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Liebeserklärungen zum Abschied

Erzieherin Marlis Wagner aus Wusterwitz geht in Rente Liebeserklärungen zum Abschied

Mit Rosen und Liebeserklärungen von Schülern ist Erzieherin Marlis Wagner in Wusterwitz an der Götze-Grundschule nach insgesamt 38 Dienstjahren in den Ruhestand verabschiedet worden. „Ich war gerne Hortnerin, aber jetzt freue ich mich auf eine intensivere Zeit mit meiner Familie“, sagt die zweifache Großmutter, die am Sonntag ihren 63. Geburtstag feiert.

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Für Marlis Wagner (2.v.r.) gab es zum Abschied Rosen und Liebeserklärungen von Schülern.

Quelle: Claudia Nack

Wusterwitz. Mit Rosen und Dornröschen-Blues ist die langjährige Erzieherin Marlis Wagner an der Wusterwitzer Wilhelm-Götze-Grundschule in die Rente verabschiedet worden. Am Mittwoch vor den Ferien hat sie ihren letzten Arbeitstag, dann ihren letzten Urlaub. „Ich war gerne Hortnerin, aber jetzt freue ich mich auf eine intensivere Zeit mit meiner Familie“, sagt die zweifache Großmutter, die am kommenden Sonntag ihren 63. Geburtstag feiert.

Ganze Generationen betreut

„Der schönste Lohn war, wenn die Kinder kamen und einen gedrückt haben oder von zu Hause und ihren Ferienerlebnissen berichteten“, blickt die gebürtige Woltersdorferin zurück. Der Umgang mit Heranwachsenden habe ihr Spaß gemacht. „Es ist toll zu sehen, wie sich Kinder entwickeln und selbstständig werden.“ Marlis Wagner, die seit neun Jahren den Ganztagsbereich der Wusterwitzer Schule koordiniert, hat in mehr als 38 Dienstjahren ganze Generationen betreut.

Nach ihrer Hochzeit mit einem Thüringer zog sie als junge Frau nach Weimar, wo sie elf Jahre lang in einem Hort beschäftigt war. 1988 kehrte die Familie wegen ihrer Eltern mit den beiden Töchtern zurück. Bis 2006 arbeitete Marlis Wagner in Bensdorf. Zunächst als Hortnerin mit Lehrbefähigung in der Außenstelle der Wusterwitzer Schule. Nach dem Aus dieser Filiale Ende der 90er Jahre war sie in der Bensdorfer Kita tätig, in der die Hortkinder dieser Gemeinde bis 2006 mit betreut wurden. „Es war eine tolle Atmosphäre“, erinnert sie sich. „Der Wechsel nach Wusterwitz fiel mir damals nicht leicht.“ Fortan war Marlis Wagner koordinierende Erzieherin an der verlässlichen Halbtagsgrundschule mit integrierter Ganztagsbetreuung.

Jahrelang Arbeitsgemeinschaften betreut

Mit ihren fünf Kollegen, zu denen sie den Kontakt halten will, brachte sie sich bei der Umgestaltung der Horträume ein und entwickelte gemeinsam mit Schulleiter Frank Gericke das Konzept weiter. Heute versteht man sich als bewegte Schule, die aber auch das Musische und das Forschen nicht außer Acht lässt. Die Kinder können aus 15 bis 20 Arbeitsgemeinschaften wählen, die von Backen, Kochen über Lego bis Sport reichen. Marlis Wagner hatte jahrelang die AG „Künstlerisches Gestalten“ geleitet. Derzeit wird der elternbeitragsfreie Ganztagsbereich von etwa 180 Mädchen und Jungen besucht. „Sie hat viel menschliche Wärme, ist eine stets zuverlässige, aber auch streitbare Kollegin gewesen, die Probleme auf den Tisch gelegt hat“, so Gericke.

Neben einem Abschiedsfrühstück im Erzieherkreis wurde Marlis Wagner am Montag nach der großen Pause in der Aula von fast allen 250 Schülern verabschiedet. Die Mädchen und Jungen der 5 b und 2 a trugen mit ihren Klassenleiterinnen Andrea Wolter und Marion Krauspe ein kleines Programm vor, wobei die Märchen-Kurzfassung „Dornröschen“ auf die scheidende Erzieherin umgedichtet wurde. Auch „Liebeserklärungen“ gab es: Zum Beispiel von Maximilian Wolter, der vom dritten Lebensmonat an bis zum 12. Lebensjahr von Marlis Wagner betreut worden sei. „Sie war supernett und wie eine richtige Tante“, sagt der heute 16-Jährige.

Mit so viel Zuneigung hatte die Neu-Rentnerin denn doch nicht gerechnet. Nun freut sie sich auf mehr Zeit für ihre beiden Enkel (sechs und zwei Jahre). Den heimischen Garten in Wusterwitz will sie auf Vordermann bringen, mehr Krimis lesen und mit Ehemann Dieter verreisen. Ihren großen Wunsch, eine Schiffsreise nach Norwegen, wollen sich die Wagners im nächsten Jahr erfüllen.

Von Claudia Nack

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