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Brandenburg/Havel Malerin stellt in der Lehniner Klinik aus
Lokales Brandenburg/Havel Malerin stellt in der Lehniner Klinik aus
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16:10 13.10.2016
Beate Schanz vor einem ihrer Bilder. Quelle: JACQUELINE STEINER
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Lehnin

„Übergänge ins Licht“ heißt die zauberhaft schöne Ausstellung mit 95 Bildern der Malerin Beate Schanz in den Evangelischen Kliniken in Lehnin. Die Vernissage am morgigen Samstag gilt als ein kultureller Höhepunkt im Klinikalltag. Zu sehen sind die Bilder in den Fluren und Gängen des Krankenhauses, aber vor allem auch in der Abteilung für Palliativmedizin, deren Leiter Helmut Reichardt die Ausstellung mit der Künstlerin zusammen initiiert hat.

Auf der Palliativ-Station mit ihren 14 Plätzen begleiten Ärzte, Pfleger, Schwestern, Therapeuten und viele andere Spezialisten Männer und Frauen, die an einer unheilbaren, teils lebensbedrohlichen Krankheit leiden. „Es ist nicht nur körperliches, sondern auch seelisches Leid, das sie erleben“, berichtet der 62-jährige Reichardt, „was macht das mit den Patienten, mit ihren Familien oder den sie versorgenden Freunden. Wir versuchen zu klären, wo stehen die Menschen, wo stehen sie aber auch mit ihrem Blick auf den Tod.“

Helmut Reichardt, Leiter der Palliativ-Abteilung, und die beiden Krankenschwestern Andrea Werner (rechts) und Babette Kraus. Die Palliativstation der Kliniken Lehnin wurde 2003 eröffnet als eine der ersten Im Land Brandenburg. Quelle: JACQUELINE STEINER

Gerade für die Menschen auf der Palliativstation sei eine solche Ausstellung wichtig. „Tapetenwechsel“, nennt es der Internist und Palliativmediziner Reichardt. „Die Vorstellung, in ein Krankenhaus zu kommen, ist für viele oft angstbehaftet: Die Wände sind kahl, es kommt viel Technik und wenig emotionale Berührung, wenig Gefühl, bis auf Angst.“ In Krankenhäusern halte man sich nur notgedrungen auf, findet Reichardt einen treffenden Satz. Das sei der Grund für die Ausstellung „Übergänge ins Licht“. „Es gibt Dinge, die hellen auf, und es gibt solche, die verdunkeln.“ Beate Schanz’ Bilder versprühen Licht, leuchtende, warme, teils zarte, teils kräftige Töne. Es sind Pigmente von Aquarell- und Gouachefarben, meist in mehreren Schichten aufgetragen. „Farbe und Bewegung“, sagt die fast 1,80 Meter große jugendlich wirkende 71-Jährige, die in Schönstadt bei Marburg lebt und das Dachgeschoss ihres Hauses in ein Atelier ausgebaut hat, in dem sie sogar schläft. „Zwischen meinen Bildern“, sagt die studierte Waldorf-Pädagogin und Mutter dreier erwachsener Söhne und Großmutter von acht Enkeln.

Ein Flüchtlingskind – geboren bei Weimar und aufgewachsen in Hessen

Beate Schanz ist „ein Flüchtlingskind“, wie sie es sagt. 1945 gebar ihre Mutter sie auf der Flucht vor der Ostfront unter freiem Himmel nahe Weimar. Aufgewachsen ist Schanz in Marburg. 30 Jahre lang arbeitete sie in einer von ihr mitbegründeten Waldorfschule in Mülheim an der Ruhr. Berufsbegleitend studierte sie Kunst. Dieser widmet sie sich seit 2010, dem Beginn ihres Ruhestandes, mit 30 neuen Bildern jährlich. „Ich lasse die Farbe fließen, sie bestimmt die Form.“ In den Sommermonaten geht Beate Schanz mit Skizzenblock hinaus in die Natur, in den dunklen Monaten malt sie.

„Dieser Ort hat eine lange Tradition, Dunkles aufzuhellen, das kann man ruhig auch sehen“, sagt Reichardt und meint damit das Luise-Henrietten-Stift und seine Geschichte. Ein Benediktiner-Bruder sagte dazu: „Eine gute Mischung aus zweckdienlicher Arbeit und zweckfreier Besinnung.“ Und ergänzte: „Erleuchte mein Auge, oh Herr.“ Auch das passt blendend gut zum Titel der Ausstellung.

Die Vernissage beginnt am Samstag, 15. Oktober, um 10.30 Uhr im Königshaus am Klosterkirchplatz. Zu sehen ist die Bilderschau „Übergänge ins Licht“ bis zum 25. Mai 2017. Die Ausstellung ist öffentlich zu besuchen.

Von Marion von Imhoff

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