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Luxushotel folgt auf Kita

Brandenburg an der Havel Luxushotel folgt auf Kita

Für eine knappe halbe Million Euro erwerben private Investoren die ehemalige Villa Krüger, besser bekannt als Gertrud-Piter-Kita. Mit vier Millionen Euro für die Sanierungskosten soll das 100 Jahre alte Ensemble innerhalb von drei Jahren denkmalgerecht fein gemacht sein.

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Seit dreieinhalb Jahren steht die Villa am Havelufer leer.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Brandenburg/H. Diesmal soll es nach mehrfach vergeblichen Anläufen klappen: Die Villa, die bis September 2013 als Kindertagesstätte „Gertrud Piter“ genutzt wurde, wird von der Kommune an private Investoren verkauft. Darüber befindet der Hauptausschuss am 22. Mai.

Das repräsentative Gebäude auf 9500 Quadratmeter großem Parkareal soll ein so genanntes Boutique-Hotel mit 40 bis 60 Betten sowie diversen Tagungs- und Veranstaltungsräumen werden (siehe Infobox). Die Erwerber, die bis zum Abschluss des Notarvertrages anonym bleiben möchten, haben nach Angaben der Stadtverwaltung bereits mehrere denkmalgeschützte Objekte in Brandenburg an der Havel saniert. Es handele sich aber nicht um die derzeit aktiven Lokalgrößen wie Jansen, Grotmann oder Mischker.

Die Bauherren haben bereits jetzt eine Bauvoranfrage gestellt und kümmern sich bereits um viele Details, sagt Angelika Köhler, Chefin des kommunalen Liegenschaftsbetriebes GLM. „Es bleibt eine schwierige Immobilie.“ Die Erwerber gehen neben dem Kaufvertrag eine Verpflichtung ein, das Ensemble innerhalb von drei Jahren hochwertig und denkmalgerecht zu sanieren. Neben dem Kaufpreis von 440.000 Euro stellen sie Investitionen von etwa vier Millionen Euro in Aussicht.

Kleiner, feiner und gerne luxuriös

Der Marketingbegriff Boutique-Hotel kommt aus den USA und beschreibt persönlich geführte, individuelle, kleine und nicht selten luxuriöse Hotels.

Die ersten Boutique-Hotels entstanden in den 1980er Jahren in New York City, San Francisco und London.

Sie unterscheiden sich von großen Hotels und Hotelketten durch persönlichere Gestaltung der Architektur, der Einrichtung und der Außenanlagen, häufig befinden sie sich auch in außergewöhnlicher, aufwendig sanierter historischer Bausubstanz.

Die Stadt hat das Gebäude nicht halten können, sich vor dreieinhalb Jahren zum Leerziehen und Verkaufen entschieden, vermeintliche Interessenten sprangen aber immer wieder ab. Ein möglicher Weiterbetrieb als Kindertagesstätte hätte nach einer kommunalen Schätzung mindestens 1,8 Millionen Euro an Investitionen gekostet. „Die Villa, der Anbau und der Wirtschaftstrakt bedürfen einer grundlegenden Sanierung unter Beachtung der denkmalrechtlichen Belange“, hieß es 2014 im Exposé. Das Dachgeschoss war über viele Jahre gar nicht nutzbar wegen des Sanierungsaufwands und Auflagen in den Feuerschutzbestimmungen. In der damaligen Offerte war auch noch von einem Verkehrswert von 520.000 Euro die Rede. Doch ist der Gebäudekomplex in den Jahren des Leerstands nicht besser geworden. „Darum haben wir den Verkehrswert noch einmal anpassen müssen. Zudem haben wir es mehrfach bundesweit zum damaligen Verkehrswert angeboten und waren damit nicht erfolgreich, so dass wir es jetzt bauch verkaufen können, ohne eine Genehmigung des Innenministeriums einholen zu müssen“, sagt Angelika Köhler.

Ein schwieriger Punkt ist auch die Erschließung des Ensembles direkt in einem Gartendenkmal – ein Hotel braucht Vorfahrt und Parkplätze für Gäste sowie für Lieferfahrzeuge und Dienstleister. Dafür gibt es mittlerweile eine Lösung: Die Zufahrt über den Hof des Bas-Gebäudes von der Neuendorfer Straße aus wird verbreitert. Die Baron-Münchhausen-Plastik wird ohnehin mit Fördermitteln saniert und später auf einen neuen Standort am Quenz umgestellt. Gäste-Parkplätze werden direkt am Zaun in der hinteren Hälfte des Bas-Hofes ausgewiesen, die künftigen Hoteliers haben eine Teilfläche dafür erworben. „Die Bas rückt etwas zusammen, dann funktioniert das schon. Von den öffentlichen Parkplätzen im Umfeld gehen keine verloren“, verspricht die GLM-Chefin.

Von André Wirsing

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