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Mann soll eigene Tochter (9) vergewaltigt haben

Prozess in Potsdam Mann soll eigene Tochter (9) vergewaltigt haben

Seit Mittwoch muss sich ein 37 Jahre alter Spätaussiedler aus Kasachstan vor der Jugendstrafkammer des Landgerichts Potsdam verantworten. Staatsanwalt Peter Petersen wirft ihm vor, im Sommer 2012 seine damals neun Jahre alte Tochter Anna (Namen geändert) unsittlich berührt und in einem Fall sogar vergewaltigt zu haben. Der Angeklagte bestreitet die Taten.

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Quelle: dpa

Brandenburg an der Havel. Hans G. hatte im Jahr 2001 auf jeden Fall einmal Sex mit einer Minderjährigen, nämlich mit Annas Mutter. Die war erst 13, als er sie schwängerte, ein Verbrechen, das die Familie geheim hielt und das daher nie be straft wurde.

Der Arbeiter Hans G. aus Hohenstücken lebt seit gut 15 Jahren in Brandenburg. Anfang 2001 lernte der damals 23 Jahre alte Mann Angela R. (13) kennen. Beide schliefen miteinander, neun Monate später kam Anna auf die Welt.

Leibliche Mutter total überfordert

Die sehr junge leibliche Mutter war mit ihrer neuen Rolle offenkundig überfordert. Sie kümmert sich bis heute nicht um das kleine Mädchen, überließ deren Erziehung den eigenen Eltern, also Annas Großeltern.

Wie ihr eigenes Kind zogen Oma und Opa die heute 13 Jahre alte Sonderschülerin auf. Doch auch der Kindesvater kümmerte sich um Anna, genoss das Vertrauen der Großeltern, war mit seiner Tochter an fast jedem Wochenende unterwegs und zahlt von seinem Lohn auch Unterhalt.

Der vorsitzende Richter Jörg Tiemann wunderte sich, warum die Großeltern diesen Kontakt von Hans G. duldeten, der doch das eigene minderjährige Kind einst geschwängert hatte. Tiemann fragte die Großmutter als Zeugin vor Gericht, warum sie den Mann damals wegen des Verbrechens nicht bei der Polizei angezeigt habe „Meine Tochter hat mich inständig gebeten, ihn nicht anzuzeigen“, antwortete Beate R. (68) und fügte hinzu: „Meine Tochter hat immer wieder betont, dass sie den Sex mit Hans doch auch wollte.“

Schwere Vorwürfe gegen den Vater

Am 8. Juli 2012 fiel die Großmutter nach eigenen Angaben „aus allen Wolken“. An dem Tag hatte sich die in ihrer Entwicklung zurückgebliebene Anna dem Großvater geöffnet, ihm und später auch der Großmutter erzählt, was geschehen war. Nämlich, dass ihr Vater sie in seiner damaligen Wohnung in der Fohrder Landstraße, „in dem schmutzigen dunklen Zimmer mit der dreckigen Couch“ an ihren Geschlechtsteilen berührt habe, nachdem sie sich auskleiden musste. Und dass der Vater an einem anderen Tag dort nach dem gemeinsamen Marienbad-Besuch sein Geschlechtsteil in sie eingeführt habe.

Das Kind habe unter den Taten sehr gelitten, berichtet Großmutter Beate R., die ihren Fast-Schwiegersohn anzeigte. Anna, die ihren Vater gleichwohl immer noch liebe, habe Weinkrämpfe und Alpträume bekommen, konnte vor Angst nicht allein bleiben.

Am Mittwoch musste sie knapp drei Jahre nach dem Geschehen vor Gericht aussagen. Denn ihr Vater bestreitet die Vorwürfe. Der Prozess geht nächste Woche weiter.

Von Jürgen Lauterbach

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