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Lebenshilfe-Team packt für Flüchtlinge an

Menschen mit Behinderung Lebenshilfe-Team packt für Flüchtlinge an

Einige Menschen mit Behinderung, die normalerweise in der Lebenshilfe-Werkstatt in Brandenburg an der Havel arbeiten, haben eine neue Aufgabe: Sie richten Wohnungen für Flüchtlinge ein. Sie lernen dabei, was Teamarbeit ist und haben einen etwas anderen Alltag. Die Stadt gibt für jede Wohnung so genannte Starter-Pakete vor, nach denen diese eingerichtet werden.

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Richten in Hohenstücken Flüchtlingswohnungen ein: Männer der Brandenburger Lebenshilfe-Werkstatt.

Quelle: Melanie Höhn

Brandenburg. „Wie stellen wir die Spüle?“, fragt Lebenshilfe-Gruppenleiter Volker Schubert seinen Schützling Arne Kranz. Die beiden beschäftigen sich eigentlich mit Grünanlagenpflege, doch seit kurzem gehen sie einem neuen Auftrag nach: Sie richten Wohnungen für Flüchtlinge ein. Zusammen überlegen sie gerade, wie sie eine Küche in der Pariser Straße sinnvoll aufteilen, gemeinsam tüfteln sie die richtige Position für Kühlschrank und Spüle aus. „Es ist wie ein Lego-System“, beschreibt Schubert die Arbeit, die Arne Kranz gerade aus seinem Alltag holt und für Abwechslung sorgt.

„Es macht Spaß, hier mitzuhelfen. Es ist mal ein bisschen was anderes und man kommt mal rum“, freut sich Kranz. Später werden die beiden noch den Herd und die Arbeitsplatte einbauen und die Hängeschränke sowie die Dunstabzugshaube an der richtigen Position anbringen. Auch Denny Glinke, der sonst ebenfalls im Rahmen der Grünanlagenpflege Blumen gießt, Rabatten sauber macht oder Laub hakt, lernt beispielsweise bei seiner neuen Tätigkeit, was Teamarbeit ist.

Stadt gibt Starter-Pakete vor

Dirk Michler, Geschäftsführer der Werkstatt, ist hauptverantwortlich für die Kalkulation der Wohnungseinrichtungen. Die Stadt gibt so genannte Starter-Pakete mit bestimmten Kriterien vor, nach denen er sich bei der Beschaffung der Möbel und Utensilien richten muss. Beispielsweise sieht dieses Paket pro Bewohner einen Stuhl, ein Schrankteil und ein Bett sowie pro Zimmer einen 80 mal 80 Zentimeter großen Tisch vor. Michler kümmert sich auch um die Beschaffung von Bettwäsche, Töpfen und Geschirr. In die Vier-Zimmer-Wohnung in der Pariser Straße in Hohenstücken werden beispielsweise sechs Personen mit zwei kleinen Kindern einziehen, deshalb hat er auch Babybetten dazu bestellt.

13 Betten für drei Wohnungen

An diesem Tag koordiniert Lars Frenzel, Hausmeister der Lebenshilfe, die Anlieferung der Möbel. „Heute tragen wir 13 Betten und Matratzen in die Wohnungen. Jetzt geht es weiter in den Tschirchdamm“, sagt Frenzel, während er hastig die Liste durchgeht. „Es ist gar nicht so einfach, im Blick zu behalten, was wohin kommt.“ Die Mitarbeiter der Lebenshilfe-Werkstatt helfen bei der Einrichtung je nach Fähigkeit und Fertigkeit. „Das Schönste für die Männer ist, wenn es morgens losgeht und sie ins Auto steigen können, dann sind sie total aufgeregt“, sagt Frenzel.

Fleißig wurde auch bei der Inneneinrichtung geholfen

Fleißig wurde auch bei der Inneneinrichtung geholfen.

Quelle: M. Höhn

Eine Gruppe, bestehend aus fünf Männern, holt die Sachen aus dem Transporter und bringt sie in die Wohnungen, ein anderes Team montiert alles zusammen. „Es kann auch vorkommen, dass jemand einen Schrank komplett alleine montiert“, ergänzt Frenzel. Die Lebenshilfe Werkstatt Brandenburg an der Havel ist eine für 250 behinderte Mitarbeiter zugelassene Werkstatt. Aufgegliedert in Hauptwerkstatt, Zweigwerkstatt und Getränkemarkt arbeiten in dem Unternehmen 220 Menschen mit Behinderung in den verschiedensten Arbeitsbereichen und Gruppen.

Bestimmte Anforderungen an Mieter

Flüchtlinge, die in Wohnungen unterkommen, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Laut der Unterbringungskonzeption des Landes Brandenburg muss eine positive Sozialprognose vorliegen, was bedeutet, dass die zuständige Sozialbehörde unter Beteiligung des Betreuungspersonals feststellt, ob ein eigenständiges Zurechtkommen mit den Anforderungen als Mieter vorliegt. Ein wichtiges Kriterium ist auch die Beherrschung der deutschen Sprache, um die Anforderungen mit Personen im öffentlichen Leben meistern zu können.

Von Melanie Höhn

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