmbH in das Handelsregister und damit die Aufnahme der gewerblichen Tätigkeit. Werkstatt und Wohnstätte wurden in die gGmbH übergeleitet.

1998 begann der Verein Freizeitgestaltungen außerhalb der eigenen Einrichtungen anzubieten.

2002 wurde der Familienentlastende Dienst gegründet.

2003 übernahm die Industrie Werkstätten gGmbH den Getränkemarkt „Am Gallberg“.

2007 eröffnete man die Begegnungsstätte für Menschen mit Behinderung und das Beratungszentrum der Offenen Hilfen im Bürgerhaus Hohenstücken.

2014 konnte die umfangreiche Modernisierung und Sanierung der Zweigwerkstatt in der Wredowstraße abgeschlossen werden. Diese war seit 2000 in drei Phasen erfolgt.

Festprogramm zum doppelten Jubiläum

Zunächst steht aber erst einmal die große Vereinsfete auf dem Plan. Damit die Feier des doppelten Jubiläums auch reibungslos über die Bühne geht, haben die Proben schon Wochen vor dem Fest begonnen. Für die Mitarbeiter der Lebenshilfe gab es zeitweise sogar eine Urlaubssperre. „Wir wollen richtig Gas geben“, sagt Matthias Pietschmann. Rund 1000 Gäste haben sich zu den Feierlichkeiten angemeldet, erzählt er.

Um jedem die Teilnahme zu ermöglichen, hat die Lebenshilfe einen Shuttle-Service organisiert, der die Besucher direkt bis zur Veranstaltung fährt. Auch vor Ort wird groß aufgefahren. So stellen die Verantwortlichen der Regattastrecke den Feiernden ihre gesamte Technik zur Verfügung. Dank zweier Live-Kameras kann das Festprogramm dadurch auf der großen Leinwand auf dem Beetzsee sowie auf zwei weiteren Videowänden gezeigt werden.

Grußworte von Landesministern

Und zu sehen gibt es am Samstag, 15. August, einiges. Nach dem um 11 Uhr beginnenden Einmarsch mit Mitwirkenden aus allen Bereichen der Lebenshilfe hält mit Jeanne Nicklas-Faust die Geschäftsführerin der Lebenshilfe-Bundesvereinigung eine Eröffnungsrede. Weitere Grußworte gibt es von den Landesministern Diana Golze (Die Linke) und Günter Baaske (SPD) sowie von Wolfgang Erlebach (Die Linke), dem Sozialbeigeordneten der Stadt Brandenburg.

Als kulturelle Programmpunkte treten unter anderem das Musik-Duo „Dinner for Two“ vom von-Saldern-Gymnasium, das Theaterprojekt „Anders“ und der Stepptänzer Tim Schröder vor der Tribüne am Beetzsee auf. Zudem hat der Extremsportler Satu eine kleine Show mit Menschen mit Behinderung vorbereitet. Umrahmt wird das Programm von einem Film über die Geschichte der Lebenshilfe in Brandenburg an der Havel. In zwei Teilen werden die Aufnahmen vor dem Ein- und nach dem Ausmarsch über die Leinwand flimmern.

Ab 13 Uhr geht es dann mit einem bunten Unterhaltungsprogramm auf dem Sattelplatz der Regattastrecke weiter. Dort erwarten die Besucher zum Beispiel die Band „Empire“, die Tanzgruppe „Les Copains De Danse“ und die Linedancer „Hats & Boots“. Sportliche Aktivitäten wie Quad fahren, Tauziehen oder ein Rollstuhl-Parcours werden ebenfalls angeboten. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt. So präsentiert die Lebenshilfe zum feierlichen Anlass unter anderem ein Jubiläumsbier namens „Lebendig“.

Von Norman Giese

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