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Maschinenbauer Kark schließt Werk in Brielow

25 Jobs gehen verloren Maschinenbauer Kark schließt Werk in Brielow

Drei Jahre nach einer glimpflich überstandenen Insolvenz droht dem Brielower Werk des Maschinenbauers Kark das endgültige Aus. Alle Mitarbeiter haben die Kündigung erhalten, einen Sozialplan gibt es nicht. Jetzt ziehen die Arbeitnehmer vor Gericht.

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Das Brielower Werk des Maschinenbauers Kark im Buchenweg.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Brielow. „Die Stimmung ist ganz unten. Hier wird eiskalt ein Schlussstrich gezogen.“ So beschreibt ein Mitarbeiter die Lage im Brielower Werk des Maschinenbauers Kark. Die Belegschaft ist geschockt: Zum Jahresende will das in Hamburg ansässige Unternehmen den seit 1995 existierenden Standort im Buchenweg dicht machen. Das gesamte Personal verliert seinen Job und die Region Brandenburg weitere Industriearbeitsplätze. Der Gemeinderat von Beetzsee wurde hinter verschlossenen Türen über die Entwicklung in Brielow informiert. Da waren die Kündigungen längst ausgesprochen.

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„Für die Betroffenen ist die angekündigte Schließung schlimm. Viele von ihnen haben die 50 überschritten. Es gibt nicht mal ansatzweise einen Sozialplan“, berichtet der Brandenburger Anwalt Simon Daniel Schmedes. Der Jurist vertritt alle 25 gekündigten Arbeitnehmer im arbeitsgerichtlichen Verfahren. Am Donnerstag stehen die ersten beiden Güteverhandlungen vor dem Brandenburger Arbeitsgericht an. Schmedes vertritt die Auffassung, dass die Arbeitsverhältnisse durch die Kark GmbH nicht wirksam beendet worden sind. Weder seien die Ansprüche älterer Mitarbeiter auf ordentliche Kündigungen berücksichtigt worden, noch habe man sich an die im Kündigungsschutzgesetz benannte Entlassungssperre gehalten, so Schmedes. Für den Anwalt ist die von Geschäftsführer Mario Wipprecht angekündigte Standortschließung mit vielen offenen Fragen verbunden.

Hoffnungsträger von einst

Den Grundstein für den mittelständischen Maschinenbauer legte 1945 Hugo Kark, der bei Hamburg eine kleine Metallwerkstatt eröffnete. Beim Brielower Ableger von Kark handelt es sich um ein nach der Wende aus dem Brandenburger Elektrostahlwerk (Blockarmaturenwerkstatt) ausgegründetes Unternehmen.

Der Firmenneubau von 1995 blieb die einzige Ansiedlung im Gewerbegebiet Brielow-Süd, mit dem einst große Hoffnungen verbunden waren. Inzwischen ist das Areal umgewidmet und als Wohngebiet (Blumenviertel) bekannt. 2000 förderte das Land Brandenburg die Erweiterung der Maschinenfabrik im Buchenweg mit rund 850 000 Euro.

 

Für Außenstehende mag das Aus für das Brielower Werk überraschend kommen. Eingeweihten schwante der Niedergang des Standortes schon lange. Nach der Trennung vom letzten Betriebsleiter war dieser nicht mehr ersetzt worden. Schrittweise wurde die Zahl der Arbeitsplätze reduziert. „Wir hatten zu tun. Aber es gab keine Entwicklung nach vorn“, berichten Mitarbeiter.

Und die wird es wohl auch nicht mehr geben. Die Kark GmbH will sich mit der Produktion komplett auf ihr Werk in Hamburg konzentrieren, wo auch die Ursprünge des mittelständischen Unternehmens liegen. Angeblich hätten sich die wirtschaftlichen Erwartungen in Brielow nicht erfüllt. Insbesondere bei Lohnaufträgen sei die Konkurrenz groß. Marktgerechte Preise seien nur mit Rationalisierungsmaßnahmen zu erreichen, heißt es aus der Chefetage.

Das Brielower Werk, in dem Ausrüstungen für die metallurgische Industrie, aber auch für andere Industriesparten hergestellt werden, ist eine eigenständige GmbH. Vor drei Jahren geriet der Betrieb wie die Hamburger Schwesterfirma in den Insolvenzstrudel der Hamburger Kark AG. Damals war der Versuch gescheitert, sich mit präzisionsstrukturierten Zuschnitten aus transparenten Kunststoffen („Prismaplex“) ein neues Standbein aufzubauen. Als Retter in der Not erwies sich 2012 Johannes Buch, Geschäftsführer der Karl Buch Walzengießerei im nordrhein-westfälischen Siegen. Sein Einstieg bei Kark machte den Weg für eine Sanierung frei. Für Brielow prophezeite Buch damals: „Der Standort bleibt im vollen Umfang erhalten. Was in Brielow gebaut wird, ergänzt unsere Produktpalette.“ Davon ist Ende 2015 keine Rede mehr.

Von Frank Bürstenbinder

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