Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Mahlzeit: Schwäne futtern sich durch
Lokales Brandenburg/Havel Mahlzeit: Schwäne futtern sich durch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:22 27.01.2016
Joachim Görlitz füttert die Briester Havelschwäne durch. Quelle: Jacqueline Steiner
Anzeige
Briest

Es ist Mittagszeit an der Havel. Gleich muss es soweit sein. Dutzende Schwäne verlassen das Wasser. Auch unter Enten und Lietzen bricht Unruhe aus. Eine Möwe zieht ihre Kreise. Die Tiere versammeln sich am Ufer in der Parkstraße. Da ist er schon in Sicht – der Mann, der ihnen täglich Futter bringt. „Koooom, kooom!“, ruft Joachim Görlitz (79) seinen gefiederten Freunden zu. Auf den Mann aus dem nahen Haus ist Verlass. In jeder Hand trägt der Rentner einen grünen mit Maiskörnern gefüllten Eimer. In Linien schüttet Görlitz den Mais auf den Boden - das Signal zum großen Fressen.

Auch der letzte Schwan gibt jetzt seine Scheu auf. Im Nu ist der Briester von den Vögeln umzingelt. Darunter Johann und Johanna vom Pelzgraben am gegenüberliegenden Neu Plauer Ufer. Joachim Görlitz hat dem besonders dominanten Schwanenpaar Namen gegeben. Man kennt sich seit Jahren. Die Tierliebe treibt den Rentner jeden Tag ans Wasser. Görlitz will seine Schwäne nicht enttäuschen. Die Schar hat sich an das tägliche Mahl aus den Händen ihres Wohltäters gewöhnt. Zwar ist die Havel seit dem Wetterumschwung nicht mehr zugefroren, doch zum Fressen kommen die Schwäne immer noch an Land. Als es bitterkalt war, standen die Esser sogar vor dem Hoftor von Görlitz, um ihren Ernährer ja nicht zu verpassen.

So wie sich Jäger um das Wild kümmern und Vogelfreunde Meisenringe in die Bäume binden, bringt der Briester seit Jahren Schwäne durch harte Wintertage. Unterstützt von seiner Frau Rudhild. Neben Maiskörnen, die sich Görlitz von der Bensdorfer Mühle besorgt, wirft Görlitz den Schwänen auch schon mal Brotkrumen hin. „Wichtig dabei ist, dass es sich um altbackenes Brot handelt. Etwa zehn Tage sollte es schon alt sein“, so der Senior.

Tisch ist reich gedeckt

Die Eiszeit ist auf der Havel momentan vorbei. Die Tiere können wieder ihrem lebenswichtigen Gründeln nachgehen. Doch Görlitz füttert weiter, bis sich die Gruppe von allein auflöst. Dazu kann es schon in wenigen Tagen kommen. Wirklich heikel wird es für Schwäne nur, wenn sich die letzten Freiwasserstellen schließen und verharschter Schnee über den Äckern mit den Wintersaaten liegt. Dann wird die Nahrung für die Vögel knapp. In solchen Ausnahmewintern ist das ansonsten umstrittene Füttern der Wildvögel durchaus angebracht. Aktuell hält die Natur den Tisch für Vögel reich gedeckt. Zwischen Klein Kreutz und Saaringen äsen an die hundert Schwäne auf einer Rapsfläche.

Gefieder kann anfrieren

Görlitz kümmert sich nicht nur um Nahrung für die Schwäne. Nach bitterkalten Nächten hilft er, wo er kann, wenn Tiere mit nassem Gefieder festgefroren sind. Beim Losreißen von der Eisfläche verletzen sich die Schwäne. Glücklicherweise sind wenigstens die Füße so konstruiert, dass sie nicht anfrieren. Bei kritischen Eisverhältnissen kann der Briester jedoch nicht helfen, um sich nicht selbst in Gefahr zu bringen.

Görlitz weiß, dass die Wildvögel mit harten Wintern allein klar kommen müssen. Gesunde Tiere halten auch extreme Wetterbedingungen aus. Dennoch hat der Briester Mitleid. Er ist zum Versorger und zur Bezugsperson geworden. Hin und wieder bringen Gleichgesinnte Futter für die Schwäne vorbei. Dafür ist Görlitz dankbar.

Von Frank Bürstenbinder

Polizei Brandenburg/Havel: Zeuge gesucht - 16-Jährige entgeht knapp der Vergewaltigung

Eine 16 Jahre alte Jugendliche aus Brandenburg an der Havel ist nach eigenen Angaben nur knapp einer Vergewaltigung entgangen. Sie war am vergangenen Freitag in der Kirchhofstraße von einem Maskierten bedrängt und angefasst worden. Dann tauchte ein beherzter, noch unbekannter Zeuge auf.

27.01.2016

Aufregung an der Konrad-Sprengel-Schule in Brandenburg an der Havel: Ein Bombenalarm am Mittwochmorgen legt den Unterricht in der Bildungseinrichtung im Stadtteil Nord lahm. Mehr als 200 Menschen müssen das Gebäude am Marienberg verlassen. Wer war der mysteriöse Anrufer?

27.01.2016

Der Landkreis Potsdam-Mittelmark gibt in diesem Jahr rund 450 000 Euro für die Kulturförderung aus. Allein für den Unterhalt der Museen werden 180 000 Euro bereitgestellt. Für das Burgmuseum Ziesar wird der Zuschuss auf 50 000 Euro aufgestockt. Es gibt auch abgelehnte Anträge.

27.01.2016
Anzeige