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Marode Mauern müssen abgetragen werden

Reckahn Marode Mauern müssen abgetragen werden

Rund 80 Prozent des Mauerwerks müssen am neuen Großbauprojekt der Gemeinde Kloster Lehnin in Reckahn abgetragen und wieder aufgebaut werden. Der Bauzustand des um 1723 entstandenen Gebäudes ist so marode, dass ein Großteil der Substanz nicht zu retten ist.

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Architekt Egon Behrens aus Potsdam erhielt mit seinem Büro den Zuschlag für die Sanierung des Renaissance-Hauses in Reckahn.

Quelle: privat

Reckahn. Das kam für die Zuhörer dann doch überraschend: 80 Prozent des Mauerwerks müssen am neuen Großbauprojekt der Gemeinde Kloster Lehnin in Reckahn abgetragen und wieder aufgebaut werden. Das teilte Architekt Egon Behrens am Donnerstagabend auf einer Einwohnerversammlung im Schloss mit. Behrens erhielt mit seinem Potsdamer Büro den Zuschlag zur Sanierung des Renaissance-Baus, auch Altes Herrenhaus genannt.

Der Bauzustand des um 1723 entstandenen Gebäudes ist so marode, dass ein Großteil der Substanz nicht zu retten ist. Die Mauern werden größtenteils neu hochgezogen. „Würde noch zwei Jahre gewartet“, wäre das Gebäude nur noch abzureißen, so Behrens und nannte Schwammbefall als einen der Gründe. Das überputzte Fachwerk sei hochgradig geschädigt.

Deutlich sind die Spuren des Verfalls an dem seit Jahrzehnten leer stehenden Gebäude zu sehen

Deutlich sind die Spuren des Verfalls an dem seit Jahrzehnten leer stehenden Gebäude zu sehen. 2017 und 2018 soll es saniert werden für 2,5 Millionen Euro. Die Summe stammt vom Bund und der Gemeinde Kloster Lehnin.

Quelle: Marion von Imhoff

Bekanntlich soll das zum Schloss-Ensemble gehörende Renaissance-Haus für 2,5 Millionen Euro bis Ende 2018 in ein Konferenz- und Gemeindezentrum umgewandelt werden. 1,125 Millionen kommen vom Bund, den größeren Anteil mit 1,4 Millionen trägt die Gemeinde. „Das sind mehr Eigenmittel als die Gemeinde im Jahr an Investitionen aufnimmt“, sagte Bürgermeister Uwe Brückner (SPD). Eigentümer ist die Stiftung Der Kinderfreund. Die Gemeinde managt den Bau und erhält Nutzungsrecht.

Angesichts des maroden Zustandes kamen Zweifel bei Zuhörern auf, ob die Summe reichen werde. „Das ist ja Geld-Verbrennen“, wetterte ein Reckahner. Die überwiegende Zahl der Anwesenden begrüßte die Sanierungspläne, die mit dem Denkmalschutzamt abgestimmt werden. „Wir wissen nicht, was uns in der Bauphase erwartet“, sagte Brückner. „Wir haben als Gemeinde keine Möglichkeit, die Summe aufzustocken. Wird es teurer, muss man eine Lösung finden. Die Alternative wäre, es sein zu lassen.

Hätten wir die Förderung nicht bekommen, wäre das Haus nicht zu erhalten.“ Die Rettung des Baus aber sei man dem kulturhistorisch wertvollen Standort schuldig. Bauamtsleiterin Angela Böttge betonte, sollte sich eine Kostensteigerung zeigen, sei an anderer Stelle, etwa beim Standard, eine Reduzierung möglich. Entstehen sollen 22 Gästezimmer, Speisesaal, Bibliothek, Konferenzräume und Küche. Geplant ist die Teilunterkellerung für Jugend- und Technikräume und ein Fahrstuhl.

Der imposante Giebel des Renaissance-Baus am Reckahner Schloss

Der imposante Giebel des Renaissance-Baus am Reckahner Schloss.

Quelle: Marion von Imhoff

Von Marion von Imhoff

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