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Brandenburg/Havel Lehniner Steinmetz-Dynastie wird 85
Lokales Brandenburg/Havel Lehniner Steinmetz-Dynastie wird 85
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08:07 31.12.2017
Drei Generationen Steinmetze in der Familie Schlägel. Michael, Horst und Christoph. Quelle: MAI
Lehnin

Der Lehniner Steinmetzmeister Horst Schägel feiert am 1. Januar das 85-jährige Bestehen seines Betriebes und nutzt dieses Jubiläumsdatum, um seinen 19-jährigen Enkel Christoph Schlägel als gleichberechtigten Partner in die Firma aufzunehmen. Christoph Schlägel ist im dritten Lehrjahr der Steinmetz-Ausbildung. „Früh ins Wasser schmeißen, damit sie schwimmen lernen“, sagt dazu der Großvater. Im Mai ist die Abschlussprüfung.

Der 1. Januar 1933 war der Tag der Firmengründung und er begründete den Beginn einer Steinmetz-Tradition in der Familie, deren Namen, wie Sohn Micheal Schägel sagt, zufällig ganz wunderbar zu diesem Handwerk passt. Albert Schlägel war der Firmengründer, geboren 1899. Zu Beginn war die Werkstatt in der Lindenstraße, 1941 zog sie an ihren heutigen Standort in der Kurfürstenstraße. Längst gehört ein zweiter Betrieb in Werder dazu, noch gegründet vom Firmenvater Albert Schlägel.

Zwei, drei Mitarbeiter hatte Albert Schlägel, durch einen Auftrag beim Autobahn-Brückenbau wuchs die Zahl der Beschäftigten kurzzeitig auf über 35 Männer an. Es kam der Krieg, „es kam der Umbruch, und dann ging es wieder klein auf klein weiter“, sagt Horst Schlägel. „Wir haben uns immer wieder behauptet.“ Und auf die DDR-Zeit angesprochen, in der es selbstständige Betriebe es nicht leicht hatten, meint er: „Man hat uns in Ruhe gelassen.“

Vom Vater übernommen

1966 hat Horst Schlägel den Betrieb seines Vaters übernommen. Die Betriebsnachfolge ist nun schon dritter Generation geglückt, wobei Michael Schlägel, Jahrgang 1970, mit der Natursteine Schlägel GmbH 1993 eine eigene, auf den Wohnungsbau spezialisierte Firma gründete mit heute 21 Beschäftigten. „Wir konkurrieren nicht, wir kooperieren“, sagt Michael Schlägel. Dessen Mutter, Dietlinde Schlägel, hat am Firmengeschick ebenso großen Anteil. Seit 1969 arbeitet sie im Familienunternehmen als kaufmännische Angestellte mit und ist zuständig für Rechnungswesen und Buchhaltung.

Das Schöne am Beruf des Steinmetzes sei, „dass man aus einem Block etwas formen kann“, sagt Horst Schägel. „Die künstlerische Gestaltungsmöglichkeit“, so nennt es sein Sohn Michael. „Keine Fließbandarbeit, sondern immer wieder Unikate. Jeder Stein ist anders, hat seine Fehler, seine Flecken, seine Struktur.“

Steine aus der ganzen Welt

Auf dem Firmengelände sind 200 Grabsteine ausgestellt. Grabsteine können zwischen 200 und 5000 Euro, meist sind sie aus Granit. Es sind Einzelanfertigungen und Fertiglieferungen. Die Steine kommen aus der ganzen Welt wie Azul-Macaubas, ein bläulich-weißes Gestein aus Brasilien. Ornamente, Blumen, „neutrale Symbole“, so Michael Schlägel, werden in den Stein gehauen. Engelsfiguren, die gehen eher in Bayern, sagt sein Vater. Horst Schägel ist mit 80 Jahren nicht mehr in der Werkstatt, sondern ausschließlich leitend tätig. „Von 7 Uhr bis abends 18 Uhr. Ans Aufhören denke ich im Moment nicht.“ Sechs Mitarbeiter sind bei Grabmale Schlägel beschäftigt. 20 Lehrlinge hat Horst Schlägel ausgebildet.

Für Christoph Schägel „gab es eigentlich nie eine andere Wahl“ als selbst Steinmetz zu werden. „Papa hat mich öfter in die Werkstatt mitgenommen. Hat mir die Gesteine gezeigt, das hat mich fasziniert und motiviert, den Beruf selbst zu erlernen.“ Nun bildet der Vater den Sohn aus. Und das hat sich für das Familienunternehmen und dessen Tradition gelohnt.

Von Marion von Imhoff

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