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500 Menschen für Toleranz, 170 für Bramm

Liveticker aus Brandenburg an der Havel 500 Menschen für Toleranz, 170 für Bramm

170 Bramm-Pegida-Spaziergänger, 500 Teilnehmer bei der Gegendemo "Für ein buntes und weltoffenes Brandenburg an der Havel" und rund 700 Polizisten: In der Stadt Brandenburg ist am Montagabend mächtig was los. Doch es bleibt friedlich. MAZonline berichtet im Liveticker .

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Rund 500 Menschen demonstrierten für ein buntes und weltoffenes Brandenburg an der Havel, 170 Demonstranten folgten dem Aufruf der Bramm-Pegida.

Quelle: Philip Rißling

+++ 21.36 Uhr +++

Die Polizei meldet soeben einen Zwischenfall:Ein 39-jähriger Bramm-Teilnehmer aus Berlin zeigte einen verbotenen Nazi-Gruß. Gegen ihn wurde eine Strafanzeige gemäß § 86a StGB aufgenommen. Dies blieb der einzige Zwischenfall, und die Polizei ist zufrieden mit sich: "Wir haben durch konsequente Trennung der Veranstaltungen einen friedlichen Verlauf beider Versammlungen gewährleistet. Somit konnten beide Veranstalter ihr garantiertes Versammlungsrecht ohne Einschränkungen wahrnehmen", sagte Michael Scharf, Polizeiführer für diesen Einsatz.

+++ 19.50 Uhr +++

Die Polizei vor Ort spricht inzwischen von 170 Teilnehmern bei der Bramm-Kundgebung. Zunächst war die Zahl auf 150 geschätzt worden.

+++ 19.45 Uhr +++

Und hier weitere Bilder vom Abend:

Montag, 26. Januar 2015: Bramm-Pegida-Montagsspaziergang und eine Gegenveranstaltung unter dem Motto "Für ein buntes und weltoffenes Brandenburg an der Havel" in der Stadt Brandenburg. 500 Polizisten sind im Einsatz.

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+++ 19.25 Uhr +++

Der Neustädtische Markt leert sich, nachdem Walter Paaschen, der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, die Veranstaltung beendet und allen Gegendemonstranten gedankt hat. Weder aus dem einen noch aus dem anderen Block ist es in den vergangenen beiden Stunden zu nennenswerten Provokationen oder Zusammenstößen gekommen.

Die massive Präsenz der Polizei hat Wirkung gezeigt, auch den Beamten ist anzusehen, dass sie mit dem friedlichen Ablauf der beiden Veranstaltung in so dichter Nachbarschaft zufrieden sind. Noch immer fällt eisiger Regen, was sicher auch für kühle Gemüter gesorgt hat. Jetzt ist der Neustadt-Markt fast leer, die Organisatoren der Gegendemo bauen ab.

Auffällig bei den Spaziergängern: Die Stimmung war wenig aggressiv, die Redner hielten sich mit rassistischen Bemerkungen weitgehend zurück, bezeichneten sich als „Patrioten, die am Anfang immer verlacht werden.“ Deren „Freiheit am Ende aber siegen wird.“ Unter den Demonstranten, viele sehr junge Leute,  fanden sich allerdings kaum Gesichter aus der Havelstadt Brandenburg. Für den 2. Februar haben die Bramm-Pegida-Veranstalter einen erneuten Montagsspaziergang angekündigt.

+++ 19.22 Uhr +++

Der Veranstalter hat den Bramm-Spaziergang soeben aufgelöst. Die Bühne wird abgebaut, die Teilnehmer gehen in unterschiedlichen Richtungen auseinander.

Ein Transparent der Bramm-Spaziergänger.

Quelle: André Wirsing

+++ 19.18 Uhr +++

Bildungsminister Günter Baaske (SPD) auf der Toleranz-Demo: „Das ist ein kräftiges Zeichen aus der Stahlstadt gegen Intoleranz.” Er sei glücklich, dass so viele Menschen Nein zu Ausländerfeindlichkeit sagen, fügt Justizminister Helmuth Markov (Linke) hinzu.

Günter Baaske (SPD) auf der Toleranz-Kundgebung.

