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Mann halb tot gefahren: Bewährungsstrafe

Brandenburg an der Havel Mann halb tot gefahren: Bewährungsstrafe

Für den unfallflüchtigen Brandenburger, der sein Opfer halb tot am Straßenrand hatte liegen lassen, ist der Strafprozess besser ausgegangen als nach der ersten Instanz gedacht. Er muss doch nicht ins Gefängnis. Denn die Berufungsinstanz bewahrte ihn vor einem Leben hinter Gittern.

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Quelle: dpa

Brandenburg/Havel. Für den unfallflüchtigen Brandenburger, der sein Opfer halb tot am Straßenrand hatte liegen lassen, ist der Strafprozess besser ausgegangen als nach der ersten Instanz gedacht. Nun muss der 26 Jahre alte Mann doch nicht ins Gefängnis. Denn die Berufungsinstanz bewahrte ihn vor einem Leben hinter Gittern. Sie sprach eine Freiheitsstrafe zur Bewährung aus.

Am 15. Februar dieses Jahres hatte das Amtsgerichts Brandenburg in an der Havel Ronny S. Unfallflucht und unterlassener Hilfeleistung zu anderthalb Jahren Gefängnis ohne Bewährung verurteilt. Maßgeblich für die relativ strenge Bestrafung war seinerzeit, dass der 26-Jährige den Tod des Fußgängers, den er überfahren hatte, billigend in Kauf genommen habe.

Fahrer war angetrunken

Der junge BMW-Fahrer war in der Unfallnacht am 8. November 2015 auf dem Zentrumsring mit etwas Alkohol im Blut unterwegs gewesen, wo ihm der betrunkene Passant vors Auto lief. Den Unfall konnte er womöglich nicht vermeiden. Wohl aber hätte er anhalten und sich um den Schwerverletzten kümmern müssen, der das Unglück nur knapp überlebte.

Im Landgericht Potsdam blieb es bei dem Schuldspruch des Brandenburger Amtsgerichts und dem Strafmaß von 18 Monaten. Doch die verbüßt der Unfallfahrer nun mit zweijähriger Bewährungszeit in Freiheit. Zur Schadenswiedergutmachung muss er zudem 1000 Euro an sein Opfer zahlen.

Verurteilung als Warnung

Die Potsdamer Berufungskammer äußerte sich nach den Worten von Gerichtssprecherin Sabine Dießelhorst überzeugt davon, dass Ronny S. die Verurteilung als Warnung versteht und künftig auch ohne Gefängnisaufenthalt straffrei leben wird.

Die Potsdamer Richter hielten ihm zugute, dass er weder vor noch nach der Unfallflucht strafrechtlich in Erscheinung getreten ist und er ein sozial integriertes Leben mit einer günstigen Sozialprognose führt. Für ihn sprach den Angaben zufolge außerdem, dass er seine Bereitschaft signalisiert hatte, Schadenswiedergutmachung zu leisten.

Auf seinen Führerschein, den er wegen der Unfallflucht eingebüßt hatte, muss der Brandenburger nach dem jüngsten Urteil für mindestens weitere sechs Monate verzichten.

Von Jürgen Lauterbach

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