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Linker will SPD in die Stichwahl zwingen

Bürgermeisterwahl in Kloster Lehnin Linker will SPD in die Stichwahl zwingen

Endspurt für Joachim Sroka: Der Nahmitzer will am Sonntag für die Partei Die Linke den hauptamtlichen Bürgermeisterposten in Kloster Lehnin gewinnen. Eine Aufgabe, die der Unternehmer selbstbewusst angeht. Er hofft den als Favoriten gehandelten Uwe Brückner (SPD/Freie Bürger und Bauern) in die Stichwahl zwingen zu können.

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Bürgermeister-Kandidat Joachim Sroka (Die Linke).

Quelle: Frank Bürstenbinder

Lehnin. Drei Bürgermeisterposten hält die Partei Die Linke in Potsdam-Mittelmark besetzt: in Wiesenburg, Nuthetal und Borkwalde. Kommt am Sonntag ein viertes Gemeindeoberhaupt in Kloster Lehnin dazu? Bewerber Joachim Sroka (52) hat sich jedenfalls ein ambitioniertes Ziel gesetzt: „Ich hoffe, dass es mir gelingt den SPD-Kandidaten in die Stichwahl zu zwingen.“ Falls er am Ende den Sprung in das Rathaus schaffe, werde er allen Bürgern und Gemeindevertretern die Hand reichen, die mit ihm gemeinsam das Beste für Kloster Lehnin wollten, so Sroka.

Doch soweit ist es noch nicht. Sroka hat es beim Urnengang sowohl mit dem als Favoriten gehandelten Uwe Brückner zu tun, den die SPD und der Bauernverband ins Rennen schickt, als auch mit dem AfD-Kandidaten Falk Deuter, der nach Anhaltiner Vorbild für eine Überraschung sorgen könnte. Moralische Rückendeckung bekam Sroka in dieser Woche von der Kreistagsfraktion der Linken, die in Lehnin tagte. Dort beklagte sich Sroka, den Fraktionssprecher Thomas Singer als „Hansdampf in allen Gassen“ bezeichnete, weil ihm einige Ortsvorsteher und Vereinsvorsitzende Auftrittsmöglichkeiten in kommunalen Gebäuden verweigert haben sollen. Astrit Rabinowitsch riet Sroka deshalb zum Klinkenputzen. Auch Klaus-Jürgen Warnick hat in Wahlkampfzeiten gute Erfahrungen mit Hausbesuchen gemacht: „Ein paar Abfuhren muss man mit einkalkulieren.“

Mehr Service im Rathaus

Der in Nahmitz wohnende Sroka gibt sich dennoch selbstbewusst. Seine Vorstellungen über ein Kloster Lehnin unter seiner Führung stieß bei den Parteifreunden auf ein positives Echo. Neue Wege in der Verwaltung wolle er gehen, sagte der Geschäftsführer eines familieneigenen Stahlbauunternehmens. Mehr Service und mehr Freundlichkeit im Rathaus soll es geben. Schulungen und neue Softwarelösungen müssten her, um die Mitarbeiter für die Zukunft fit zu machen. Was die Gemeindevertretersitzungen anbelangt, sprach sich Sroka für mehr Offenheit und Transparenz aus. „Es werden viele Beschlüsse im nichtöffentlichen Teil behandelt. Dafür gibt es keinen Grund.“

Ehrenamt besser anerkennen

Mehr tun als Noch-Amtsinhaber Bernd Kreykenbohm will der Linken-Bewerber für die Feuerwehr. Zu wenig werde das Ehrenamt anerkannt, findet jedenfalls Sroka. Dabei lädt die Kommune jedes Jahr verdienstvolle Ehrenamtsträger und Brandschützer zu Dankeschönveranstaltungen ein. Davon können Freiwillige in anderen Gemeinden nur träumen. Eine klare Meinung hat der Bürgermeister-Bewerber zur Willkommenskultur gegenüber Flüchtlingen: „Die Menschlichkeit gebietet es allen Flüchtlingen zu helfen, die zu uns gefunden haben. Doch ebenso wichtig ist es Frieden in den Krisenregionen zu stiften, statt Zwietracht zu säen.“

Sroka sprach sich für eine offensive Vermarktung des künftigen Damsdorfer Gewerbeparks und für einen Radweg von Rietz nach Schmerzke aus. Der dauerhafte Erhalt der Lehniner Kliniken liege ihm ebenso am Herzen wie die Stabilisierung der Einwohnerzahl, die nicht unter 10 000 rutschen dürfe, um die Eigenständigkeit von Kloster Lehnin zu sichern, so Sroka.

Von Frank Bürstenbinder

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