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Brandenburg/Havel Maisdieb erntet hunderte Kilo, Opfer verzichtet auf Anzeige
Lokales Brandenburg/Havel Maisdieb erntet hunderte Kilo, Opfer verzichtet auf Anzeige
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09:43 21.09.2016
Auch das gibt es in diesem Herbst: Olaf Kabelitz mit einem prächtigen Kolben vor sattgrünem Mais. Quelle: Frank Bürstenbinder
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Prützke

Da lacht das Bauernherz. Dick und groß wie Cola-Flaschen sind die Kolben an den übermannshohen Maispflanzen. Olaf Kabelitz schält die Blätter von einer abgebrochenen Frucht. Dicht an dicht sitzen hunderte goldgelbe Körner. „Ich bin rundum zufrieden. Die richtige Sorte bringt auf dem geeigneten Acker einen sehr guten Durchschnittsertrag“, freut sich der Prützker Landwirt. Natürlich war auch etwas Glück mit dem lokalen Regengott im Spiel.

Zwar stehen die Pflanzen nicht überall so prächtig wie auf den grundwassernahen Standorten zwischen Holzberg und Dunkelsee, doch insgesamt will Kabelitz im Spätherbst von rund 120 Hektar Anbaufläche an die 900 Tonnen Körnermais ernten. Dessen Ernte wird erst im Oktober/November eingebracht, um einen möglichst geringen Feuchtegehalt zu erzielen.

Biomasse für den Acker

Für Körnermais wird eine Erntefeuchte von um die 30 Prozent angestrebt. Dann ist der stärkehaltige Mais so ausgereift, dass die Ansprüche der Stärke- und Grießindustrie erfüllt werden. Die Trocknung feuchten Erntegutes verbraucht viel Energie und ist teuer.

Mais wurde von Christoph Kolumbus in der Karibik entdeckt und nach Europa gebracht. Nach Deutschland kam der erste Mais im 16. und 17. Jahrhundert. Die wärmeliebende Pflanze zählt zu den Getreidearten.

Körnermais wird mit Mähdreschern geerntet, wobei ein spezielles Schneidewerk die Kolben von den Stengeln trennt. Anschließend werden die Kolben direkt im Mähdrescher gedroschen. Alle anderen Pflanzenteile verbleiben als Biomasse auf dem Acker.

Bis dahin kann noch viel passieren. Doch nicht das Wetter wird dem Mais in den letzten Wochen gefährlich. Es sind Menschen, die sich einfach nehmen, was sie brauchen, die Kabelitz in Rage bringen. So wie am vergangenen Wochenende. Der Prützker Jäger Marec Koch war in der abendlichen Dunkelheit unweit des Görnsees auf dem Weg zur Schwarzwildansitz. Doch wo er am Rande eines Kabelitzschen Maisschlages sein Auto abstellen wollte, stand bereits ein Traktor samt einachsigem Hänger. „Das kam mir gleich komisch vor“, erinnert sich Koch. Auf frischer Tat erwischte er einen Zeitgenossen aus dem Nachbardorf Netzen beim Maisklau.

Olaf Kabelitz mit dem gestohlenem Mais. Quelle: Frank Bürstenbinder

Mehrere hundert Kilo knackiger Kolben hatte der Ertappte bereits mit den Händen abgeerntet. Am Ende hätte dessen Einachser runde zwei Tonnen getragen, wenn nicht der Waidmann dem Frevel Einhalt geboten hätte. Statt zurück nach Netzen tuckerte der Maisdieb reumütig nach Prützke, um die Feldfrüchte auf dem Betriebshof des rechtmäßigen Besitzers abzukippen. „Einen Rucksack voll hätte ich noch toleriert. Doch so etwas gehört sich einfach nicht. Wir Bauern kämpfen um jeden Cent. Und dann fahren Leute mit dem Traktor auf fremden Grund und Boden um sich fremde Ackerfrüchte anzueignen“, ärgert sich der Prützker Landwirt.

Von einer Anzeige will Kabelitz dennoch Abstand nehmen. Ihm gehe es vielmehr um ein Signal an die Öffentlichkeit. Eine gesellschaftliche Diskussion über die Achtung vor der Arbeit anderer Menschen sei nötig, meint der Bauer. Er hatte es in der Vergangenheit schon mit Holzdieben zu tun. Aber auch mit fremden Jägern, die ihr Auto mit Mais vollstopften. „Wer etwas braucht, kann mich fragen“, so Kabelitz.

Noch bis in den November hinein wird der Körnermais in der Gemarkung Prützke stehen. Zwar sind die Kolben ausgereift, doch mit Hilfe der Natur will der Landwirt den Feuchtegehalt möglichst unter 30 Prozent drücken. Um so besser ist die Lagerfähigkeit. Neben seiner Verwendung als frisches Futtermittel wird Körnermais zu Stärke für die menschliche Ernährung verarbeitet. Dagegen ist der weit verbreitete Silomais, der für Futterzwecke und Biogasanlagen angebaut wird, bereits zum größten Teil eingebracht. Das Dreschen überlässt der Prützker einem Lohnunternehmen, der mit einem umgerüsteten Mähdrescher etwa fünf Tage braucht, um den letzten Mais des Jahres zu ernten.

Von Frank Bürstenbinder

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