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Malwettkampf zwischen Paul und Wilhelm

Pribbernow-Brüder werden 70 Malwettkampf zwischen Paul und Wilhelm

Als Eulenspiegel-Karikaturist hat sich Paul Pribbernow überregional einen Namen gemacht. Doch auch sein Bruder Wilhelm ist als leidenschaftlicher Maler bekannt. Im November feiern die Zwillinge ihren 70. Geburtstag. Im Vorfeld erinnert eine Ausstellung in der Radeweger Kirche an ihren künstlerischen Lebenslauf.

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Wilhelm (l.) und Paul Pribbernow vor ihrer Geburtstagsausstellung in der Radeweger Kirche.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Radewege. Seit ihrer Geburt sind sie sich innig verbunden. Wie das oft bei Zwillingen der Fall ist. Zeichnen können beide. Für Traktor Roskow rannten sie sich die Hacken ab, bis die Knochen nicht mehr wollten. Und im Kahn beim Hechtansitz sah man nie einen allein. Doch die Pribbernows auf einer Kirchenbank sind ein seltenes Bild. Der gläubige Christ Wilhelm und Paul, der überzeugte Atheist. Im November werden sie 70. Unter dem Dach der Radeweger Kirche haben die Brüder sich und ihrer Fangemeinde ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk gemacht.

Eine Ausstellung begleitet den künstlerischen Werdegang der Brüder, der schon im zarten Kindesalter begann. „Ich erinnere mich an die bemalten Kopfteile eines Kinderbettes. Später veranstalteten wir regelrechte Malwettkämpfe. Wilhelm hatte immer das bessere Pferd, ich das schönere Auto“, berichtet Paul Pribbernow. Er selbst brachte es schon in der DDR zu Berühmtheit, als der Eulenspiegel seine Karikaturen abzudrucken begann. Die erste öffentliche Ausstellung 1983 in der Brandenburger Sankt-Gotthardt-Kirche wurde regelrecht überrannt.

Paul und Wilhelm Pribbernow als junge Burschen in Radewege

Paul und Wilhelm Pribbernow als junge Burschen in Radewege.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Wilhelm Pribbernow teilt zwar den Hang seines Bruders zum schwarzen Humor und dessen Vorliebe für groteske Situationskomik, doch den politischen Zeichenstift schwang er nie. „Mir hat es die Beetzseelandschaft angetan. Und immer wieder habe ich Pferde gemalt“, schwärmt der in Ketzür lebende Bruder des Pressezeichners.

So sind im Laufe der Jahrzehnte viele Aquarelle und Ölbilder entstanden, die hauptsächlich die guten Stuben der weit verstreuten Verwandtschaft schmücken. Denn die Zwillinge sind die jüngsten Kinder einer pommerschen Flüchtlingsfamilie, die es auf neun Mädchen und Jungen brachte. Das eine oder andere Bild entstand als Auftragsgemälde, doch waren Geld oder andere materielle Dinge nie der Ansporn für den Griff zum Malzeug. Auch nicht für Paul Pribbernow, der immer noch einen „Höllenspaß“ empfindet, aus einer Idee einen Schenkelklopfer zu machen.

Während der Radeweger Schulzeit konnten sich die Zwillinge vor Aufträgen ihrer Mitschüler nicht retten. „Wir waren unermüdliche Kriegsszenenmaler. Der Bedarf war kaum zu decken“, erinnert sich Paul Pribbernow in der aus 22 Tafeln bestehenden Ausstellung. Frühwerke der Pribbernows wären verloren gegangen, hätte nicht ein Mitschüler eine Mappe mit Zeichnungen bis ins Erwachsenenalter aufbewahrt. Der inzwischen verstorbene Hendrik Raulf aus Ketzür gab den Brüdern die gesammelten Kinderbilder zurück. „An den Zeichnungen ist zu sehen, dass mein Bruder mehr zum Malen neigte“, findet Paul Pribbernow.

Wie es sich für Zwillinge gehört, blieben die Brüder auch in der Lehre zusammen. Beide ließen sich in der PGH Wusterwitz zu Malern ausbilden. Zur Arbeit fuhren sie vom elterlichen Haus in Radewege mit dem Fahrrad. Später trennten sich die beruflichen Wege. Wilhelm Pribbernow wechselte als Betriebshandwerker zur LPG Weseram. Außerdem zog er der Liebe wegen nach Ketzür. Bruder Paul wohnte mit seiner Frau Regina 20 Jahre in Brielow zur Miete, bevor er das Elternhaus in Radewege übernahm. Am Küchentisch entstehen bis heute alle Zeichnungen, auf denen uns immer wieder gern der Spiegel vorgehalten wird. Einige von ihnen sind in Radewege ausgestellt. Die Kirche ist in Abstimmung mit dem Förderverein „Kirchdach“ jeden Sonnabend und Sonntag von 16 bis 17 Uhr geöffnet. Mindestens ein Zwilling ist immer dabei.

Von Frank Bürstenbinder

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