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Brandenburg/Havel Parteitag: Linke lassen Kandidaten aus der Havelstadt durchfallen
Lokales Brandenburg/Havel Parteitag: Linke lassen Kandidaten aus der Havelstadt durchfallen
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10:56 29.01.2019
Nur zwei Delegierte von 104 Linken gaben Andreas Kutsche die Stimme. Am Ende reichte es nur für Platz 40. Quelle: MAZ
Brandenburg/H

Das Direktmandat für den Landtag werde ihr Co-Vorsitzender Andreas Kutsche im September wohl nicht gewinnen, hatte die Linken-Vorsitzende Ilona Friedland schon im Vorfeld prophezeit.

Doch für die Landtags-Listenwahl, die am Wochenende stattfand, werde sich der kleine Kreisverband Brandenburg/H. ins Zeug legen und dealen. Das war gelogen. Nicht einmal die eigenen Delegierten haben Kutsche gewählt, als es darauf ankam.

Andreas Kutsche ist stellvertretender Vorsitzender des Betriebsrates des städtischen Klinikums Brandenburg Quelle: Linke

Am Ende des Wahlparteitages stand Kutsche enttäuscht auf Listenplatz 38 von 40. Da half kein Schönreden: Nicht einmal die vier von 104 Delegierten, die der Kreisverband zum Parteitag geschickt hatte, stimmten für ihren Parteivorsitzenden.

Gerade zwei Stimmen konnte Kutsche auf sich vereinen, als über den (unsicheren) Listenplatz 18 nichtöffentlich abgestimmt wurde, den letztlich Andreas Bernig bekam. „Ja, ich bin enttäuscht“, sagt Kutsche. Doch „ich zieh das jetzt durch. Auch wenn ich schon daran gedacht habe, hinzuwerfen.“

Delegiert für den Parteitag waren: Heike Jacobs, Elke Kroll, Daniel Herzog und Lutz Krakau. Angeblich hatte Krakau im Vorfeld Absprachen mit linken Delegierten aus dem Brandenburger Süden getroffen, die Kutsche zur Mehrheit führen sollten. „Lutz Krakau wollte netzwerken“, bestätigt Kutsche. Augenscheinlich ist auch – mit Blick auf die zwei von 104 Stimmen – Hinterzimmerdiplomatie keine Kernkompetenzen von Krakau.

Vielleicht war die Rede nicht so doll

„Ich kenn das Ergebnis noch gar nicht. Ach doch, stand ja in der Zeitung. Ach nein, man hat es mir geschrieben“, sagt Friedland, als sie Montag telefonisch als Co-Vorsitzende der Linken zum Ergebnis Stellung nehmen sollte. „Vielleicht hat Andreas nicht überzeugt mit seiner Rede“, glaubt sie.

Man habe ja fest mit einem Platz unter den ersten 20 Bewerbern gerechnet: „Bestimmt ist er nicht richtig aufgetreten, aber er ist ja auch noch jung und ihn kennen nicht so viele.“ Aber so genau kenne sie sich eben auch nicht aus.

Brandenburg sei eben nur ein kleiner Verband der Linken „und der bekannt gewordene Streit um Klaus Erlenkamp hat uns sicher geschadet“, sagte Friedland.

Streit im Brandenburger Kreisverband

Zusammen mit anderen hatte Friedland erfolglos versucht, den als renitent geltenden internen Kritiker Lutz Erlenkamp aus der Partei werfen zu lassen. Und weiter sagt sie: Das „ist sehr deprimierend und deshalb hat Claudia Sprengel bestimmt auch nicht so gut abgeschnitten.“

Sprengel, die in Brandenburg arbeitet und für einen Wahlkreis in Mittelmark kandidiert, war als junge Kandidatin für den Listenplatz 11 vorgesehen, wurde dann bis Platz 17 durchgereicht.

Die Chance, die Kutsche bleibt, ist das Direktmandat gegen Britta Kornmesser (SPD) oder Jean Schaffer (CDU) zu holen. Friedland hatte Schaffer schon vor Wochen vorzeitig zum potenziellen Sieger im September ausgerufen. Meint aber jetzt: „Ich habe mich umgehört. Kornmesser kennt niemand und Schaffer ist unbeliebt. Bestimmt hat Andreas eine Chance, wenn wir kräftig Wahlkampf machen.“

„Warten wir es ab“, sagt Kutsche diplomatisch. Dem Vernehmen nach haben ihm bereits mehrere alte Genossen gesagt, er brauche nicht auf Unterstützung hoffen, wenn er weiter dem als links geltenden Basisverein „Dom“ angehöre.

Von Benno Rougk

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