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Brandenburg/Havel Linken-Chef Riexinger stellt sein Buch vor
Lokales Brandenburg/Havel Linken-Chef Riexinger stellt sein Buch vor
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11:39 27.09.2018
Bernd Riexinger stellt in Brandenburg an der Havel sein Buch vor: „Neue Klassenpolitik. Solidarität der Vielen statt Herrschaft der Wenigen.“ Quelle: Matthias Busse
Brandenburg/H

„Es ist meine erste Lesung bei euch“, sagt Bernd Riexinger im Lighthouse am Brandenburger Hauptbahnhof. Kein Wunder – stellt er doch sein erstes eigenes Buch überhaupt vor und startet damit seine Lesereise, die ihn bis Weihnachten durch Leipzig, Potsdam und sieben westdeutsche Städte führt. Zum Auftakt hatte der Kreisverband der Linken eingeladen, deren Bundesvorsitzender Riexinger neben Katja Kipping ist.

Obwohl eine öffentliche Veranstaltung, kommen etwa 50 Interessierte vorwiegend aus der eigenen Partei. Riexinger referiert oft frei aus seinem 158-Seiten-Bändchen „Neue Klassenpolitik. Solidarität der Vielen statt Herrschaft der Wenigen.“

Gegensätze zwischen Besitzenden und Lohnabhängigen

Zu diesem Titel habe ihn motiviert: „Mein ganzes Leben prägt die Aussage, es gibt gar keine Klassen.“ Das Gerede von der „Mittelschicht“, die das Proletariat abgelöst habe, hält er jedoch für einen Mythos, der die Gegensätze zwischen Besitzenden und Lohnabhängigen verschleiere.

Er propagiert einen erweiterten Begriff von Arbeiterklasse, der alle diejenigen mit einbezieht, die ohne unternehmerische Interessen an der Wertschöpfung beteiligt sind. Inzwischen würden 75 Prozent der Beschäftigten im Dienstleistungssektor tätig sein und eben nicht mehr in der Werkhalle, sagt er.

Weniger gewerkschaftlich organisiert

Jedoch blieben diese Menschen weniger gewerkschaftlich organisiert und wären „weiblicher, migrantischer, gebildeter“ und in deutlich unsicheren Verhältnissen beschäftigt als noch vor 30 Jahren.

Die Zuschauer merkten, da ist jemand in seinem Element, plaudert anekdotisch aus seiner gewerkschaftlichen Erfahrung als ehemaliger Verdi-Geschäftsführer in Stuttgart. Er springt von Kapitel zu Kapitel und füllt mit seiner Präsenz den Abend.

Er erzählt von seinem Bein, das kürzlich operiert wurde und will mit dieser Geschichte auf die 300.000 Flüchtlinge hinweisen, die seit 2015 Leistungen in Deutschland erbringen. „Ohne sie hätten wir im Krankenhaus nichts zu Essen bekommen, unsere Räume wären nicht gereinigt worden und selbst die Physiotherapeuten waren Russen.“

Bernd Riexinger startete seine Lese-Reise in Brandenburg an der Havel Quelle: Matthias Busse

Für die Moderatorin, Claudia Sprengel, beim Kreisvorstand für politische Bildung zuständig, gibt es eigentlich nichts zu tun. Sprengel ist eine der wenigen jungen Parteimitglieder, wie auch die Zuhörer überwiegend im Rentenalter sind. Am Ende gibt Riexinger zu: „Im Osten haben wir noch Probleme mit der Verjüngung.“

Als er soziale Forderungen nach mehr Pflegekräften, kürzeren Arbeitszeiten und gut ausgebautem Nahverkehr formuliert, murmelt es im Publikum: „Und Rente?“. Zur Altersversorgung bezog er keine Stellung, genauso wie er am liebsten das Thema Sammlungsbewegung „Aufstehen“ ausgespart hätte.

Kritische Fragen von Zuhörern

Aber bei der abschließenden Fragerunde interessiert gerade das einige Zuhörer, die bereits informiert erschienen. Gerke Pachali aus Krahne fragt: „Warum sind Sie dem gegenüber so ablehnend?“

Zuhörer Bernd Vogel geht noch etwas weiter: „Sie sollten das nicht infrage stellen, wenn jemand etwas Neues versucht. Das finde ich unmöglich.“ Gegenüber der MAZ zeigte sich Vogel enttäuscht, dass der Parteichef nur Bekanntes zu dem Thema äußerte und eine Unterstützung für die Aktion der Bundestags-Fraktionschefin, Sahra Wagenknecht, nicht zu erwarten sei.

Von Matthias Busse

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