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Mahlenzien trauert um seinen Ortsvorsteher

Karl-Dietrich Roth ist gestorben Mahlenzien trauert um seinen Ortsvorsteher

Ein ganzes Dorf trauert. Am Sonntag ist Mahlenziens Ortsvorsteher Karl-Dietrich Roth im Alter von 68 Jahren ganz unerwartet gestorben. Zwei Tage zuvor hatte der seit Jahren engagierte Kommunalpolitiker noch am Abiball seiner Enkeltochter in Berlin teilgenommen. Zu dem Zeitpunkt hatte er allerdings schon Beschwerden.

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Ortsvorsteher Karl-Dietrich Roth (1947-2016) hat das Osterbaumfest nach Mahlenzien gebracht.

Quelle: Heike Schulze

Brandenburg/H. Ein ganzes Dorf trauert. Am Sonntag ist Mahlenziens Ortsvorsteher Karl-Dietrich Roth im Alter von 68 Jahren ganz unerwartet gestorben. Zwei Tage zuvor hatte der seit Jahren engagierte Kommunalpolitiker noch am Abiball seiner Enkeltochter in Berlin teilgenommen. Zu dem Zeitpunkt hatte er allerdings schon Beschwerden.

Zwanzig Jahre liegt es zurück, dass das Ehepaar Karl-Dietrich und Nenetta Roth ihren vorherigen Wohnort Ludwigsfelde verließ und sich in dem 140-Seelen Dorf am westlichen Ende der Stadt Brandenburg heimisch wurde.

Der Ingenieur für das Hotel- und Gaststätten, der vor der Wende das Flughafen-Restaurant in Berlin-Schönefeld geleitet hatte, übernahm vor rund 13 Jahren Verantwortung für seine Wahlheimat. 2003 trat der parteilose Kandidat erstmals bei der Ortsbürgermeisterwahl und erhielt sogleich eine Mehrheit.

Die anschließenden Wahlen gewann der in der Oberlausitz geborene und aufgewachsene Mann mit großen Mehrheiten. 2014 kam er auf fast 90 Prozent der Wählerstimmen.

Für sein Dorf engagierte sich Roth auf vielfältige Weise. Als Ortsvorsteher setzte er sich für die Erneuerung der Straße und der Abwasserleitung ebenso ein wie für den Empfang von Kabelfernsehen. Der Kindergarten konnte sich seiner Unterstützung ebenso sicher sein wie der Feuerwehrverein, dessen Vorsitzender er viele Jahre lang war. Beruflich war er vor seiner Rente für ein Schliefmittelunternehmen im Außendienst tätig war

Freunde beschreiben Karl-Dietrich Roth als freundlichen und geselligen Mann, dem für sein Dorf kein Weg zu weit war. Ohne ihn und sein Organisationsgeschick wäre das über die Grenzen des Dorfes hinaus bekannte alljährliche Osterbaumfest nicht denkbar, das er im Frühjahr 2002 anknüpfend an seine Oberlausitzer Herkunft für Mahlenzien erfunden hatte.

Aus den allwöchentlichen gemütlichen Treffen im Feuerwehrhaus ist der langjährige Ortschef ebenso wenig wegzudenken wie aus dem politisch-gesellschaftlichen Leben des kleinen Brandenburger Ortsteils. Wichtig seien ihm auch immer die Kulturfeste im Dorf gewesen, versichert seine Witwe.

Nenetta Roth erinnert sich gut daran, wie ihr Mann vor einiger Zeit gemeinsam mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier eine Eiche im Ort pflanzte. Der Tod des Mahlenziener Dorfmodernisierers trifft die Familie Roth wie den gesamten Ort unvorbereitet.

Wie schwer die Lungenkrankheit war, an der Karl-Dietrich Roth gelitten hat, wusste niemand. Nach dem Abiball in Berlin und der Heimfahrt am vergangenen Samstag ging es dem Ortsvorsteher zu Hause plötzlich so schlecht, dass der Notarzt verständigt wurde.

Die Ärzte des städtischen Klinikums kämpften auf der Intensivstation um das Leben des Kommunalpolitikers. Doch sein Zustand verschlechterte sich und auch die Verlegung mit dem Hubschrauber in die Berliner Charité am Sonntag konnte ihm nicht mehr helfen. Karl-Dietrich Roth hinterlässt seine Ehefrau, zwei Söhne und zwei Enkelkinder.

Von Jürgen Lauterbach

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