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Männerballett diesmal ohne Bürgermeister

Eberhard Pinkpank fiebert mit den "Klosterschnecken" Männerballett diesmal ohne Bürgermeister

Wenn am Sonnabend die "Klosterschnecken" beim Dorffest alle Kutten fallen lassen, fehlt ein Mann auf der Bühne: Eberhard Pinkpank (70). Der Bürgermeister von Beetzseeheide, der sein Herz an das umjubelte Männerballett verloren hat, ist derzeit auf den Rollstuhl angewiesen.

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Beetzseeheide-Bürgermeister Eberhard Pinkpank in seinem Ketzürer Büro.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Ketzür. Wenn am Sonnabend die "Klosterschnecken" beim Dorffest alle Kutten fallen lassen, fehlt ein Mann auf der Bühne: Eberhard Pinkpank (70). Der Bürgermeister von Beetzseeheide, der sein Herz an das umjubelte Männerballett verloren hat, ist derzeit auf den Rollstuhl angewiesen.

"So etwas hätte ich mir nie träumen lassen", sagte das Gemeindeoberhaupt im Rückblick auf dramatische Monate, die sein Leben brutal verändert haben.

Es scheint, als hätte sich das Schicksal gegen den Ketzürer verschworen. 2013 sollte das Jahr der goldenen Hochzeit werden. Doch der Tod nahm Eberhard Pinkpank Ehefrau Monika. Nur wenig später der nächste Schock. Um sein Leben zu retten, mussten ihm Anfang April die Ärzte im Brandenburger Klinikum nach einer Vorerkrankung den linken Unterschenkel amputieren. Am 70. Geburtstag gab es nichts zu feiern.

Eberhard Pinkpank hätte gute Gründe, sich aus der Dorffestorganisation und der Kommunalpolitik zurückzuziehen. Doch daran denkt der Bürgermeister nicht. "Das Ehrenamt verschafft mir Aufgaben und damit Ablenkung. Rücktritt ist für mich kein Thema", sagt Pinkpank, den der Lebensmut nie verlassen hat. Selbst im Krankenhaus beriet er sich mit seinem Stellvertreter Richard Falke über anstehende Themen.

Sommerfest der Gemeinde Beetzseeheide

  • Mit einer Ansprache von Bürgermeister Eberhard Pinkpank wird das Sommerfest der Gemeinde Beetzseeheide am Sonnabend um 14 Uhr auf dem Festplatz in Ketzür eröffnet.
  • Erster Höhepunkt zur Kaffeezeit ist der Auftritt von Stimmenimitator Mark, danach sorgt ab 15.30 Uhr ein DJ-Ötzi-Double für Stimmung. Um 16 Uhr schlägt die Stunde der ersten Lokalmatadoren. Die Cheerleaders „White Tiger“ aus Ketzür treten auf. Bühne frei für Mutter Oberin und ihre „Klosterschnecken“, heißt es dann um 19.30 Uhr. Anschließend Tanz mit DJ Sören.
  • Für die jüngsten Besucher beginnt um 14 Uhr das Kinderprogramm. Für das leibliche Wohl ist mit Kaffee, Kuchen, Fisch, Gegrilltem und Getränken gesorgt.

Heute hält der Bürgermeister die Fäden in Beetzseeheide wieder fest in den eigenen Händen. Gesundheitlich geht es ihm den Umständen entsprechend gut. Ein aufgeräumter, aber wohl auch nachdenklich gewordener Eberhard Pinkpank schwärmt von der Reha in Lehnin. Er hat eine Weile trainiert, aber jetzt schafft es der Ketzürer mit einem Schwung vom Bett in den Rollstuhl. Gehübungen mit der noch provisorischen Prothese gehören zum täglichen Trainingsprogramm. Wichtigste Stütze in dieser schwierigen Zeit ist Tochter Susann, die im benachbarten Butzow wohnt. Sie besucht ihren Vater jeden Tag, fährt ihn zum Arzt und zu Behandlungen.

Am Mittwoch leitet Eberhard Pinkpank wieder eine Gemeindevertretersitzung. Es gibt viel zu tun. Das jahrelange Debakel um die alte Bürgermeisterkippe soll in dieser Woche mit der Schließung des Deponiekörpers ihr Ende finden. Im Gutshaus geht es mit der Modernisierung der Sanitäranlagen weiter. Am Radweg nach Butzow müssen wegen Vandalismus Poller ausgewechselt werden. Und am Sonnabend steht das Dorffest auf dem Programm. Die "Klosterschnecken" müssen zwar auf ihn verzichten, aber natürlich ist Eberhard Pinkpank dabei.

Von Frank Bürstenbinder

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