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Brandenburg/Havel Lesevergnügen jenseits von Rosamunde Pilcher
Lokales Brandenburg/Havel Lesevergnügen jenseits von Rosamunde Pilcher
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11:20 22.10.2016
Christina Ihle (links) kennt den Büchergeschmack von Ingeborg Schwidewski inzwischen sehr gut. Beide Frauen diskutieren manchmal lang über die gerade gelesene Literatur. Quelle: Jacqueline Steiner
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Brandenburg/H

Ingeborg Schwidewski aus der Neustadt liest gern, ist aber mit 86 Jahren nicht mehr so mobil, dass sie ohne große Umstände die Fouqué-Bibliothek erreicht. Kein Problem. Christina Ihle (71), Ehrenamtlerin der Bibliothek, bringt regelmäßige Bücher vorbei. Nur eine Regel muss sie beachten: Auf keinen Fall Rosamunde Pilcher.

Christina Ihle ist bereits seit zehn Jahren in Sachen Leihbücher unterwegs. Ihr Ziel war anfangs das Clara-Zetkin-Pflegeheim. Dorthin trug sie Bücher der Fouquébibliothek und sicherte so die Lektüre für Bewohner, die es nicht geschafft hätten bis zum Altstädtischen Markt.

Inzwischen wird von dort kein Bedarf mehr gemeldet. Die gelernte technische Zeichnerin, die lange im öffentlichen Dienst gearbeitet hat, macht seither Bücherfreunde in deren eigenen vier Wänden glücklich. Zu Fuß begibt sie sich von ihrer Wohnung in Nord aus auf den Weg zu ihrem Lesekreis, der zurzeit aus vier Damen besteht. Eine von ihnen ist die pensionierte Unterstufenlehrerin Ingeborg Schwidewski.

Nun darf man sich die Buchübergabe nicht so vorstellen, dass der Tausch zwischen ausgelesenen Büchern der Bibliothek und frischer Leseware an der Türschwelle vor sich geht. Minimum eine Stunde hält sich Christina Ihle bei ihrer Gastgeberin auf.

„Wir diskutieren über die Bücher“, erzählt Ingeborg Schwidewski. Sie nennt es einen „Glückszufall“, dass ihre Bücherlieferantin und sie einen recht ähnlichen Literaturgeschmack haben. Und der liegt jenseits von Herzschmerz und Rosamunde Pilcher.

Die Rentnerin aus der Neustadt liest gern Biografien und Reiseliteratur, gelegentlich auch Sachbücher. Sie ist interessiert an fremden Kulturen und Ländern, vor allem jenen, die sie nie bereisen konnte. Die USA zum Beispiel oder Sibirien. Aber sie kämpft sich auch bis zum bitteren Ende durch schwer verdauliche Kost, zuletzt durch ein Sachbuch, um den Islam zu verstehen.

Von ihrer Nachbarin Lieselotte Lüdicke hatte Ingeborg Schwidewski von dem Besuch-mit-Buch-Service der Fouqué-Bibliothek erfahren. Einmal war sie dabei, als Christina Ihle mit Büchern zu ihrer Nachbarin kam.

Bibliothekschefin Cornelia Stabrodt vermutet, dass viele nicht mehr so mobile Brandenburger vielleicht gar nichts von dieser Möglichkeit wissen. Deshalb wirbt sie um Menschen, die den Service nutzen wollen, ebenso wie um gern lesende, freundlich-zugewandte Frauen und Männer, die sich bereitfinden, ältere Leute mit Lesestoff zu versorgen. Wer Interesse hat, kann sich in der Bibliothek melden unter Telefon 0 33 81 / 58 42 03.

Zum Abschied hat Ingeborg Schwidewski noch eine Buchempfehlung. Dörte Hansens „Altes Land“ hat ihr sehr gut gefallen. „Kein Wunder“, sagt sie, „die Zeit habe ich selbst miterlebt.“

Von Jürgen Lauterbach

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