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Lehnin: Flüchtlinge leben im alten Jugendheim

Minderjährige Flüchtlinge Lehnin: Flüchtlinge leben im alten Jugendheim

Mehr als 30 minderjährige Flüchtlinge genießen derzeit die Gastfreundschaft der Lehniner. Sie leben im früheren Jugendheim am Gohlitzsee. Mitglieder des SV Kloster Lehnin besuchen die Heranwachsenden und versuchen ihnen beim Einleben zu helfen. Dabei eint die neuen und alteingesessenen Lehniner auch die Freude an einem besonderen Spiel.

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Flüchtling und Mitglieder des SV Kloster Lehnin vor dem früheren Jugendwerkhof.

Quelle: Christine Lummert

Lehnin. Reza, Mohammed und Usama stehen gemeinsam mit Flo und Robin am Tischkicker und bejubeln ihre Tore. Die anderen Jungs spielen an den drei Tischtennisplatten in der jetzt leeren Halle, in der einmal die Holzwerkstatt untergebracht war, als das Gelände am Lehniner Gohlitzsee noch Jugendwerkhof oder Jugendheim hieß.

„Die Jungs kennen sich vom Fußballtrainig des SV Kloster Lehnin, an dem einige unserer Jugendlichen regelmäßig teilnehmen können“, sagt Sozialpädagoge Mario Gose, der Leiter der Einrichtung in der inzwischen 31 minderjährige Flüchtlinge untergekommen sind, die den Weg nach Deutschland ohne ihre Eltern zurückgelegt haben. „Wir sind an sich keine Asylunterkunft, sondern erfüllen den gesetzlichen Auftrag des Kinderschutzes, der in Deutschland jedem Minderjährigen zusteht“, sagt Gose zur Arbeit der Arbeiterwohlfahrt Potsdam, die das Heim betreibt und für das immer noch Erzieher zur Betreuung der Jugendlichen gesucht werden.

Zurzeit kümmern sich zwölf Betreuer im Schichtdienst um das Wohl der Jungen, die zum größten Teil aus Afghanistan kommen. „Außerdem haben wir vier Syrer, vier Pakistani und einen Marokkaner in unserer Einrichtung und alle sind froh, endlich an einem Ort angekommen zu sein, der ihnen Sicherheit und Ruhe bietet, die sie auf ihrer langen Flucht, die für einige vier Wochen bei wenigen aber auch bis zu drei Jahre dauerte, nie hatten“, erklärt Gose.

Die Dankbarkeit der Jugendlichen gilt nicht nur den hauptamtlichen Betreuern, sondern auch den vielen Freiwilligen, die ihnen helfen, in Deutschland Fuß zu fassen. Am Sonntag waren vor allem die Mannschaftskollegen vom SV Kloster eingeladen, mit denen regelmäßig Fußball gespielt wird, die aber auch schon zu einem Abend auf der Kegelbahn eingeladen haben.

Ans selbstständige Putzen ihrer Zimmer und das gemeinsame Kochen mussten die betreuten Jugendlichen sich nicht lange gewöhnen. „Aus der ersten Gruppe, die wir im Oktober aufgenommen haben, kam schon zwei Stunden nach der Ankunft die Frage nach einem Besen, um Ordnung im eigenen Zimmer zu schaffen“, erklärt Gose. Von den Kochkünsten der Jungs konnten sich die Teamkameraden vom SV Kloster am Sonntag selbst überzeugen. Stundenlang haben sie ein Buffet gezaubert und Salat, Hackfleisch in Blätterteig und Joghurt mit Birnen waren schnell verputzt.

An den Wochentagen drücken alle die Schulbank auf dem Gelände, um mit großer Motivation so schnell wie möglich Deutsch zu lernen und den Sprung auf eine Regelschule zu schaffen. Auch die Ehrenamtlichen der AG Flüchtlinge, die sich in Kloster Lehnin gebildet hat, helfen in vielen Belangen tatkräftig mit und ziehen sogar weite Kreise. So haben l Annabelle und Alina, die in Potsdam die fünfte Klasse der Gerhart-Hauptmann-Grundschule besuchen, bei ihrem Schulweihnachtsmarkt mit einer Spendenbox 101 Euro eingesammelt und das Geld unter anderem in einen Fußball und Hygieneartikel angelegt und diese Spenden am Sonntag mit ihren Eltern in der Unterkunft vorbeigebracht.

Von Christine Lummert

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