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Manche mögen’s heiß: Klassiker im Theater

Brandenburg an der Havel Manche mögen’s heiß: Klassiker im Theater

Man sagt, mit einer Operette oder einem Musical bekäme man die Leute ins Theater. Das ist nicht unwahr, jedenfalls dem Grundsatz nach. Doch in Brandenburg sieht es etwas anders aus. Das Musical „Sugar - Manche mögen’s heiß“ mit der Musik von Jule Styne ist zwar überall ein Publikumsrenner, in Brandenburg jedoch nicht.

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Szene aus „Manche mögen’s heiß am Brandenburger Theater.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Brandenburg/H. Man sagt, mit einer Operette oder einem Musical bekäme man die Leute ins Theater. Das ist nicht unwahr, jedenfalls dem Grundsatz nach. Doch in Brandenburg an der Havel sieht es etwas anders aus. Als unlängst das Staatstheater Cottbus im Rahmen des Theaterverbundes mit seiner Inszenierung der schmissigen Berliner Operette „Wie einst im Mai“ von Walter Kollo in die Havelstadt kam, war in der ersten Vorstellung das Große Haus des Brandenburger Theaters nur spärlich gefüllt. Am vergangenen Samstag fast das gleiche Bild. Das Musical „Sugar – Manche mögen’s heiß“ mit der Musik von Jule Styne ist zwar überall ein Publikumsrenner, in Brandenburg jedoch nicht. Hier wird solch ein Angebot zu wenig mit einem Besuch gewürdigt. Schade!

Natürlich, wer dieses Musical inszeniert, muss immerhin gegen Billy Wilder, Marilyn Monroe, Tony Curtis und Jack Lemmon antreten, deren Film „Some Like It Hot“ von 1959 wohl viele Zuschauer in ihrem Kopfkino abschnurren lassen. Das Staatstheater Cottbus kann das Wagnis aber eingehen, das Stück aufzuführen, denn es wartet mit wunderbar gewandten Sängerinnen und Sängern, die auch im Musicalfach zu Hause sind, eleganten Tänzerinnen und Tänzern (Choreografie: Dirk Neumann) sowie spielfreudigen Choristen (Einstudierung: Christian Georgi) auf. Der Musicalerfahrene Regisseur Klaus Seiffert widerstand von Anfang an der Versuchung, den Film zu adaptieren, hat aber auch die Geschichte in die Zeit um 1930 angesiedelt. Er fand weitgehend eine eigene Bühnensprache, eine eigene Poesie und gab dem Publikum ordentlich Zucker. Alles andere wäre wohl kaum akzeptabel gewesen.

Aufführung im Brandenburger Theater

Aufführung im Brandenburger Theater.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Wollte man diesem Abend gerecht werden, so muss man zunächst das Philharmonische Orchester Cottbus loben. Zwar ist die Instrumentation etwas dick geraten, doch der Klangkörper swingt unter der Leitung von Ivo Hentschel mit viel Schwung, als hätten sich die Musiker das schon immer gewünscht. Hervorragend ist das Bühnenbild von Barbara Krott, das geschickt mit der Illusion der fantasievollen Kulissen spielt und dabei deutlich macht: Es ist Theater, nicht Kino, das man hier sieht.

Die Darstellerinnen und Darsteller schließlich, schön eingekleidet in die Kostüme, ebenfalls von Barbara Krott entworfen, haben den allergrößten Spaß an dem Unternehmen „Sugar“. Allen voran die arbeitslosen Musiker Joe und Jerry, die sich als Josephine und Daphne verkleidet in ein Damenorchester flüchten, um den Geldsorgen und der Rachsucht schießwütiger Ganoven aus Chicago zu entkommen. Wie Hardy Brachmann als Joe alias Josephine und Heiko Walther als Jerry alias Daphne ihre Travestie-Parts spielen und singen, das war warmherzig, berührend und gute Laune verbreitend. Debra Stanley in der Titelrolle der naiven, jedoch liebenswerten Sängerin Sugar, die auf den Mann für’s Leben hofft und bislang noch jedes Mal bei einem Saxophonisten gelandet ist, der mehr sich selbst als dem bezaubernden Mädchen etwas Gutes zu tun bereit war. Hier wird eine Geschichte von kleinen Leuten und ihren großen Träumen erzählt. Nicht weniger gut (und ebenso komisch) sind Carola Fischer als stressige und strenge Chefin des Damenorchesters Sweet Sue, Dirk Kleinke als aufgeregter Manager Bienstock, der stimmgewaltige Andreas Jäpel als heiratswütiger Millionär Osgood Fielding, den auch das Bekenntnis von Daphne-Jerry, ein Mann zu sein, nicht stoppen kann: „Niemand ist vollkommen!“

Das Publikum wurde von Sugar sowie ihren Verehrern gut unterhalten und spendete langanhaltenden Beifall.

Von Klaus Büstrin

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