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Lieber einen Job im Grünen

Groß Kreutz: Forschertag in der Versuchsanstalt Lieber einen Job im Grünen

In Groß Kreutz warb am Dienstag die Landwirtschaft um Berufsnachwuchs. Mehr als 100 Mädchen und Jungen aus der Region kamen zum Forschertag in die Lehr- und Versuchsanstalt für Tierzucht und Tierhaltung (LVAT). An insgesamt 14 Stationen setzten sich die Jugendlichen dabei intensiv mit Fragen zur Landwirtschaft und zum Naturschutz auseinander.

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Katja Behling mit Damsdorfer Schülern an einem Gatter mit Schwarzkopfschafen.

Quelle: F. Bürstenbinder

Groß Kreutz. Für Hendrik aus Neu Bochow ist die Berufsfrage schon geklärt. Der Sechstklässler wächst zu Hause mit Schafen, Hühnern und anderen Tieren auf. „Ich gehe in die Landwirtschaft“, steht für den Damsdorfer Grundschüler fest. Klassenkameradin Angelique will auch in einen der so genannten Grünen Berufe einsteigen. Ein Bürojob komme auf keinen Fall in Frage.

Veranstaltung trifft auf großes Interesse

Solche Vorsätze sind Balsam für die Ohren von Jörg Schreinicke. Der mittelmärkische Kreisbauernverbandsvorsitzende begrüßte am Dienstag über 100 Mädchen und Jungen aus Schulen in Lehnin, Damsdorf, Brandenburg und Potsdam in Groß Kreutz. Dort gibt es die Lehr- und Versuchsanstalt für Tierzucht und Tierhaltung (LVAT). Bei einem „Forschertag“ beschäftigten sich die Mädchen und Jungen an 14  Stationen intensiv mit Fragen zur Landwirtschaft und zum Naturschutz. „Ich freue mich über das große Interesse an der Veranstaltung. Wenn einige von euch einen landwirtschaftlichen Beruf ergreifen, wäre das eine tolle Sache. Denn wir brauchen Nachwuchs“, versuchte Schreinicke die jungen Gäste zu motivieren.

Hautnahe Bekanntschaft mit Nutztieren machten die Damsdorfer Schüler im Schafstall der Lehr- und Versuchsanstalt. Die dem Landesamt für ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung unterstehende Einrichtung ist ein anerkannter Zuchtbetrieb für zwei Schafrassen, nämlich das Schwarzköpfige Fleischschaf und das Merinolandschaf. Der in der Lehr- und Versuchsanstalt angestellte Schäfermeister Uwe Trebes ist stolz darauf, dass es zahlreiche in Groß Kreutz geborene Böcke bei Auktionen bis in die Bundeselite geschafft haben. „Ob ein Schafbock auch gefährlich werden kann“, wollte zum Beispiel Emmi wissen. Eine Frage, die der Schäfermeister vorsichtig bejahte: „Böcke können bis zu 150 Kilo wiegen. Der Mensch sollte die Tiere deshalb lieber nicht provozieren.“

Einblicke in besondere Berufe

Bestens kennt sich auch Katja Behling mit Schafen aus. Die Weseramerin betreibt einen Skuddenhof und erläuterte den Schülern ausführlich die Unterschiede zwischen den einzelnen Rassen. Natürlich ging es dabei um Wolle und was man aus ihr machen kann. „Leider ist die Nachfrage so gering, dass sich mit diesem Naturprodukt kaum noch Geld verdienen lässt“, berichtet Behling. Warum sie dann überhaupt Schafe halte, hakten  die Sechstklässler aus Damsdorf nach. Immerhin sei das Fleisch der Tiere begehrt. Auch in der Landschaftspflege würden Schafe immer noch ihren Dienst tun. Wenngleich der Tierbestand seit vielen Jahren rückläufig sei, so die Skuddenhof-Betreiberin. Ohne Idealismus gehe es heute im Schäferberuf  nicht, findet Schäfermeister Trebes.

Anderen Schülergruppen  erklärte unter anderem LVAT-Geschäftsführer Detlef May, wie Milchkühe in der modernen Landwirtschaft gehalten werden. Agrartechnik wurde aufgefahren. Naturführer Lutz Manzke weihte die Mädchen und Jungen in die Welt der Insekten an Feldrändern ein. An den Ständen der Initiative Landaktiv, die zum Forschertag eingeladen hatte, ging es um Boden und Kräuter. Partner aus der Imkerschaft, der Naturschutzjugend und aus dem Jagdwesen betreuten weitere Stationen.

Von Frank Bürstenbinder

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