Quelle: Julian Stähle

+++ 19.15 Uhr +++

Am Trauerberg brüllt einer "Deutschland den Deutschen, Ausländer raus!". Die Gegendemo löst sich indes langsam auf. Bei immer noch nasskaltem Wetter erklang soeben das letzte Lied aus den Boxen, die Menschen gehen langsam nach Hause. Passend: Kraftklub sang zum Ende „Hand in Hand“.

+++ 19.10 Uhr +++

Die Bramm-Spaziergänger sind am Trauerberg, dem Endpunkt ihres Marsches, angekommen. Hier gibt's jetzt noch die Schlusskundgebung.

+++ 19.00 Uhr +++

Nachdem die Bramm-Spaziergänger die Hälfte der Steinstraße hinter sich gebracht haben, skandieren einige "Wir sind das Volk!", "Wir wollen keine Asylantenheime!", "Bürger Bürger macht euch frei, auf die Straße eins zwei drei!" und "Ehre vor Geld!".

+++ 18.50 Uhr +++

"Peace": "Frieden" heißt es bei der Anti-Bramm-Kundgebung.

Quelle: Julian Stähle

+++ 18.45 Uhr +++

In Berlin ist es nur unwesentlich voller: Rund 200 Unterstützer von Bärgida ("Berliner Patrioten gegen die Islamisierung des Abendlandes") versammeln sich laut Polizei am Hauptbahnhof. Sie wollen nur einige hundert Meter entlang der Spree laufen. Bei den Gegnern, die gegen Rassismus protestieren, sind es nach Polizeiangaben 750 Menschen. 1000 Polizisten aus Berlin, Bremen, Schleswig-Holstein und von der Bundespolizei sorgen dafür, dass es nicht zu Zusammenstößen zwischen den Gruppen kommt.

+++ 18.39 Uhr +++

150 Bramm-Spaziergänger haben sich jetzt an ihrem Platz etwas versammelt.

Quelle: Benno Rougk

+++ 18.37 Uhr +++

Die Steinstraße und alle Zufahrtstraßen sind dicht.

+++ 18.33 Uhr +++

Alle Farben, nur nicht Braun: Kreativer Protest in Brandenburg an der Havel.

Quelle: Benno Rougk

+++ 18.30 Uhr +++

Helmuth Markov: „Nein, ausländische Mitbürger bedrohen uns nicht. Unsinnig! Wir haben nur drei Prozent ausländischer Mitbürger. Für rechtes Gedankengut ist hier kein Platz. Es ist schön, wenn so viele kommen und sagen WIR sind Brandenburg. Hier muss niemand Angst haben. Natürlich kann Politik nicht alle Aufgaben erfüllen. Aber keine Lösung ist: Jene, die noch mehr Probleme haben, hier nicht willkommen zu heißen. Wir sind die Mehrheit. Die Toleranz wird siegen!“

Justizminister Helmuth Markov (Linke) (l.) bei seiner Rede.

Quelle: Julian Stähle

Dietlind Tiemann: "Ich bin stolz, dass so viele Menschen gegen den rechten Rand auf die Straße gehen."

+++ 18.25 Uhr +++

Rektorin Burghilde Wieneke-Toutaoui, Präsidentin der FH Brandenburg eröffnet die Gegendemo und begrüßt die nun etwa 500 Gäste.

Günter Baaske, Dietlind, Tiemann, Helmuth Markov.

Quelle: Julian Stähle

Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann begrüßt Helmuth Markov und Bildungsminister Günter Baaske (SPD) und macht in ihrer kurzen Rede klar: Immer wenn in der Stadt Brandenburg Menschen eintreffen, geht es darum, allen zu sagen, die zu uns kommen, werden wir die aufnehmen, die unsere Hilfe brauchen. Aber sie kündigt auch an: "Wir können auch über Religion reden!" Weil man die Fragen der Menschen ernst nehmen müsse. Tiemann: "Die, die da hinten stehen, die gehören hier nicht hin. Lassen sie uns zusammen stehen."

+++ 18.20 Uhr +++

Einzelbetreuung durch die Polizei: Dass eine ganze Polizeiabteilung (etwa 500 Polizisten) in der Stadt Brandenburg vor Ort sind, hat die Havelstadt noch nicht erlebt. Mit geschätzt 200 weiteren Polizisten der Brandenburger Polizeidirektion kommen derzeit auf jeden Demonstranten geschätzte 1,7 Polizisten. Die Demonstration für „ein buntes Brandenburg“ hat trotz Eisregens etwa 500 Menschen auf den Neustädtischen Markt gezogen. Die Montagsspaziergänger der Bramm sind bisher nicht auf ihrem Stellplatz eingetroffen. Im Schatten der Katharienenkirche, etwa 100 Meter entfernt, haben sich jetzt etwa zwei Dutzend Menschen versammelt, die offenkundig um 18.30 Uhr mit dem Bramm-Spaziergang beginnen wollen. Auf dem Neustädtischen Markt sind inzwischen die Stadtspitze um Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann versammelt, auch OLG-Präsident Wolf Kahl und der Landtagsabgeordnete Ralf Holzschuher sind vor Ort. 

+++ 18.15 Uhr +++

Im Gespräch mit Polizeiführer Scharf sagt Bramm-Organisator Heiko Müller, es werden nur zwei Texte verlesen, dann setze sich der Zug in Bewegung. Bisher besteht der aus 15 Leuten ! Am Trauerberg werde noch fünf Minuten geredet, dann aufgelöst, sagt Müller. Die genehmigte Versammlungszeit bis 21 Uhr werden sie wohl nicht brauchen.

+++ 18.10 Uhr +++

Republikaner-Chef Müller verweigert ein Interview mit der MAZ, angeblich hat er keine Zeit. Auch die Radio-Kollegin lässt er abblitzen. Ein Gehilfe ruft sogar einen Polizisten herbei, weil sich die Republikaner von der Presse belästigt fühlen.

+++ 17.50 Uhr +++

Brandenburgs Justizminister Helmuth Markov (Linke) ist einer der ersten Demonstranten.

Quelle: Benno Rougk

+++ 17.45 Uhr +++

Auf der Bramm-Facebookseite wird empfohlen, wegen der Sperrung der Autobahn-Anschlussstelle 15 Minuten mehr Fahrzeit einzuplanen. Werden etwa Spaziergänger von außerhalb angekarrt? Dabei war es doch als Marsch der Brandenburger angekündigt!

+++ 17.42 Uhr +++

Die Soundanlagen werden erstmals getestet. Aus den Boxen der Gegendemo ertönt laute Reggae-Musik. Indes hat ein Stadtsprecher mitgeteilt, dass ein Kehrfahrzeug der Märkischen Entsorgungsgesellschaft (Mebra) noch am Abend die Demo-Spuren beseitigen wird.

+++ 17.37 Uhr +++

Es regnet noch immer, wohl auch deshalb ist es derzeit noch sehr ruhig. Die Zahl der Demonstranten hat die der vor Ort befindlichen Beamten zumindest noch nicht ansatzweise erreicht. Auch fahren Autos und Straßenbahnen weiter ungehindert durch die Steinstraße. Sie ist Hauptweg des Bramm-Demonstrationszuges.

+++ 17.20 Uhr +++

Es regnet in Brandenburg! Noch ist außer der Polizei niemand zu sehen.

Quelle: Benno Rougk

+++ 17.00 Uhr +++

Die Steinstraße wird wahrscheinlich doch nicht voll vergittert, dafür steht alle 20 Meter ein Polizeiwagen, wie auch an allen Toreinfahrten und Seitenstraßen. Dennoch gab es um die Zeit kurz vor 17 Uhr noch nie so viele freie Parkplätze. Viele suchen das Weite, wohl aus Angst um ihre Autos.

Der Landesvorsitzende der Republikaner Heiko Müller, der die Bramm-Demo angemeldet hat, ist auch schon da. Eben plauderte er noch mit Polizisten, jetzt zog er sich vor dem Regen in seinen VW-Bus zurück und telefoniert dort.

+++ 15.47 Uhr +++

Der Neustadt-Markt steht schon voller Polizeiautos. 56 Bullys, 2 Krankenwagen, ein Toiletten-Lkw, ein Lkw mit Stromaggregat und ausfahrbarem Lichtmast, diverse Videowagen haben Stellung bezogen. Fragt sich, wo die Demonstranten noch Platz haben… In der Stadt herrscht Verkehrschaos.

Quelle: Benno Rougk

+++ 15.41 Uhr +++

Übrigens: Wir freuen uns über aktive Mitarbeit unserer Leser. Wer also seine Beobachtungen, Erkenntnisse oder Fotos teilen möchte, sende diese an online@maz-online.de

+++ 15.34 Uhr +++

So langsam treffen die Mannschaftswagen der Polizei am Neustädtischen Markt ein. Der Verkehr in der City wird nun schrittweise zum Erliegen kommen. Wer jetzt sein Auto nicht weggefahren hat, sollte sich beeilen!

Quelle: Philip Rißling

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Ab 15 Uhr geht's los:

Die Vorbereitungen der Polizei zu Bramm-Spaziergang und Gegendemonstrationen beginnen. Nach MAZ-Informationen schickt das Potsdamer Präsidium die komplette Abteilung Bereitschaftspolizei nach Brandenburg an der Havel – das sind 500 Beamte nebst technischer Zug. 100 Polizisten sind zur Raumüberwachung in den Seitenstraßen abgestellt, 200 Beamte begleiten den Bramm-Zug vom Neustädtischen Markt zum Trauerberg.

Offensichtlich ist bei der Polizei derzeit die größte Sorge eine Blockade der Steinstraße, deshalb wird die beiderseits auf jeweils 400 Metern Länge komplett mit „Hamburger Gittern“ abgesperrt, so dass die Demonstranten im Inneren unbehelligt laufen können.

Die fünf Hundertschaften werden geführt vom zweiten Mann der Polizeidirektion, dem Leitenden Polizeidirektor Michael Scharf.

Zwar treffen beide Demos zu Beginn am Neustädtischen Markt fast direkt aufeinander. Der "Bramm"-Zug wird sich dann jedoch in Richtung Trauerberg in Bewegung setzen, während die Gegendemo der Koordinierungsgruppe für Demokratie und Toleranz hingegen während der gesamten Zeit auf dem Neustädtischen Markt bleiben wird. Hier soll es diverse Reden geben.

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Bekenntnis zu einem weltoffenen Brandenburg

Dieses Plakat haben bereits gestern Vertreter der lokalen Parteien "Die Linke" und SPD gemeinsam an prominenter Stelle, an der Außenwand der Sankt-Katharinen-Kirche, aufgehängt. Klares Statement gegen den für heute angemeldeten Aufmarsch.

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Angemeldet sind für den Montagabend von 18 bis 21 Uhr zwei Versammlungen.

  • Unter dem Titel : „Demo für Meinungsfreiheit und Mitbestimmung im Sinne der Pegida-Bewegung“ haben Privatpersonen, die zur Partei „Die Republikaner“ gehören, einen „Bramm-Pegida-Montagsspaziergang“ vom Neustadt-Markt zum Trauerberg mit etwa 100 Personen angemeldet.
  • Zeitgleich veranstaltet die Koordinierungsgruppe für Demokratie und Toleranz unter dem Titel „Für ein buntes und weltoffenes Brandenburg an der Havel“ eine Versammlung auf dem Neustädtischen Markt. Erwartet werden etwa 500 Menschen.

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Sperrungen ab 15 Uhr

Von 15 bis etwa 22 Uhr sind die Parkplätze Neustadt-Markt und in der Straße Molkenmarkt komplett gesperrt. Wer sich nicht an die Haltverbote hält, wird abgeschleppt, heißt es aus der Verkehrsbehörde.

Es kommt zu zeitweisen Vollsperrungen von Straßen in der Innenstadt, informiert die Polizei. Der Umfang hänge vom Verlauf des Abends ab.

Hundert Teilnehmer seien am 26. Januar für den Marsch durch Brandenburg unter dem Motto "Demo für Meinungsfreiheit und Mitbestimmung im Sinne der Pegida-Bewegung" (BraMM-Pegida) angemeldet.

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Live-Ticker aus Brandenburg an der Havel

Auch an diesem Montagabend war die Innenstadt von Brandenburg an der Havel ein heißes Pflaster: Der zweite Bramm-Spaziergang und eine Gegen-Demo bedingten erneut ein massives Großaufgebot der Polizei. Es blieb ruhig, die Teilnehmerzahlen lagen indes weit unter denen der Vorwoche. MAZonline berichtet im Liveticker .

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