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Brandenburg/Havel MHB: Grünes Licht für den neuen Campus
Lokales Brandenburg/Havel MHB: Grünes Licht für den neuen Campus
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21:14 04.02.2016
Die denkmalgeschützte Nicolaischule wird zur Hochschule umgebaut. Quelle: Volkmar Maloszyk
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Brandenburg/H

Die Nicolaischule kann zur Medizinischen Hochschule MHB umgebaut werden, der Aufsichtsrat des Städtischen Klinikums hat am Mittwochabend dafür Grünes Licht gegeben. Das war entscheidend, obwohl das Klinikum lediglich als Zwischenmieter auftritt. Jetzt fehlt nur noch ein Erbbaurechtsvertrag zwischen der Stadt sowie den Investoren Robert Müller (Müller-Bau Genthin) und dem Architekten Uli Krieg als Interessengemeinschaft Nicolaischule“.

„Es war eine wesentliche Entscheidung, um den Sitz der Ausbildung der MHB hier in Brandenburg an der Havel zu verorten. Vom Wollen bis zum Umsetzen war es ein schwieriger Weg, wir mussten auch einen verlässlichen Partner finden, weil das Klinikum die Investition nicht aus eigener Kraft stemmen sollte, da gibt es im eigenen Haus genug zu tun“, sagt Oberbürgermeisterin und Aufsichtsratsvorsitzende Dietlind Tiemann. Deshalb sei sie froh über die deutliche Entscheidung ohne Gegenstimmen gewesen.

Entscheidung pro Hochschulstandort gefallen

Erleichtert ist auch Klinikums-Geschäftsführerin Gabriele Wolter, weil im Vorfeld Widerstände von Aufsichtsratsmitgliedern aus persönlichen Motiven heraus angedroht waren - doch die Kraftprobe blieb aus. „Der Hochschulstandort Brandenburg an der Havel hätte sich bei einem Scheitern des Antrags erledigt. Es stand auch zu befürchten, dass Neuruppin die MHB komplett übernommen hätte“, sagt die Geschäftsführerin. Die Brandenburger Prodekane Wilfried Pommerien und René Mantke hätten mit ihren überzeugenden Vorträgen auch die letzten Zweifel beseitigt.

Pommerien sprach über die Erfahrungen aus dem ersten Jahr der Lehre in Neuruppin, Mantke sprach über die Chancen für die Stadt und das Klinikum. „Er sagte beispielsweise, dass es ihm immer noch unbegreiflich vorkommt, solche Kapazitäten wie Oliver Ritter von der Uni Würzburg hierher holen zu können – ein Kardiologe mit einer hohen wissenschaftlichen und praktischen Reputation, mit Patenten und eigenen Medikamenten. Eine solche Kapazität habe man auch nur mit dem Argument der MHB bekommen.“ Die Einrichtung müsse sich vor keiner anderen Hochschule verstecken, das MHB-Netzwerk zähle mit dem Klinikum, den Ruppiner Kliniken, der Immanuel Diakonie und den kooperierenden Krankenhäusern mehr als 6000 Betten.

Baudenkmal

Das Baudenkmal Nicolaischule ist 1896/97 als Entlastungsschule für die Altstadt gebaut worden, war im Krieg Lazarett und Seuchenkrankenhaus, ab 1950 Puschkin-Oberschule, nach der Wiedervereinigung Realschule Zentrum, später Real- und Oberschule. Diese zog im Vorjahr ins ehemalige benachbarte OSZ.

Das Grundstück umfasst 831 Quadratmeter, die Gebäudenettofläche 2105 Quadratmeter. 1400 Quadratmeter werden für die MHB benötigt.

Die Interessengemeinschaft Nicolaischule investiert nun zwei Millionen Euro.

Die Monatsmiete beträgt 8,40 Euro/Quadratmeter. Gibt es rund 150 000 Euro Städtebauförderung, reduziert sich die Miete auf 7,85 Euro.

Der Erbbauzins beträgt knapp 12 000 Euro im Jahr.

Die Betriebskosten liegen bei 3997 Euro im Monat.

Rein praktisch sieht es nun so aus, dass am vom Aufsichtsrat genehmigten Mietvertrag redaktionelle Ergänzungen vorgenommen werden, ist dieser unterschrieben und das Erbbaurecht von der Stadt an die IG Nicolaischule vergeben, kann diese losbauen. Rund zwei Millionen Euro investieren die Partner, das Klinikum ist Hauptmieter und vermietet an die MHB weiter. Alle Verträge gelten 25 Jahre lang mit jeweils fünfjährigen Verlängerungsoptionen. Zum 1. März 2017 soll das Sanieren fertig sein, dann bleibt noch ein Monat zum Einrichten.

Bald kann losgebaut werden

„Wir haben die MHB nun gebeten, uns eine Ausstattungsliste zu schicken, damit am 1. April das Studieren auch richtig losgehen kann“, sagt Gabriele Wolter. Nur mit Tischen und Stühlen sei es nicht getan. Vorerst nutzt die MHB das Erd- und die beiden Obergeschosse. Oben gibt es den großen Hörsaal mit 98 Plätzen und beispielsweise Trainingsräume – das sind zwei mal zwei jeweils durch ein großes Fenster verbundene Räume, in einem gibt es Patientenschauspieler und einen Studenten, seine Kommilitonen beobachten durchs Fenster seine Behandlung. Diese Art der Supervision soll das Lernen erleichtern. Unten sind Bibliothek, Lesesaal und Lernzentrum, in der Mitte Themen- und Seminarräume.

Sollte irgendwann weiterer Platzbedarf sein, könnte das Dachgeschoss ausgebaut werden – ein Vorzugsmietrecht hat sich das Klinikum gesichert. Doch vorerst werden gar nicht alle neuen Räume benötigt, Gabriele Wolter will der Fachhochschule Flächen für den neuen Studiengang Augenoptische Gerätetechnik für die ersten beiden Jahre anbieten, bis die Einrichtung ihr Platzproblem gelöst hat.

Von André Wirsing

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