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Lehnin: Gesamtschule mit Abi kommt an

Ansturm auf 7. Klassenstufe Lehnin: Gesamtschule mit Abi kommt an

Mit voraussichtlich vier 7. Klassen wird auf dem Lehniner Schulcampus das kommende Schuljahr eröffnet. Die große Zahl der Anmeldungen ist die Reaktion auf die bevorstehende Umwandlung der Oberschule in eine Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe und Primarstufe. Dann lernen Mädchen und Jungen von der 1. bis zur 13. Klasse unter einem Dach.

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Schulleiter Dirk Lenius (l.) in der Kreistagsfraktion der Linken.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Lehnin. „Wir haben unser Ziel erreicht“, freut sich Schulleiter Dirk Lenius. Eltern und Kinder haben die zum neuen Schuljahr geplante Umwandlung des Oberschulteils der jetzigen Grund- und Oberschule „Heinrich Julius Bruns“ in eine Gesamtschule samt Primarstufe und sich neu aufbauender Abiturstufe mit einer hohen Anwahlrate honoriert.

„Es liegen so viele Erstwünsche vor, dass wir für das Schuljahr 2016/17 von einer vierzügigen 7. Klassenstufe ausgehen“, kündigte Lenius am Montag im Lehniner Kloster an. Im Festsaal des Elisabethhauses informierte sich die Kreistagsfraktion der Linken im Rahmen einer öffentlichen Sitzung über bildungspolitische Entwicklungen in Potsdam-Mittelmark und speziell über die Wiedereinführung der Abitur-Stufe in Kloster Lehnin.

Viele Abschlüsse möglich

Neben den politischen Gremien hatten sich Eltern, Schüler und Lehrer für eine Änderung der Schulform ausgesprochen. Zum Schuljahr 2016/17 wird der Oberschulteil der jetzigen Grund- und Oberschule „Heinrich Julius Bruns“ geschlossen und als Gesamtschule mit der Jahrgangsstufe 7 neu eröffnet. Aufbauend auf diesen Jahrgang wird der Schulbetrieb in der gymnasialen Oberstufe bis zur 13. Klassenstufe fortgesetzt. Die Zusammenfassung mit dem Grundschulteil bleibt bestehen.

In Lehnin können folgende Abschlüsse erreicht werden: Hauptschulabschluss/Berufsbildungsreife (Klasse 9), erweiterter Hauptschulabschluss/erweiterte Berufsbildungsreife (Klasse 10), Realschulabschluss/Fachoberschulreife (Klasse 10), Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe (Klasse 10), schulischer Teil der Fachhochschulreife (Klasse 12), Abitur (Klasse 13).

So wie die Gemeinde als Schulträger hatte auch der Kreistag mit einem zustimmenden Beschluss den Weg für diese modellhafte Schulform freigemacht.„Modellhaft deswegen, weil Schüler in Lehnin künftig von der 1. bis zur 13.Klasse unter einem Dach zusammen lernen können. Das ist auch die richtige Antwort auf die demografische Entwicklung auf dem Lande“, sagte die als Gast anwesende bildungspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion der Linken, Kathrin Dannenberg.

Konkrete Zahlen für die einzelnen Schulen wird das Staatliche Schulamt erst in einigen Tagen vorlegen. Doch spricht vieles dafür, dass die Bruns-Schule im Spätsommer mit etwa 90 Mädchen und Jungen in die 7. Klassenstufe geht. Unterstellt man eine 50-prozentige Abiturrate, sollte vier Jahre später die Einrichtung einer 11. Klassenstufe ohne große Mühe möglich sein. Dann könnten 2023 die ersten Abiturprüfungen stattfinden. Den letzten Abiturjahrgang gab es in Lehnin vor sechs Jahren. Dann wurde die gymnasiale Oberstufe wegen zu geringer Schülerzahlen eingestellt. Es waren auch die Gemeindevertreter der Linken, die sich vehement für einen Campus mit Abitur eingesetzt hatten.

Das Diakonissenhaus stellt Pflegeberufe in der Lehniner Schule vor

Das Diakonissenhaus stellt Pflegeberufe in der Lehniner Schule vor.

Quelle: Heiko Hesse

„Viele Eltern haben sich bewusst für den Standort entschieden, weil man in Lehnin wieder das Abitur machen kann. Sie ersparen ihren Kinder lange Busfahrten nach Bad Belzig und Brandenburg, die nur verlorene Lebenszeit sind“, so Schulleiter Lenius. Der Nachwuchs für die 7. Klassen kommt in erster Linie aus dem eigenen Grundschulteil sowie aus den Grundschulen in Jeserig und Groß Kreutz. Lenius bedauerte, dass es aus Damsdorf nur zwölf und aus Golzow gerade mal zwei Anmeldungen gibt. Da sei noch einiges an Aufklärungsarbeit zu leisten, so der Lehniner Schulleiter.

Die Gesamtklassenzahl dürfte sich mit dem neuen Schuljahr von 24 auf 25 erhöhen. Für die Ausstattung mit Fachlehrern ist das Staatliche Schulamt zuständig. Lenius: „Die Planungsgespräche laufen bereits. Ich gehe davon aus, dass alle Personalfragen durch das Schulamt gelöst werden können.“ Um junge Fachkräfte für ländliche Regionen zu begeistern, schlug Landtagsabgeordnete Dannenberg unter anderem die Bereitstellung von mietfreien Wohnmöglichkeiten während der Zeit der Praxisseminare vor.

Von Frank Bürstenbinder

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