Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -3 ° Nebel

Navigation:
Lehniner Kornspeicher bleibt leer

Keine Einigung mit Denkmalschutz Lehniner Kornspeicher bleibt leer

Eine Nachnutzung des leerstehenden Kornspeichers auf dem Lehniner Klostergelände ist in weite Ferne gerückt. Die obersten Denkmalpfleger Brandenburgs konnten sich mit den Sanierungsplänen des Diakonissenhauses nicht anfreunden. Sie befürchteten bei einem Umbau einen zu großen Verlust an historischer Bausubstanz.

Voriger Artikel
Städtisches Klinikum baut an – in Rekordzeit
Nächster Artikel
Zwei Koordinatoren für Flüchtlingshilfe

Die Giebelwände des Kornspeichers wurden schon vor 20 Jahren gesichert. Doch bleibt die Zukunft des Backsteinbaus unklar.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Lehnin. Es ist das letzte noch unsanierte und leerstehende Gebäude auf dem Klostergelände. Dabei sollte sich das 600 Jahre alte Kornhaus in diesem Jahr als ein im Land Brandenburg einmaliges Begegnungszentrum für die Probleme des demografischen Wandels präsentieren. Selbst Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) zeigte sich 2015 bei einem Besuch in Lehnin von der Idee begeistert. Doch aus der Nachnutzung des Kornspeichers als Kompetenzzentrum für den Umgang mit Demenz und ein Sterben in Würde wird vorerst nichts.

„Das Projekt ist auf Eis gelegt“, bestätigte Alexander Schulz, Sprecher des Evangelischen Diakonissenhauses Berlin Teltow Lehnin der MAZ auf Nachfrage. Dafür steckt die Einrichtung ihre Zeit und Kraft jetzt lieber in die Sanierung des nahen Elisabethhauses, wo im Obergeschoss nicht mehr benötigte Internatsräume der ehemaligen Krankenpflegeschule zu weiteren Gästezimmern umgebaut werden sollen. Der Festsaal im Erdgeschoss bleibt jedoch Mittelpunkt des Hauses.

 Dakonissenhaus-Vorsteher Matthias Blume hält trotz des gescheiterten Kornspeicherprojektes nichts von gegenseitigen Schuldzuweisungen

Dakonissenhaus-Vorsteher Matthias Blume hält trotz des gescheiterten Kornspeicherprojektes nichts von gegenseitigen Schuldzuweisungen.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Die jähe Wende in den Plänen des Diakonissenhauses hat ihren Grund in den gescheiterten Verhandlungen mit dem Landesamt für Denkmalpflege. „Leider konnten unsere Vorstellungen einer Nachnutzung bislang nicht mit den denkmalpflegerischen Ansprüchen in Einklang gebracht werden“, hatte Pfarrer Matthias Blume bereits in diesem Sommer eingeräumt. Dabei ist es bis heute geblieben. Der Vorsitzende des Vorstandes des Evangelischen Diakonissenhauses Berlin Teltow Lehnin hält jedoch nichts von gegenseitigen Schulzuweisungen. Man sei weiter an einem sachlichen Austausch der Argumente interessiert. Möglicherweise werde zu einem späteren Zeitpunkt der Kornspeicher erneut auf die Tagesordnung gehoben, so Diakonissenhaus-Sprecher Schulz.

Rund 600 Jahre steht das Kornhaus auf dem Lehniner Klostergelände

Rund 600 Jahre steht das Kornhaus auf dem Lehniner Klostergelände.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Warum die Denkmalschützer auf die Bremse traten, liegt nicht an der imposanten baulichen Hülle des dreischiffigen Hallenbaus. „Dach und Fassade wären kein Problem gewesen. Als Knackpunkt hat sich der geplante Innenausbau erwiesen. Da wäre nicht mehr viel Altes übrig geblieben“, berichtete Georg Frank, Dezernent für Praktische Denkmalpflege im Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum. Umstritten sind zum Beispiel die Zukunft einer Zwischendecke, Maßnahmen zum Wärmeschutz und die Ausmauerung von Arkadenbögen. „Leider wurde eine Nutzungsidee verfolgt ohne sich zuvor mit der Bausubstanz im Detail auseinanderzusetzen“, meint jedenfalls der Dezernatsleiter. Dennoch bleibt die Hand zum Diakonissenhaus ausgestreckt, um dem Kornspeicher eines Tages doch noch eine Zukunft zu geben.

Zwar weist der langgestreckte Bau aus Klosterformatsteinen Schäden auf, doch ist der Kornspeicher nicht unmittelbar vom Verfall bedroht. Mit Unterstützung des Landes wurden 1996 bis 1998 der Dachstuhl und die Giebelwände gesichert. Das Mitte des 14. Jahrhunderts errichtete Gebäude erinnert an die einst reichen Einkünfte des Lehniner Klosters aus dem Besitz von 64 Dörfern, Seen, Havelfischereien und Wäldern.

Von Frank Bürstenbinder

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg/Havel

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg