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Brandenburg/Havel Autobahn: Sechs Männer in Handschellen
Lokales Brandenburg/Havel Autobahn: Sechs Männer in Handschellen
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17:36 17.02.2016
Auf dem Parkplatz der Autobahn-Raststätte Buckautal Süd trieben Planenschlitzer monatelang ihr Unwesen Quelle: Frank Bürstenbinder
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Buckautal

„Auch Trucker haben Angst vor Überfällen. Sie suchen das Licht“, weiß Egbert Knie. Der Tankstellenpächter auf der Südseite der Autobahnraststätte Buckautal bekommt die Auswirkungen der monatelangen Planenschlitzerei vor der eigenen Haustür zu spüren. Brummi-Fahrer wollen so nah wie möglich an den Zapfsäulen parken. Dort ist auch in der Nacht Betrieb. „Wir werden hier vorn manchmal regelrecht zugeparkt“, berichtet Knie.

Zwar funktionieren auf dem hinteren Teil des Parkplatzes die lange defekten Lampen wieder, doch vielen Lkw-Fahrern ist Buckautal wegen der anhaltenden Diebstahlserie nicht geheuer. Doch Ausweichmöglichkeiten gibt es kaum. Die Parkplätze entlang der A 2 sind in den Nächten rappelvoll. Die Schließung des Autohofs Schopsdorf sorgt in Fahrtrichtung Berlin für zusätzliche Platznot. Ideale Zustände für Ganoven, die in den dicht gedrängten Lkw-Schluchten fette Beute machen.

Großer Erfolg der Polizei

Planenschlitzer und Lkw-Knacker sind in Brandenburg zur Landplage geworden. Schon im vergangenen Herbst hat die Polizeidirektion West den Piraten der Autobahn den verschärften Kampf angesagt. Aus allen Bereichen der Verkehrs- und Kriminalpolizei werden Kräfte zusammengezogen, um den Verfolgungsdruck auf die bandenmäßig organisierten Ganoven zu erhöhen.

Festnahmen auf frischer Tat sind jedoch die Ausnahme. Der Zugriff in der Nacht zum Dienstag auf dem Parkplatz der Raststätte Buckautal ist einer der größten Erfolge der Polizei in letzter Zeit. In die Verantwortung der Polizeidirektion West fallen 200 Autobahnkilometer mit über 20 Park- und Rastplätzen. Über 300 Angriffe auf Lkw gab es in dem Bereich im vergangenen Jahr.

Für sechs Autobahn-Piraten kam jetzt alles anders. Seit Tagen waren ihnen die Fahnder der Polizeidirektion West auf der Spur. In der Nacht zum Dienstag klickten bei einer konzertierten Aktion in Buckautal Süd die Handschellen. Bei dem Einsatz von zehn Beamten in Uniform und Zivil handelt es sich um einen der größten Erfolge im Kampf gegen die organisierte Bandenkriminalität.

Und das kam so: Gegen zwei Uhr beobachteten Polizisten von ihrem Versteck aus, wie sich zwei Männer an einem Laster zu schaffen machten. Die Beamten fackelten nicht lange – Zugriff! Ein 32-jähriger Tatverdächtiger konnte festgehalten werden. Der andere Ganove flüchtete. Die Polizei hinterher. Andere Kollegen stellten sich mit einem Auto quer auf die Abfahrt der Raststätte und stoppten so einen Pkw Hyundai mit polnischem Kennzeichen. Und siehe da, unter den vier Männern im Auto befand sich auch der geflüchtete Lkw-Angreifer.

Die Einfahrt zur Raststätte Buckautal Süd an der A 2 bei Ziesar. Quelle: Frank Bürstenbinder

Komplett wurde das Sextett erst bei der Kontrolle eines ebenfalls polnischen Kleintransportes, dessen zwei Insassen sich in Richtung Berlin auf und davon machen wollten. Beide Fahrzeuge waren auf die selbe Firma zugelassen. Im Transporter entdeckten die Polizisten 174 Jacken im Wert von über 10 000 Euro, für die der Fahrer keinen Eigentumsnachweis vorlegen konnte. Daneben lag Werkzeug, wie es gern von Lkw-Knackern benutzt wird.

Die Ermittler registrierten auf dem Parkplatz fünf angegriffene Laster, was den Verdacht gegen die gestellten Personen erhärtete. Alle sechs polnischen Männer im Alter von 27 bis 41 Jahre wurden vorläufig festgenommen. Sie wurden am Mittwoch nach Bestätigung durch die Staatsanwaltschaft dem Amtsgericht vorgeführt. „Noch ist nicht entschieden, wie es mit ihnen weitergeht“, sagte Polizeisprecherin Jana Birnbaum der MAZ.

Vor allem wollen die Ermittler wissen, wie die mutmaßlichen Täter organisiert sind und ob sie für weitere Straftaten verantwortlich sind. Problem: Bei Befragungen machen Tatverdächtige aus dieser Szene nur ungern die Zähne auseinander. So gut wie fest steht jedoch inzwischen, dass es einen Zusammenhang zwischen den aufgefundenen Jacken und einem Ladungsdiebstahl auf einem Autobahnparkplatz bei Magdeburg gibt.

Von Frank Bürstenbinder

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