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Brandenburg/Havel Maßregelpatient auf der Flucht – Keine Spur von David S.
Lokales Brandenburg/Havel Maßregelpatient auf der Flucht – Keine Spur von David S.
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14:05 28.07.2018
Am Donnerstagnachmittag suchte die Polizei den entflohenen David S. im Brandenburger Stadtgebiet. Quelle: Ruediger Boehme
Brandenburg/H

Der aus einem Maßregelvollzug verschwundene David S. ist weiterhin auf der Flucht. Dies teilte ein Sprecher der Polizei Brandenburg am Freitagmorgen mit. Die Fahndung nach dem 27-jährigen Patienten soll auch am Freitag fortgesetzt werden. Es werde nicht nachgelassen, sagte der Sprecher weiter. Jedoch lägen der Polizei momentan keine genauen Anhaltspunkte vor, wo sich der Mann aufhalten könnte, hieß es weiter. Angaben zu beteiligten Beamten wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht machen.

Mantrailer sucht nach David S.

Über der Havelstadt kreiste am Donnerstagnachmittag ein Polizeihubschrauber und flog systematisch das Stadtgebiet ab. Am Neustädtischen Markt und in der Altstadt gab es verstärkten Polizeieinsatz, am Hauptbahnhof soll ein abfahrbereiter Zug durchsucht worden sein. Insgesamt waren an der Fahndung rund 30 Beamte aus Brandenburg beteiligt. Auch Ermittler aus Berlin, von der Bundespolizei sowie der Kriminalpolizei unterstützten die Suche.

Erst am späten Nachmittag drehte der Polizeihubschrauber ab. Dafür wurde ein speziell ausgebildeter Fährtenhund der Berliner Polizei eingesetzt, ein so genannter Mantrailer, der auch kleinste Spuren verfolgen kann.

Entflohener ist der Zug-Entführer von Nauen

Zunächst wollte Polizeisprecher Daniel Keip die Suchmaßnahmen nur bestätigen, verwies für weitere Informationen aber auf das zuständige Gesundheitsministerium in Potsdam. „Noch gibt es keinen Anlass für eine große Öffentlichkeitsfahndung“, sagte Keip am frühen Nachmittag.

Am Donnerstagnachmittag ist der Maßregelpatient David S. bei einem begleiteten Ausgang entkommen. Mit Hubschrauber und Fährtenhund hat die Polizei Brandenburg/Havel nach ihm gesucht.

Sechs Stunden nach Beginn der Flucht bestätigte die Polizei dann Informationen der MAZ, nach denen es sich bei dem Flüchtigen um David S. handelt. Also den jungen Mann, der Ende November 2014 bei einer Fahrkartenkontrolle im ICE nahe dem havelländischen Nauen durchgedreht ist, eine Schreckschusspistole zog und um sich schoss.

Er wurde überwältigt und der Schaffner zog die Notbremse. Er wurde schließlich wegen Terrorismusverdachts angeklagt und es wurde vor dem Berliner Landgericht verhandelt. Dann erfolgte die Unterbringung in der Psychiatrie.

Der Tatort-ICE in Nauen Quelle: Andreas Kaatz

Öffentliche Fahndung nach David S.

Die Polizei gibt derweil auch ein Bild des Entwichenen David S. zur Veröffentlichung frei. „Die Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe und Hinweise, bei der Suche nach einem 27-jährigen Insassen des Brandenburger Maßregelvollzuges.

Um 12.25 Uhr ging bei der Brandenburger Polizei die Meldung des Maßregelvollzugs ein, dass der 27-jährige während eines begleiteten Ausgangs im Bereich der Brandenburger Innenstadt (Sankt-Annen-Straße) entwichen ist“, sagt Polizeisprecher Heiko Schmidt. Die Polizei habe umfangreiche Suchmaßnahmen mit mehreren Streifenwagen, Kräften der Bereitschaftspolizei sowie einem Polizeihubschrauber und einem Suchhund eingeleitet.

Außerdem seien die Verkehrsbetriebe verständigt worden. Die Bundespolizei führe am Bahnhof in Brandenburg ebenfalls Suchmaßnahmen nach dem Mann durch.

Schon früh fand die Polizei den grünkariert-bunten Rucksack des Mannes, ein idealer Spurenträger. Mit Fährtenhund begann die Suche am Katharinenkirchplatz, über die kleine Gasse zur Steinstraße, von dort retour und zum Neustädtischen Markt, wo auch am frühen Nachmittag die Polizei noch ohne Hund nach dem Mann gesucht hat. Angaben über den Inhalt des Rucksacks oder, ob es mögliche Hinweise auf den Aufenthaltsort des Gesuchten gebe, machte die Polizei zunächst nicht.

Auch mit Fährtenhunden der Berliner Polizei wurde nach dem Flüchtigen aus dem Maßregelvollzug in der Innenstadt gesucht. Quelle: Ruediger Boehme

Wie gefährlich ist David S.?

Polizisten gingen derweil in verschiedene öffentliche Gebäude, fragen Mitarbeiter nach möglichen Ausgängen und beschreiben den Gesuchten grob: Er trage ein rotes T-Shirt, eine kurze weiße Hose und blaue Schuhe. Er führt eine schwarze Bauchtasche mit sich.

Er ist laut der Personenbeschreibung, die an Bus- und Straßenbahnfahrer ausgegeben wurde, 27 Jahre alt, 1,86 Meter groß und etwa 70 Kilogramm schwer. Er trägt einen Kinn- und Oberlippenbart.

Polizeisprecher Schmidt gibt auch eine Einschätzung zur Gefährlichkeit des Mannes: „Die bisherigen Ermittlungen ergaben keine Hinweise auf eine konkrete beziehungsweise unmittelbar bevorstehende Gefährdung durch den Mann jedoch kann eine Fremdgefährdung im Sinne von Kurzschlusshandlungen nicht ausgeschlossen werden.“

Weil keine konkrete Gefährdung von David S. ausgehe, gab es wohl auch keinen so genannten Gefährdungszettel, der in der Patientenakte deponiert ist und sofort für Such- und Fahndungsmaßnahmen aktiviert werden kann. Deshalb soll auch die Personenbeschreibung mit einiger Verzögerung herausgegeben worden sein, ist zu hören.

Von André Wirsing

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