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Linke läuten Wahlkampf ein

Brandenburg an der Havel Linke läuten Wahlkampf ein

Das sterbende CDU-Links-Bündnis in Brandenburg war auf der Mitgliederversammlung der Linken im TGZ am Samstag ein Hauptthema. Darüber hinaus ging es den Organisatoren darum, den Beginn des Bundestagswahlkampfes einzuläuten und die parteilose Kandidatin Anke Domscheit-Berg (49) an der Basis bekannter zu machen.

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Anke Domscheit-Berg und Lutz Krakau am Samstag im TGZ beim Parteitag der Linken.

Quelle: Foto: JACQUELINE STEINER

Brandenburg/H. Das sterbende CDU-Links-Bündnis in Brandenburg war einmal mehr auf der Mitgliederversammlung der Linken im TGZ am Samstag ein Hauptthema. Darüber hinaus ging es den Organisatoren um Parteichef Lutz Krakau und Linken-Fraktionschef René Kretzschmar darum, den Beginn des Bundestagswahlkampfes einzuläuten und die parteilose Kandidatin Anke Domscheit-Berg (49) an der Basis bekannter zu machen.

„Vernunftehe“ mit der CDU hat ein Ende

Die linke Stadtverordnete Ilona Friedland blickte kritisch auf die Zusammenarbeit mit Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) zurück. „Tiemann arbeitet mit jedem, der ihr nicht widerspricht, sogar mit der AfD“, so Friedland. Auch ihre Fraktionskollegin Uta Sändig zeigte sich erleichtert, dass die „Vernunftehe“ ein Ende fand. Gleichwohl dürfe nicht ignoriert werden, dass die Linke keine Mehrheit mehr habe, auch wenn „Grüne und SPD mit ins Boot“ kämen.

Erlebach als Erfolgsgarant

Für Kretzschmar ist in Sachen Machtoption optimistisch: „Wir haben den Beigeordneten Wolfgang Erlebach.“ Er habe nicht den Eindruck, dass Tiemann Erlebach so schneide wie ihren eigenen Parteifreund Michael Brandt, den sie degradiert und klein gemacht habe.

Auch über das Thema des drohendes Verlustes der Kreisfreiheit wurde diskutiert. Die Fraktionsmitglieder erklärten, warum sie Stellungnahme der Stadt nicht mittragen konnten, gleichwohl aber für den Erhalt der Kreisfreiheit seien.

Im Gespräch mit der MAZ kritisierte Kretzschmar die Tiemann wegen der „Schuldzuweisungen“ ans Land. Dass die Stadt so überschuldet sei, sei im Sozialbereich der Bundesgesetzgebung geschuldet: „Das kann man nicht dem Land in die Schuhe schieben. Im Bund führt die CDU seit 2005 die Regierung.“

„Wer die Grünen wählt, kann auch gleich die Linke wählen!“

Bundestagskandidatin Anke Domscheit-Berg (49) war aus Fürstenberg angereist, um sich und ihre Taktik den 45 Gästen vorzustellen. So setzt sie auf Transparenz und eine verstärkte Partizipation in der Politik. „Die Würde des Menschen darf nicht länger an seine Erwerbsfähigkeit geknüpft sein“, sagt die Autorin, die sich für ein bedingungsloses Grundeinkommen stark macht. Sie werde, wie sie versprach, das Gespräch im Wahlkreis suchen. Auf ihr rotes E-Bike für den Überland-Wahlkampf freut sich Anke Domscheit-Berg schon jetzt. Wählerpotential für die Linke sehe sie neben traditionellen Wählern, bei den Piraten und auch bei ehemals grünen Anhängern. „Die Umweltthemen sind bei uns genauso von Bedeutung“, sagt Domscheit-Berg, „wer die Grünen wählt, kann also auch gleich die Linke wählen.“ Die mehrheitlich ziemlich alten Linken schienen mit den Anglizismen von Domscheit-Berg, die häufig von Open Government, Crowd Funding, Twitter und Social Media sprach, wenig anfangen zu können.

Kretzschmar glaubt dennoch, an einen Überraschungserfolg. Überraschungserfolg? „Ich denke, wir können den Wahlkreis direkt holen“, sagt Kretzschmar gut gelaunt. Das werden die Konkurrenten Erardo Rautenberg (SPD) und Dietlind Tiemann (CDU) zur Kenntnis genommen haben.

Von Charlotte Klimas

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