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Brandenburg/Havel Lokalposse: Schild durch gleichlautendes ersetzt
Lokales Brandenburg/Havel Lokalposse: Schild durch gleichlautendes ersetzt
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18:39 26.07.2016
Margrit Wetzel und Heidrun Krause (rechts) leben seit Jahrzehnten an der Ortsdurchfahrt in Michelsdorf. Quelle: Marion von Imhoff
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Michelsdorf

Es ist eine Lokalposse und am Ende möchte niemand der Böse gewesen sein: Rund vier Jahre lang hat ein Schild in der Ortsdurchfahrt in Michelsdorf Autofahrer aufgefordert, ihr Tempo zu drosseln für die Sicherheit spielender Kinder. Aufgestellt hatte das Schild eine Michelsdorfer Familie, die direkt an der Chausseestraße wohnt. Mehrere Jahre warnte das Schild und verhinderte vielleicht Schlimmes.

Dann jedoch stach der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises Potsdam-Mittelmark das Schild ins Auge. Nach Angaben von Andrea Metzler, Sprecherin des Landkreises, informierte die Behörde das Ordnungsamt der Gemeinde Kloster Lehnin über das nichtamtliche Schild. „Was die dann machte, wissen wir nicht“, so Metzler. Fest steht: Auf Behördendruck wurde das Schild demontiert.

„Wir sind nicht die Bösen“, sagte jetzt Bürgermeister Uwe Brückner in der jüngsten Gemeinderatssitzung dazu. „Wir wissen, dass mit erhöhter Geschwindigkeit in der Chausseestraße gefahren wird.“

Anwohner der Ortsdurchfahrt klagen über Raser

Zwei Anwohnerinnen bestätigen das. „Nur fliegen ist schöner“, meint die 63 Jahre alte Margrit Wetzel spöttisch, die in Michelsdorf an der Chausseestraße seit Kindheit an wohnt. „Hier wird enorm gerast. Gerade im Berufsverkehr.“ Heidrun Krause, 68 Jahre alt und ebenfalls Anwohnerin der Chausseestraße, bestätigt: „Es wird hier unglaublich viel zu schnell gefahren.“

Nun kommt Anfang August ein amtliches Schild an die Michelsdorfer Raserstraße: „Freiwillig 30 km/h“ mit dem Bild zweier spielender Kinder wird darauf zu sehen sein. Nach Angaben von Vize-Bürgermeister Berthold Satzky handet es sich um ein Schulwegsicherungsschild. Aufgestellt werden solle es als Appell an die „oft durchrasenden Autos und Lastwagen insbesondere zugunsten von Kindern, aber auch älteren Mitbürgern“, so Satzky.

„Was ist da nun der Unterschied“, sagt die Michelsdorferin Heidrun Krause. Sie kann sich nur wundern, wie viele andere Michelsdorfer offenbar auch.

Von Marion von Imhoff

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