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Mangas und Comics: Mit dem Bleistift zum Sieg

Brandenburg an der Havel Mangas und Comics: Mit dem Bleistift zum Sieg

Ob Manga oder Comic: Beim Zeichenwettbewerb können die Brandenburger Kinder und Jugendliche zeigen, was in ihnen steckt. Und das ist allerhand. Einige Werke wirken wie aus professionellen Zeichenstudios. Ihre Talente wollte die Stadtteilbibliothek Hohenstücken nicht unbeachtet lassen.

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Nele Düring und Kim Tuyen Truong konnten die Jury mit ihren Werken überzeugen: Sie haben gewonnen.

Quelle: Annika Jensen

Brandenburg/H. Ganz feine Linien, schier unendlich viele Details und selbst die Schatten wirken wie aus einem professionellen Zeichenstudio. Wie eines, das für die großen Filme produziert und für die erfolgreichen Mangabücher. Die Bilder und Zeichnungen, die Ende vergangener Woche in der Stadtteilbibliothek hängen sind nicht nur irre gut. Sie sind auch von lokalen Künstlern gefertigt. Kinder und Jugendliche waren aufgefordert, Manga- und Comicfiguren zu malen oder zu zeichnen und sie bei Nadin Sternberg in der Stadtteilbibliothek in Hohenstücken einzureichen. Drei Monate hatten die Nachwuchskünstler im Alter zwischen Null und 25 Jahren Zeit. 30 Einsendungen sind bei Sternberg und ihrer Jury eingetrudelt. Die bestand aus fünf Jugendlichen ihrer Bibliotheks-AG, Schüler der siebten bis zehnte Klasse von der Otto-Tschirch-Oberschule, sowie einer Nutzerin der Bibliothek, die eigentlich selbst zeichnen wollte, dann aber doch vor der Konkurrenz zurückschreckte.

„Wir machen das jetzt das vierte Jahr in Folge und von Mal zu Mal bekommen wir mehr Wettbewerbsbeiträge“, sagt Cornelia Stabrodt, Direktorin der Fouqué-Bibliothek. Im vergangenen Jahr waren es noch 21. „Es spricht sich rum“, ergänzt Sternberg. „Einige Teilnehmer aus dem letzten Jahr haben wieder mitgemacht, einige haben ihren Freunden bescheid gegeben und die haben auch mitgemacht.“

Und so ist der Raum gut gefüllt und die Spannung groß. Einige der Beiträge sind auf eine Magnetwand gepinnt. Stets sind es Kopien. Die Originale dürften die Künstler natürlich wieder mit nach Hause nehmen. Über den Bildern ist eine aufrollbare Leinwand ein Stück heruntergelassen. Die Bibliotheksmitarbeiterin und Moderatorin des Nachmittages, Tina Nimz, spannt die Anwesenden nicht allzu lange auf die Folter und sagt: „Nun wollen wir aber auch enthüllen, wer die ersten Plätze belegt hat. Die Beiträge haben wir hinter der Leinwand aufgehängt.“ Als sie sie hoch rollt, bleibt es recht still. Doch die Gewinner erkennen ihre Werke natürlich schnell und lächeln begeistert.

Es gibt drei erste Plätze. Eingeteilt hat die Jury in die Altersgruppen von null bis zehn, von elf bis 14 und von 15 bis 25 Jahre. Die Siegerin in der letzten Altersgruppe, Sara Daniel (21), ist nicht anwesend. Doch Kim Tuyen Truong (13) und Nele Düring (10) können sich ihre Urkunde und einen Gutschein von der Wichern-Buchhandlung bei Tina Nimz abholen. Kim hat eine Mangafigur nur mit Bleistift und frei Hand gezeichnet, ohne irgendwo abzuzeichnen. „Ich habe mir nichts dabei gedacht“, sagt sie. „Ich habe einfach drauf los gezeichnet.“ Eine Stunde saß sie an ihrem Werk. Ihre Fähigkeiten hat sie sich, wie alle der teilnehmenden Nachwuchskünstler, selbst beigebracht. „Ich habe mich viel von den Animeserien im Fernsehen inspirieren lassen.“

Dass es ausgerechnet ein Manga- und Comiczeichenwettbewerb ist, hat seinen Grund. „Manga und Comics sind immer noch der Renner in der Bibliothek“, sagt Cornelia Stabroth. „Wir beobachten die Kinder immer wieder, wie sie auch hier in der Bibliothek zeichnen. Daraus resultierte dann die Idee zu dem Wettbewerb.“ Sie seien keine Kunstpädagogen. „Wir beobachten nur sehr aufmerksam die Interessen unserer Leser.“ Zwar habe es Einsendungen aus dem gesamten Brandenburger Stadtgebiet gegeben. „Aber der Großteil der Teilnehmer kommt aus Hohenstücken. Da finde ich, dass solche Talente gefördert werden sollten. Auch deswegen machen wir den Wettbewerb.“

Von Annika Jensen

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