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Brandenburg/Havel Marzahner Ginkgos vergoldet
Lokales Brandenburg/Havel Marzahner Ginkgos vergoldet
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15:58 22.08.2017
Edwin Pekrul gehört mit seinen Ginkgo-Bäumen zu den erfolgreichsten Einzelausstellern auf der Internationalen Gartenschau. Quelle: Frank Bürstenbinder
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Marzahne

Zwei Mal Gold, fünf Mal Silber und ein Mal Bronze. Obwohl Edwin Pekrul nur 20 Quadratmeter Ausstellungsfläche belegt, räumte der Marzahner bei der Internationalen Gartenausstellung (IGA) in Berlin richtig ab. Mit dem Medaillenregen würdigte die Preiskommission des Zentralverbandes Gartenbau mehrere wohlgeratene Ginkgobäume, die der Marzahner am vergangenen Wochenende in der IGA-Blumenhalle als Kübelgewächse arrangiert hat. Darunter Bonsaiformen und zwergwüchsige Ginkgos, die auch kleine Vorgärten schmücken können.

Gewächs aus uralten Zeiten

Die IGA Berlin hat ihren Standort in Marzahn-Hellersdorf. Die Blumenhalle ist täglich von 9 bis 19.30 Uhr geöffnet. Die IGA geht noch bis zum 15. Oktober.

Der Ginkgo-Baum war bis vor 30 Millionen Jahren auch in Europa heimisch. Doch die Eiszeiten überlebte er nur in Südchina. Um 1730 kam er nach Europa zurück.

Als Zeichen der Hoffnung machte sich der Ginkgo einen Namen. Nach dem Atombombenabwurf auf Hiroshima 1945 trieb der Ginkgo 1946 wieder aus.

„Ich bin sehr zufrieden mit dem Abschneiden in Berlin. Es gibt ja nur ganz wenige Leute, die sich mit der Veredlung von Ginkgos beschäftigen“, sagte Pekrul der MAZ. Der Gartenbauingenieur ist längst Rentner. Aber vor etwa fünf Jahren entdeckte er den Reiz des ältesten Baums der Erde für sich als Hobby. Aus Belgien kauft Pekrul Sämlinge, die wegen ihrer Form an Nüsse erinnern. Die Sämlinge werden im ersten Jahr gut 15 Zentimeter hoch. Im zweiten Jahr bringen es die Baby-Ginkgos unter guten Bedingungen bis auf 30 oder 40 Zentimeter. Dann ist es für den Züchter Zeit zur Veredlung, für die es je nach Stärke der Reiser unterschiedliche Methoden gibt. Für den Hausgebrauch bevorzugt Pekrul Sorten, die dem Normalverbraucher im Hausgarten nicht über den Kopf wachsen.

Es gibt natürlich auch hochwachsende Arten. In Metropolen wie Tokio oder New York ist der Ginkgo wegen seiner Widerstandskraft gegen Schädlinge, Streusalz und Abgase ein beliebter Straßenbaum. Auch in der Stadt Brandenburg gibt es mit Ginkgos bepflanzte Straßenabschnitte. Doch Vorsicht, weibliche Exemplare verursachen wegen der gärenden Früchte starke Geruchsbelästigungen. „Ich ziehe daher nur männliche Ginkgos heran“, so der Fachmann aus Marzahne.

Blick in die Ginkgo-Ecke auf der Berliner IGA. Quelle: privat

Für die IGA in Berlin hat Pekrul seine Bäume in bunte Kübel gesetzt. Dazwischen stehen große Informationstafeln, auf denen Besuchern die spannende Geschichte des Ginkgos näher gebracht wird. Das Übergangsmodell vom Nadel- zum Laubbaum gab es schon, als noch die Dinosaurier die Herrscher der Erde waren. Noch bis zum 3. September können die Marzahner Ginkgos in der Blumenhalle bewundert werden, danach steht schon wieder ein Umbau an.

„An Ginkgos fasziniert mich ihre lange Vergangenheit, das knallgelbe Laub im Herbst und ihre Widerstandsfähigkeit“, sagt Edwin Pekrul. Für den Besitzer sind sie relativ pflegeleicht. Eine kleinwüchsige und attraktive Sorte ist„Mariken“. Diese holländische Züchtung wird nur etwa 1,50 Meter hoch. Weil schon beim ersten Frost alle Blätter gleichzeitig abfallen, muss das Laub nur einmal geharkt werden.

Zwei Wochen lang sind die Ginkgos aus Marzahne in Berlin zu sehen. Quelle: privat

In Deutschland hat Johann Wolfgang von Goethe den Ginkgo-Baum berühmt gemacht. 1815 inspirierte ihn ein im Schlosspark zu Heidelberg stehender Exot zu seinem berühmten Gedicht „Ginkgo biloba“ . Für Edwin Pekrul bedeutet der tausendjährige Baum erneut Ruhm und Ehre bei einer der wichtigsten Gartenausstellungen. Einen Namen hat sich der Marzahner bereits in der Vergangenheit als Bonsai-Züchter gemacht. Vor allem einheimische Gehölze werden zu Miniaturausgaben geformt, die ihm schon zahlreiche Preise einbrachten.

Von Frank Bürstenbinder

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