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MAZ vermittelt im Streit über Kreuzfahrt-Buchung

Streit um angebliche Buchung MAZ vermittelt im Streit über Kreuzfahrt-Buchung

Rechnung statt Info-Prospekten – ein Rentner aus Brandenburg an der Havel erkundigt sich bei einem Reiseveranstalter über seine Wunschreise. Wenige Tage später flattert ihm eine Rechnung von 4700 Euro ins Haus. Der Rentner fühlt sich „arglistig getäuscht“.

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In Italien, allerdings nicht wie auf diesem Bild in Venedig, soll das Kreuzfahrtschiff am 28. März 2018 landen. Die beiden Brandenburger werden dann garantiert nicht an Bord sein.

Quelle: AFP

Brandenburg/H. Werner Lehmann und Karin Herfurth ist die Lust auf die große Seefahrt vergangenen. Am Telefon hatte sich der Brandenburger beim Reiseveranstalter über die inserierte Kreuzfahrt von Miami nach Italien informieren wollen. Doch wenig später erhielt er Buchungsbestätigung und eine Rechnung über 4700 Euro. Die Verbraucherzentrale ist eingeschaltet. Nach einem Anruf der MAZ lenkt der Veranstalter ein.

„Wir wollten uns nach vielen Jahren einmal eine größere Reise gönnen“, erzählt der Brandenburger Werner Lehmann (76). Sein Blick fiel Ende Januar auf eine Zeitschriftenannonce des Unternehmens „Mein Kapitän.de“ beziehungsweise Glückskäfer Reisen. Mit der MSC Divina soll es vom 6. bis 18. März 2018, also in einem Jahr, mit dem Schiff von Miami über New York nach Italien gehen.

Im Briefkasten landeten keine Prospekte, sondern eine Rechnung

Das Angebot inklusive Flug, Hotelaufenthalt in Miami und zwanzig Nächten an Bord der MSC Divina schien günstig, noch dazu winkte für Frühbucher eine deutliche Preisermäßigung. Das Rentnerpaar aus Brandenburg war eigenen Angaben zufolge interessiert, aber noch nicht entschlossen.

Am 31. Januar rief Alfred Lehmann die Berliner Telefonnummer an, um Näheres zu erfahren, zum Beispiel über die Kabinen. Er bat die Mitarbeiterin am Telefon darum, Unterlagen zugesandt zu bekommen und nannte auf Wunsch die Geburtsdaten von sich und seiner Begleiterin.

Nur sehr wenige Tage später fand der Rentner einen Umschlag des Berliner Reiseveranstalters in seinem Briefkasten. Doch er enthielt keine Prospekte, sondern eine Reisebestätigung samt Rechnung und Zahlungsinformationen. Werner Lehmann protestierte telefonisch und schriftlich mit den Worten: „Wir haben in keiner Weise eine Buchung veranlasst.“

Rentner spricht von „arglistiger Täuschung“

In seinem Schreiben wirft der Rentner, der auch Strafanzeige bei der Polizei gestellt hat, dem Veranstalter „arglistige Täuschung“ vor, denn er habe nur nähere Informationen gewünscht und keine Buchung. Auch der berechnete Reisepreis stimmte nicht mit dem Angebot in der Annonce überein. Der Reiseveranstalter stellte den Brandenburger vor die Alternative, die Reise gegen 60 Prozent des Reisepreises von 4698 Euro zu stornieren oder in einen Rechtsstreit zu treten.

Werner Lehmann wandte sich daher an die Verbraucherzentrale in der Kurstraße und deren Leiter Manfred Rahn. Dort ist der Fall in Bearbeitung und wurde an den „Marktwächter“ der Verbraucherzentralen in Deutschland gemeldet.

Manfred Rahn hält eine Abmahnung gegen den Veranstalter für denkbar. „Es ist kein Einzelfall, dass sich jemand für etwas interessiert und dann prompt eine Rechnung bekommt“, sagt der Verbraucherschützer

Womöglich endet der geschilderte Konflikt nun doch friedlich. Geschäftsführer Marc-Owe Milde bleibt zwar dabei, dass der Brandenburger Kunde tatsächlich gebucht habe und dies auch aus den Tonaufzeichnungen hervorgehe. Doch er erkennt an, dass der in Rechnung gestellte Reisepreis nicht korrekt sei. „Ich nehme die Buchung raus“, sagt er im Gespräch mit der MAZ zu.

Von Jürgen Lauterbach

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