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Brandenburg/Havel Mahlenzien ist steinalt
Lokales Brandenburg/Havel Mahlenzien ist steinalt
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00:24 07.06.2015
Ein großer Findling erinnert an die Ersterwähnung. Quelle: J. Steiner
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Brandenburg an der Havel

„650 Jahre Mahlenzien – das hat doch was und ist Grund genug zum Feiern“, sagt Vereins chef und Ortsvorsteher Karl-Dietrich Roth, der seine Amtskollegen aus den umliegenden Dörfern und die Stadtspitze eingeladen hat. Zu Gast sei auch der in Bayern wohnende Hans-Friedrich von Schierstedt, dessen Familie seit 1642 bis zur Bodenreform 1945 Besitzer des ehemaligen Rittergutes war und ihren Hauptsitz in Dahlen hatte.

„Er hat seine Kindheit noch hier verbracht“, sagt Roth, der sich über diese Zusage besonders freut und für das Fest ganz unkonventionell wirbt: „Jeder, der gucken will, kann vorbeischauen.“ An den Ortseingängen tun es Willkommensschilder und neben der Feuerwehr der große Findling mit der Jahreszahl.

Nach Roths Recherchen, der die Chronik verfasst hat, wurde „Malenczyn“ 1365 erstmals erwähnt. Das gehe aus der von Gustav Reischel 1930 veröffentlichten „Wüstungskunde der Kreise Jerichow I und II“ (Geschichtsquellen der Provinz Sachen und des Freistaates Anhalt) hervor. Weitere Quellen über die Ersterwähnung habe er nicht gefunden. Damals gehörte das Dorf zum Amtskreis Ziesar und dieser zum Landkreis Jerichow II, ab 1950 bildete man mit Viesen einen Gemeindeverband.

Aus der Geschichte

Die erste namentliche Erwähnung von „Malenczyn“ in der Wüstungskunde für die Kreise Jerichow I und II datiert auf das Jahr 1365.
1370 wird das Dorf im Lehnregister des Erzbischofs von Magdeburg dem Burgwart Plaue zugehörig erwähnt.
1376 gehörten Dorf und Rittergut der Sandau-Familie. Spätere Lehnsherren: von Britzke, von Grabow, von Alvensleben, von Mendelslow. 1642 ging der Besitz an die von Schierstedt, die 1729 die heutige Kirche bauen ließen.

Der Ortsname ist slawischen Ursprungs und lässt sich vom altpolabischen Personennamen „Maletka“ ableiten, bei dem es sich um den Gründer oder Besitzer des Ortes gehandelt haben dürfte. Das hatte sogar eine Leipziger Geisteswissenschaftlerin den Mahlenzienern bestätigt. Auszüge aus der Historie werden am Samstagnachmittag in der Feuerwehr mit einem Beamer an die Wand geworfen.

Beatrix Richter hat eine Jubiläumsbroschüre zusammengestellt. Slawendorfleute demonstrieren Bogenschießen und Waffenkunde. Für Musik auf der Festwiese sorgen „Electronic Dreams“ und Ziesars Jugendblasorchester, für Stärkung der Feuerwehrverein. Kinder kommen nicht zu kurz.

Los geht es jedoch bereits um 10Uhr mit einem Gottesdienst in der Kirche. Eine Stunde später startet von dort der Festumzug mit sieben Treckern und alter Technik zum Gerätehaus. Angeführt von der Handdruckspritze von 1912, den Abschluss bildet das aktuelle Feuerwehrauto. Roth: „Das halbe Dorf marschiert mit. Wer will, kann sich historisch kleiden.“

Von Claudia Nack

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