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MAZ unterwegs mit dem neuen Repo

Brandenburg an der Havel MAZ unterwegs mit dem neuen Repo

In Göttin, Wilhelmsdorf und auf der Scholle in Brandenburg an der Havel leben insgesamt 7500 Menschen. Ihr Revierpolizist ist seit Neuestem Frank Schmeller. Der 53-Jährige zeigte nun der MAZ, an welchen Orten in seinem Revier welche Gefahren lauern. Ein Vor-Ort-Besuch.

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Wenn sich zwei schwere Fahrzeuge an der Reckahner Straße in Göttin begegnen, wird es brenzlig. Frank Schmeller bereitet das Sorgen.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Brandenburg/H. Seit 1982 ist Frank Schmeller Auge des Gesetzes und nun Revierpolizist dort, wo er selbst seit Jahren zuhause ist, in Göttin, Wilhelmsdorf und auf der Scholle. Der 53-Jährige kennt jeden Schleichweg, jede abseits gelegene Verbindungsstraße. „Es ist ein Heimspiel“, sagt Frank Schmeller.

Der Polizeihauptmeister kennt aber vor allem die Sorgen vieler Menschen, die in seinem Revier leben. 7500 Brandenburger sind dort mit Hauptwohnsitz gemeldet, wo Frank Schmeller mehrmals die Woche Streife fährt. Der gebürtige Brandenburger weiß auch, dass sich Anwohner an der Reckahner Straße in Göttin vor dem Durchgangsverkehr ängstigen – dort, wo es auf beiden Seiten keine Gehwege gibt. Eltern sorgen sich in jenem Abschnitt um die Sicherheit ihrer Schulkinder, wenn sich diese auf den Weg zur Buswendeschleife machen, berichtet Frank Schmeller. Im sanierten Teil der Straße gilt Tempo 30, beidseits sind Bürgersteige. Doch dort, wo die schmale, kurvige Straße direkt an den Grünstreifen stößt, dürfen die Autos 50 Stundenkilometer fahren.

Frank Schmeller ist ein erfahrener Polizist und bis auf eine kurze Zeit in Werder immer schon im Brandenburg an der Havel eingesetzt

Frank Schmeller ist ein erfahrener Polizist und bis auf eine kurze Zeit in Werder immer schon im Brandenburg an der Havel eingesetzt.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Als Frank Schmeller den Gefahrenort zeigt, brettern ein Traktor mit Anhänger und ein Lastwagen vorbei. In der Kurve sehen sie sich spät, stoßen fast zusammen. Der Traktorfahrer weicht auf die Rasenfläche neben der Straße aus. Dort, wo Fußgänger unterwegs wären. „Es ist gefährlich“, sagt Frank Schmeller. „Wo sollen hier die Leute sicher laufen?“ Mit dem Ortsvorsteher Bernd Voigt sei er sich einig: „Hier gehört Tempo 30 und am besten auch ein Gehweg hin.“

Frank Schmeller steigt wieder in den Streifenwagen, wendet, fährt über den Göttiner Steig und Neumanns Vorwerk auf die Scholle. Er zeigt auf offene Garagentore, hält an: „Ich finde nicht gut, dass die Leute ihre Grundstücke manchmal komplett offen stehen lassen. Wenn das Auto dann noch weg ist, weiß doch jeder Einbrecher, dass er da mal schauen kann.“ Er werde mit den Hausbewohnern reden.

Von toten Rehen und einem vermeintlichen Schuss

Frank Schmeller ist einer von 15 Revierpolizisten in der STadt Brandenburg und dem Umland. Wenn der Polizeihauptmeister erzählt, ist sein Herzblut für den Job zu spüren. Wenn er über den Anruf vor wenigen Tagen berichtet von Anwohnern, die einen Fall von Jagdwilderei meldeten. Der Revierpolizist fuhr hin, hörte vom nächtlichen Schuss, den das Paar auf der Scholle vernommen zu haben glaubte. Am Tag nach dem vermeintlichen Schuss fand das Paar eine Ricke tot am Sandfurthgraben liegen. Ein Reh mit Kitz hatten beide oft dort gesehen. Nun glaubten sie an eine Straftat. Schmeller veranlasste, dass das Reh untersucht wurde. Keine Einschusswunde fand sich, dafür Spuren von einem Verkehrsunfall. Am Montag entdeckten Spaziergänger dann in der Nähe das tote Kitz.

Tiergeschichten, Verkehrssicherheit an Schulen, Kampf gegen Raser, Nachbarschaftsstreit, den er schlichten muss, all das ist Schmellers Berufsalltag. Auch Überraschungsbesuche bei früheren Straftätern, die nach ihrer Haft Auflagen zu erfüllen haben. Etwa jene, vom Alkohol zu lassen. Da hält Schmeller schon mal das Atemalkohol-Testgerät zum Pusten hin, um zu prüfen, ob dieser Auflage Folge geleistet wird.

„Jeder Repo hat seine Schwerpunktstraßen“

In Schmellers Revier liegt das Naturschutzzentrum Krugpark. Regelmäßig schaut der Revierpolizist dort vorbei. Leiterin Andrea Kausmann schätzt diese Sicherheitspartnerschaft: „Es ist schön, dass so Fällen von Vandalismus sofort nachgegangen werden kann.“

Ebenfalls im Zuständigkeitsgebiet des erfahrenen Polizisten liegt das Heim für minderjährige Flüchtlinge, die ohne Begleitung von Verwandten in Deutschland angekommen sind. „Mit der Einrichtung gab es noch nie ein Problem“, sagt Frank Schmeller. „Da ist alles ruhig.“

Weniger ruhig, sondern ziemlich laut rauscht der Verkehr an der Krugparkschule in Wilhelmsdorf vorbei. Schmeller sieht die Sicherheit der Kinder gefährdet durch Raser. „Jeder Repo hat seine Schwerpunktstraßen“, die an der Krugparkschule ist so eine in Schmellers Revier. „Es ist ein Autobahnzubringer und gefährlich. Glücklicherweise hat man es hier geschafft, eine Fußgängerampel zu installieren.“ Ab und an kontrollierte der Polizist vor der Schule das Tempo der Verkehrsteilnehmer.

Das „kolorierte“ Auto als Bremssignal

Schmeller parkt sein Auto vor der Schule. Er steigt kurz aus und geht seinem Laster nach: „Wenn man schon raucht“, gesteht er, „dann sollte man es dort machen, wo es sinnvoll ist. So ein koloriertes Fahrzeug, das wirkt auf die Autofahrer.“ Frank Schmeller meint seinen Streifenwagen. Tatsächlich bremsen Autos und Lastwagen sofort ab, sobald die Fahrer den uniformierten Polizisten und den Streifenwagen entdecken.

Drei, vier Mal die Woche ist der Frank Schmeller in seinem Revier. Mehr schafft er nicht, weil er den Kollegen in der Innenstadt unterstützt. „Da haben wir mehr Einsätze.“ Auch das Havelfest hatte Frank Schmeller tagsüber mit abgesichert; nachts waren die Polizisten des Wach- und Wechseldienstes damit beschäftigt. Die Kollegen dort zu entlasten, ist Frank Schmeller wichtig. „Die Menschen müssen einschätzen können, dass sie mit dem Revierpolizisten über ihre Anliegen reden können und nicht gleich den Notruf wählen müssen bei Sachverhalten, die einen Tag Zeit haben.“ Auf die Frage, wie ein Revierpolizist sein müsse, sagt Schmeller: „Kommunikationsfest. Deswegen sind das alles gestandene Kollegen.“

Von Marion von Imhoff

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