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Lifte sind der Renner in Nord

Brandenburg an der Havel Lifte sind der Renner in Nord

Wer im Brandenburger Stadtteil Nord Wohnraum vermieten möchte, muss diesen der Bevölkerungsstruktur anpassen. Weil dort besonders viele Senioren leben, sind vor allem Wohnungen, die mit einem Lift zu erreichen sind, gefragt. Das hat die WBG zu ihrem Credo gemacht.

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Der Brandenburger Stadtteil Nord aus der Vogelperspektive.

Quelle: Dirk Fröhlich

Brandenburg-Nord. Die Wohnungsbaugenossenschaft Brandenburg (WBG) ist der größte Vermieter in der Stadt. Knapp die Hälfte ihrer 7722 Wohnungen hat die WBG mit 3818 im Stadtteil Nord. Am gefragtesten sind nach Vorstandsangaben dort die Wohnungen mit Aufzügen. Da finden selbst Wohnungen im achten Geschoss ihre Mieter, während ohne Lift Wohnraum ab dem dritten Stock häufig leer steht. Betroffen vom Leerstand sind knapp sieben Prozent des WBG-Wohnbestands in Nord, also 245 Wohnungen.

Dass Wohnungen mit Lift die Renner sind, hat einen Grund: Nord hat von seiner Bevölkerungsstruktur her den höchsten Anteil an Senioren. Von den rund 9000 Menschen dort sind beinahe die Hälfte 65 Jahre alt oder älter.

Service und Mietnachlässe in oberen Etagen ohne Lift gegen Leestand

Das Unternehmen verfolgt gleich mehrere Ansätze, um dem Leerstand zu begegnen. Zum einen setzt die WBG nach Angaben von Matthias Osterburg, kaufmännischer Vorstand, auf Service. So können Mietinteressenten über sogenannte Wohnpakete das Dekor der Badsanierung wählen oder erhalten Einkaufsgutscheine. In oberen Etagen können nicht selten Mietnachlässe ausgehandelt werden, gibt es keinen Fahrstuhl im Haus.

Die meisten WBG-Quartiere in Nord sind drei Zimmer groß. Um den Stadtteil für Familien attraktiver zu machen, sind 2015 Wohnungen mit größeren Grundrissen entstanden. Möglich wurde das durch das Zusammenlegen von Wohnungen. In der Nikolaus-von-Halem-Straße 10 bis 16 sind 60 Quadratmeter-Wohnflächen so umgebaut worden, dass 24 Wohnungen mit zwei, aber auch vier bis fünf Zimmern entstanden. „Solche Projekte werden wir mittelfristig in der Barnimstraße und der Flämingstraße wiederholen“, so Osterburg. Diese Umbauten gehen mit einer Umgestaltung auch der Außenlagen einher. So entstehen neue Spielplätze. In drei Mietshäusern in der Kreyssigstraße werden bei der Sanierung zudem Aufzüge angebaut.

Der größte Vermieter in Brandenburg

Die Wohnungsgenossenschaft WBG vermietet 7722 Wohnungen. Von 2012 an begann das Unternehmen, in Fahrstühle bei Sechsgeschossern zu investieren. Doch längst wollen auch Mieter in Häusern mit weniger Etagen ihre Wohnungen bequem per Fahrstuhl erreichen.

Die WBG hat rund 7400 Mitglieder. Der Wohnungsbestand ist genossenschaftlich. Mieter sind Mitglieder der Genossenschaft. Eines der größten Bauvorhaben war zuletzt die Sanierung von 24 Wohnungen in der der Nikolaus-von-Halem-Straße 10 bis 16 für knapp 1,8 Millionen Euro.

In einer Genossenschaft haben sich Menschen oder juristische Personen mit einem gleichen Ziel zusammengetan, um ihre Interessen durch einen gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb zu fördern. Die WBG gibt es seit 62 Jahren.

Modernisiert werden sollen Osterburg zufolge in den kommenden Jahren die noch Objekte in der von-Halem-Straße und vom Markt in Nord aus weiter entlang der Werner-Seelenbinder- bis zur Flämingstraße. „Im sanierten Bereich läuft die Vermietung in der Emsterstraße und in der Brielower, Freiherr-von-Thüngen- und der Nikolaus-von-Halem-Straße besonders gut.“

Mitarbeiter büffeln Englisch für die Verständigung mit Flüchtlingen

Zehn WBG-Wohnungen in Nord werden seit diesem Jahr von Menschen aus Krisen- und Kriegsgebieten bewohnt. Ziehen Flüchtlinge ein, „werden sie von uns über die Regeln des Zusammenlebens informiert. Die Kommunikation erfolgt zum Teil schon auf Deutsch, oft auf Englisch, aber natürlich auch mit Hilfe von Dolmetschern“, sagt Osterburg. Einige WBG-Mitarbeiter frischen ihr Englisch deswegen in Kursen auf. Das bezahlt der Arbeitgeber. Infomaterial hält der Vermieter sogar auf Arabisch bereit. „Wir bitten, Geflüchtete in der Regel, sich den Hausgemeinschaften vorzustellen, um sich gegenseitig kennenzulernen“, so der Vorstand. „Bisher funktioniert das Zusammenleben nicht anders als unter der eingesessenen Bevölkerung.“

Von Marion von Imhoff

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