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Brandenburg/Havel Lehnschulzenhofbühne startet Jugendprojekt
Lokales Brandenburg/Havel Lehnschulzenhofbühne startet Jugendprojekt
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02:19 25.10.2015
Wolfram Scheller vor einem leerstehenden Bauernhaus in Viesen. Quelle: Claudia Nack
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Viesen


Eine illuminierte verfallene Maschinenhalle, Tanz im leeren Kaufhaus, Flashmobs vor einer denkmalgeschützten Ruine? Leerstand als Kulisse für verschiedene Aktionen. Jugendliche und junge Kulturakteure aus Brandenburg und Umgebung sind aufgerufen, auf die Suche nach Gebäuden im Dornröschenschlaf zu gehen und Visionen zu entwickeln, wie man sie zum Leben erwecken könnte. „Es geht darum, Leerstand in der Region aufzuzeigen, ins Bewusstsein zu rücken und gemeinsam temporäre Aktionen zu ersinnen“, erklärt Projekteiter Wolfram Scheller, Vize-Vorsitzender der Lehnschulzenhofbühne Viesen.

Im Rahmen des Modellprojektes „Dehnungsfuge“

„Deine irre Leere“ heißt die Kampagne, die dieser Verein im Rahmen des Langzeitprojekts „Dehnungsfuge“ startet. Dieses läuft über fünf Jahre mit verschiedenen Partnern in vier Bundesländern und wird vom Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend über das Programm „Demokratie leben!“ gefördert. Den Hut auf hat die Landesvereinigung für kulturelle Kinder- und Jugendarbeit Sachsen-Anhalt (lkj). Die Lehnschulzenhofbühne Viesen vertritt als lokaler Partner das Land Brandenburg. Weitere sind das Theater der Altmark in Stendal, das Kulturwerk Eisleben (Sachsen-Anhalt), das Kulturhaus Mestlin (Mecklenburg-Vorpommern) und das Landestheater Schleswig-Holstein.

„Gerade dieses Netzwerk ist ein großer Vorteil , um das überall existierende Thema Leerstand zu transportieren und sich bei diesem künstlerischen Projekt gegenseitig mit Erfahrungen zu befruchten“, sagt Wolfram Scheller. Für die Kampagne „Deine irre Leere“ hat der 40-jährige Regisseur aus Berlin eine Facebookseite eingerichtet, auf der Selfies und Bilder über verwaiste Gebäude, Geschichten dazu und Visionen für eine mögliche _ oder auch unmögliche _ Wiederbelebung gepostet werden können. Die Auftaktveranstaltung, bei der das Projekt allen Interessierten vorgestellt wird und erste Ideen ausgetauscht werden sollen, findet am 30. Oktober ab 18 Uhr im Brandenburger Theater statt. Auch jugendliche Migranten seien angesprochen.

Wie wäre es mit einem Theatermobil?

„Ich finde es unheimlich spannend, wenn junge Leute eigene Ideen und Visionen entwickeln, sich damit auseinandersetzen, gemeinsam Schritt für Schritt vorantreiben und diese Dynamik ein Ortsbild verändert“, sagt Scheller. Er glaubt fest daran, dass solche Aktionen auch generationsübergreifend auf andere abfärben, um Gebäude zu beleben. „Wir als Lehnschulzenhofbühne haben uns als Idee überlegt, ein Theatermobil zu konstruieren, mit dem man an leerstehenden Immobilien und Höfen andocken kann“, erklärt Scheller. Es könnte eine Bühne sein, eine Leinwand zum Filmzeigen, einen Stromanschuss für Schülerkonzerte oder eine kleine Teeküche haben, um vor einem leeren Haus einen Nachmittag lang Kaffee auszuschenken. Oder Scheinwerfer, um eine charmante Ruine anzustrahlen.

„Wir und andere Partner flankieren die ganze Sache aber nur“, sagt Scheller. Dem Projektleiter schwebt eine Kerngruppe von zehn bis 15 jungen Leuten vor, die eigenverantwortlich den Fahrplan aufstellen und für Aktionen andere junge Menschen mit ins Boot holen. Zu bestimmten Sachen seien Workshops mit Experten, wie Architekten, Handwerker oder Unternehmer, denkbar.

„Der Fantasie sind bei diesem künstlerischen Langzeitprojekt keine Grenzen gesetzt“, sagt Scheller, der selbst vor einiger Zeit vom Schauspiel zur Regie wechselte. Der 40-Jährige träumt zum Beispiel von einem Theater im alten Lokschuppen in Kirchmöser und kann sich Kurzfilme oder Fotoshooting im ehemaligen Feuerwerkslaboratorium vorstellen..

Anmeldungen für die Auftaktveranstaltung am 30. Oktober im BT unter 0152 03 78 78 76 oder per E-Mail unter kontakt@lehnschulzenhofbuehne.de.

Von Claudia Nack

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