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Brandenburg/Havel Mehr Landeskinder für Medizin-Uni gefordert
Lokales Brandenburg/Havel Mehr Landeskinder für Medizin-Uni gefordert
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18:22 28.05.2018
Steffen Scheller (3.v.r.) mit Unterstützern des Hochschulstandortes der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB) in Brandenburg/Havel, will die MHB stärker in Brandenburg/H. verankern. Quelle: Norman Giese
Brandenburg/H

Die Medizinische Hochschule Brandenburg (MHB) ist längst in Brandenburg an der Havel angekommen, auch wenn man in der Öffentlichkeit davon wenig spürt. Fast hundert Studenten bereiten sich hier auf ihre Zukunft als Ärzte vor.

Knapp fünfzig von ihnen sind für ihren zweiten Studienabschnitt im April 2018 neu in die Stadt gekommen. Um das überhaupt zu spüren, wurde das seinerzeit wie eine zweite Immatrikulation gefeiert. Sie sind die zweite Generation der Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB), die von Neuruppin zum 5. Fachsemester in die Havelstadt wechseln.

Selbstbewussterer Auftritt der Stadt

Damit wird deutlich, wo für Oberbürgermeister Steffen Scheller (CDU) das Problem liegt: Trotz der von ihm als kollegial beschriebenen Zusammenarbeit in den Gremien der Hochschule habe sich bei Bürgern und Entscheidern außerhalb von Brandenburg die Meinung festgesetzt, die MHB gehöre nach Neuruppin.

In der Tat ist dort die MHB-Verwaltung tätig und mit dem Namenszusatz „Universitätsstadt“ trägt Neuruppin auf den Ortseingangsschildern kräftig auf. Steffen Scheller hat daher die MHB und das Klinikum aufgefordert, mehr zu tun, die Akzeptanz gegenüber der Hochschule in und außerhalb der Stadt Brandenburg zu erhören.

Glücksfall für die Stadt

Scheller: „Die MHB ist für uns ein Glücksfall. Aber wir müssen im Aufsichtsrat diskutieren, wie wir die MHB von der Außenwirksamkeit stärker in der Stadt Brandenburg verankern.“ Sein Vorschlag, auch der Brandenburger OB solle im Rahmen eines turnusmäßigen Wechsels das Aufsichtsgremium der MHB führen, stieß bei Mitgesellschaftern und beim OPR-Landrat Ralf Reinhardt auf Zustimmung.

Sorge vor Abwanderung

Um die Akzeptanz der Hochschule zu erhöhen, sei es wichtig, dass „hier vor allem auch Landeskinder studieren“, sagt Scheller weiter. Er beobachte mit Sorge, dass das Gros der neuen Studenten aus Bayern oder Baden-Württemberg stamme. Selbst wenn die Einrichtungen, die das Studium unterstützen, damit eine mehrjährige Anstellung an ihren Häusern verbinden, sei für ihn klar, was am Ende stehe: „Dann gehen die jungen Ärzte wieder zurück und übernehmen die Praxis ihrer Eltern irgendwo im Westen.“

Quote muss steigen

Natürlich sei der Notenspiegel wichtig und wer die Studiengebühren bezahle, sagt der OB. Doch es müsse ein Prozedere gefunden werden, dass garantiere, „dass die Quote derer, die von hier kommen und immatrikuliert werden, deutlich höher wird, als sie jetzt ist.“

Von Benno Rougk

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