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Brandenburg/Havel Lieber ein Ende mit Schrecken...
Lokales Brandenburg/Havel Lieber ein Ende mit Schrecken...
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02:15 03.08.2015
Bavaria-Häuser am Brandenburger Tschirchdamm im Stadtteil Hohenstücken. Quelle: Foto: Volkmar Maloszyk
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Brandenburg an der Havel

Die städtische Wohnungsbaugesellschaft Wobra muss zwingend ihre Position neu bestimmen, sagt Stadtentwicklungsbeigeordneter Michael Brandt (CDU). „Mit Sicherheit wird im nächsten Jahr genau das zu entscheiden sein – wohin geht die Wobra?“ Für das Entscheiden der Frage, ob sie sich weiterhin in der Stadtentwicklung engagiert oder reine Bestandsverwalterin ihrer Wohnungen sein soll, müssten Rahmenbedingungen geklärt werden. Zudem sollten sich die Stadt als Gesellschafterin mit ihrer Beteiligungsverwaltung, aber auch der Aufsichtsrat darüber verständigen, welche Ausstattung die Wobra erhält. „Es ist misslich, dass jährlich – je nach Haushaltslage - über Liquidität der Wobra verfügt wird, so dass diese nicht langfristig planen kann“, sagt Brandt, der gleichzeitig den Aufsichtsrat führt.

Falk soll eigene Impulse setzen

„Und es muss eine verbindliche, abschließende Entscheidung geben, wie man sich zu Bavaria verhält und welchen Beitrag die Stadt dazu zu leisten bereit ist.“ Wenn die Stadt diesen nicht leistet, werde an der Ausrichtung der Wobra als Bestandsverwalter nichts vorbeiführen. Aber auch fürs Sanieren der Bestände müsste das Unternehmen Geld erwirtschaften. „Wir müssen allerdings dem neuen Geschäftsführer Stephan Falk auch die Zeit und Möglichkeit geben, eigene Impulse zu setzen.“

30 Millionen Euro Verlust

Seit 1997 verwaltet die Wobra 1440 Bavaria-Wohnungen, hat damals der Bavaria eine Mietgarantie gegeben.

2002 beschlossen die Stadtverordneten, dass die Kommune alle Verluste aus der Bewirtschaftung dieser Wohnungen erstatten wird.

Das tut sie aber nicht vollständig, manchmal kommen weniger als die zugesicherten 900.000 Euro jährlich, zudem sind die Verluste seit einigen Jahren jeweils höher als 1,2 Millionen Euro.

Bis zum Ende der Vertragslaufzeit 2028 dürfte ein Verlust von insgesamt 29,5 Millionen Euro aufgelaufen sein.

Von 1440 Wohnungen stehen 248 derzeit leer – das sind 17,2 Prozent.

Für 2015 überweist die Wobra dennoch einen Festbetrag von 3,7 Millionen Euro, von 2016-2019 werden es knapp 15,4 Millionen sein.

Die Wobra hat noch 3818 Wohnungen in ihrem eigenen Bestand.

Der Schuldenstand der Wobra wird zum Jahresende noch knapp 100 Millionen Euro betragen.

Brandt bringt sogar die Möglichkeit eines Rückkaufs der Bavaria-Wohnungen wieder ins Spiel: „Es ist schon eine Frage, die man dem Kämmerer Steffen Scheller stellen muss, ist es nicht vernünftig, jetzt schon Leistungen aufzubringen, die man ohnehin gestreckt auf viele Jahre aufbringen müsste. Das Geschäft sollte nicht schlechter sein als das Abgeben von Mietgarantien. Tatsächlich könnte es sinnvoll sein, auch über eine Finanzierung, diese Verpflichtungen abzulösen.“ Der Vorsitzende habe gerade zu einer Aufsichtsratssitzung Ende August eingeladen, bei der es genau darum gehe, einen Zeitplan zu verabreden, um diese Frage zu klären.

Besondere Situation in der Stadt

„Wie bei jedem Kaufvertrag ist das immer eine Frage des Preises. Ob man sich da einigt, kann ich derzeit nicht einschätzen. Die vor meiner Amtszeit geschlossenen Verträge sind eine Hypothek, die nicht einseitig zu lösen ist. Sie sind aber so langfristig, dass man sich schon verständigen muss, wie man damit umgeht.“

Man dürfe die besondere Situation der Wobra nicht vergessen: Brandenburg an der Havel habe als eine der letzten Städte mit dem Stadtumbau begonnen, weil es zuvor zwischen den Akteuren geknirscht hat. Seitdem wurden 3317 Wohneinheiten zurückgebaut, davon allein 2415 in Hohenstücken – einen großen Teil davon hat mit rund 1200 Wohnungen die Wobra vom Markt genommen, mithin war sie in den vergangenen Jahren ein wesentlicher Motor des Stadtumbaus: In der Innenstadt beim Aufwerten, aber auch beim Rückbau. So hat sich das Unternehmen maßgeblich engagiert beim kompletten Sanieren der Wohnquartieres rings um das Paulkloster und in der Bahnhofsvorstadt, aber auch bei Gewerbebauten wie dem Wohn- und Geschäftshaus am Hauptbahnhof sowie beim Umbau des Empfangsgebäudes.

„Die Wobra wird heute von niemandem zur Disposition gestellt. Die Frage ist, wie sie in Zukunft mit dieser Hypothek Bavaria umgeht und wie sie die Strategie in die Zukunft ausrichtet“, sagt Brandt.

Von Benno Rougk

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