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Lego Liga mit Schülern aus Kamerun

Innovationen gegen Müllberge Lego Liga mit Schülern aus Kamerun

Innovative Wege zur Abfallbeseitigung und zur Wiederverwertung von Müll wurden in diesem Jahr im internationalen Roboterwettbewerb First Lego League gesucht. Kinder und Jugendliche trafen sich dazu an der Fachhochschule Brandenburg und hatten außerdem junge Gäste – aus Kamerun.

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Kinder der Mendel-Grundschule aus Berlin entwickelten mit kamerunischen Schülern ein gemeinsames Projekt.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Brandenburg/H. Wie bewältigen wir unseren Abfall? Welche Wege gibt es, Müll wiederzuverwenden? Das war das diesjährige Wettbewerbsthema des internationalen Roboterwettbewerbs First Lego League (FLL) mit Kindern und Jugendlichen von zehn bis 16 Jahren, der an der Fachhochschule Brandenburg stattfand. „Müll ist ein Problem, aber auch eine Energiequelle. Es steckt mehr im Abfall, als man erwartet“, sagte Jochen Heinsohn, Professor im Fachbereich Informatik und Medien an der Fachhochschule Brandenburg.

In diesem Jahr waren zum ersten Mal sechs Schüler aus Kamerun dabei, die mit 22 Kindern der Mendel-Grundschule aus Berlin das Team „Mendelbots“ bildeten. Zwölf Gruppen aus Brandenburg an der Havel, Berlin, Rathenow, Potsdam und Neustrelitz stellten ihre Ergebnisse im Audimax der Fachhochschule vor: Sie sollten aus etwa 500 Einzelteilen stabile und fehlertolerante Roboter basteln. Insgesamt gibt es 59 Regionalwettbewerbe und über 65 000 Teilnehmer in sieben Ländern.

Thomas Schrader, Professor an der Fachhochschule Brandenburg im Bereich Informatik und Technik, betreute die Mendelbots-Gruppe. Er aktivierte seine Kontakte zur Saint-Monica-Universität in Kamerun, die ihm interessierte Schüler aus der südwestlichen Provinz Muyuka für das Projekt vermittelten. „Hier dabei zu sein ist für die Kinder aus Kamerun ein Erlebnis. Sie lernen den Alltag der deutschen Kinder kennen, in deren Familien sie auch untergebracht sind“, sagte er. In Kamerun herrsche ein großes Müllproblem, bisher gebe es dort noch keine systematische Lösung. Etwas ändern an der Situation in ihrem Heimatland möchte die 15-jährige Solange Seh, sie geht auf das „Our Lady of Grace College“ in Muyuka. Zusammen mit drei Klassenkameraden sowie dem Direktor ihrer Schule, Edwin Msing Seh, landete sie am Donnerstag in Berlin-Tegel. „Vor allem wenn es regnet, riechen die Müllberge extrem“, bemängelt sie.

Über Videokonferenzen tauschten sich die afrikanischen und deutschen Kinder aus und richteten sogar einen eigenen Weblog ein, wo sie ihre Schritte und Überlegungen dokumentierten. Ihr Roboter sollte mit bestimmten Ösen den Müll aufsammeln. Für jede Gruppe gab es eine festgesetzte Ausrüstung und die gleiche Aufgabe: An einen steuerbaren Baustein, auch Brix genannt, mussten bestimmte Motoren, Sensoren und Lego-Teile angeschlossen werden. Weitere komplexe Aufgaben: Ein fiktives Abrisshaus zum Einsturz bringen oder Tiere in eine Schutzzone bringen. Vor Ort mussten die Roboter der Gruppen dann einen Parcours durchlaufen und wurden von einer Jury bewertet. „Alle Roboter haben verschiedene Niveaus: von einfach bis hochkomplex. Es sind sehr gute Ansätze dabei“, ist sich Informatikexperte Schrader sicher. Die Teams hatten insgesamt acht Wochen Zeit zur Vorbereitung und trafen sich regelmäßig zur Weiterentwicklung der Idee.

Zudem präsentierte jede Gruppe ein Forschungsthema: Das Mendelbots-Team kreierte eine fiktive Sortieranlage, die in einem Müllcontainer zum Beispiel Plastik und Papier trennt und auf einem Display dem Nutzer ein positives Feedback gibt, so dass dieser ein Bewusstsein für Abfalltrennung bekommt. Außerdem entwickelten sie Lösungen zur Plastikverwertung. Noch bis zum 15. Dezember sind die Kinder aus Kamerun in Deutschland und werden einen Kreativworkshop am Fachbereich Informatik und Medien durchlaufen, dabei wird auch das Thema Müll eine Rolle spielen. Thomas Schrader: „Wir suchen nach einfachen, realisierbaren Lösungen.“

Von Melanie Höhn

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