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Brandenburg/Havel „Mein Luxus ist die Natur“
Lokales Brandenburg/Havel „Mein Luxus ist die Natur“
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17:52 20.07.2013
Ihr Lieblingsplatz: Viola Parker mit Kater Foxy auf der Holzbank vor dem ehemaligen Fachwerkstall. Quelle: Jaqueline Steiner
Gräben

Im Sommer ist der große Garten hinter dem kleinen Bauernhaus in Gräben ihr Wohnzimmer. Die Plätzchen neben dem Rosenbeet und unter dem großen Walnussbaum inspirieren Viola Parker zum Schreiben von Songs, Gedichten und Kurzgeschichten. Doch am liebsten sitzt sie auf der Holzbank vor dem alten Fachwerkstall, die sie sich mit dem zugelaufenen Kater Foxy teilt. Im Winter hält sie sich gern in der mit Korbsesseln möblierten Diele zur Küche auf, weil es dort schön mollig und gemütlich ist. In dem vermutlich mehr als 130 Jahre alten Bauernhaus, das sie von ihrer Großmutter Frieda geerbt hat, sind in den niedrigen Räumen die meisten Wände und Decken mit Holz verkleidet.

Die Sängerin stammt aus einer Handwerkerfamilie und lebt mit dieser Familientradition. Ihr Bruder Udo Perker führt die Tischlerei am Eingang des Dorfes in dritter Generation. Auch ihr vor drei Jahren verstorbener Vater Helmut und ihr Urgroßvater Karl Wendt waren Tischler. „Holz ist für mich etwas Lebendiges und Bleibendes“, sagt sie. „Es verändert seine Farbe und man hört es manchmal knacken.“ Viola Parker mag es gemütlich und einfach. „Ich brauche keinen Luxus, mein Luxus ist die Natur“, sagt sie, die gern im Garten werkelt, im Sommer in Gräbens Wäldern walkt und im Winter dem Skilanglauf frönt. Vor 13 Jahren ist sie zurückgekehrt.

Ihr Künstlername stammt aus ihrer Berliner Zeit. Parker statt Perker. „Es ist zwar nur ein Buchstabe verändert, aber es spricht sich besser“, erklärt sie. „Die Berliner, ob Behördenmitarbeiter oder Bürger, sprachen meinen Namen automatisch so.“ Die zierliche Frau wollte schon als Kind immer Sängerin werden, lernte ihrem Vater zuliebe aber etwas Bodenständiges – sie ließ sich zum Facharbeiter für EDV ausbilden und machte in Berlin einen Abschluss als Ökonom.

Bereits als Dreijährige war sie bei Familienfeiern, im Kindergarten und später in der Schule aufgetreten. Sie nahm Akkordeon- und Gesangsunterricht an der Brandenburger Musikschule und privat. Seit 15 Jahren unterrichtet sie selbst Kinder und Erwachsene in modernem Gesang. Dann wirkt sie in ihrem Musikzimmer, in dem sie zwei Lieblingsstücke hat: eine Biedermeier-Vitrine von Oma Frieda und ein rotes Samtsofa ihrer Urgroßmutter Emma.

Ihrem Dorf hatte sie in den 70er Jahren den Rücken gekehrt, um neben dem Studium die Ostberliner Musikszene kennen zu lernen. Viola Parker spielte damals in renommierten Gruppen und in der Benny-Barré-Show, mit der sie in den 80ern in der ganzen DDR auf Tournee war. Da hatte sie ihre Berufsausweise als Kapellensängerin und Gesangssolistin bereits in der Tasche. Mit Schlagern wie „Im Mantel der Nacht“ war sie etwa in von Heinz Quermann und Muck präsentieren Rundfunk- und Fernsehsendungen vertreten.

Dann kam die Wende. „Es brach alles weg, was ich mir beruflich aufgebaut hatte“, sagt sie. Ihr erging es wie anderen ehemaligen DDR-Künstlern. Sie versuchte in Berlin solistisch und mit verschiedenen Musikern zu arbeiten, war auf Kreuzfahrtschiffen von Spitzbergen bis Australien auf Tournee. „Langsam ging es wieder bergauf“, erzählt sie. Doch in der Großstadt sei der Musikmarkt überflutet gewesen.

Heute fährt Viola Parker im Berlin-Brandenburger Raum bis Magdeburg mehrgleisig und ist als Sängerin und DJane mit ihrer mobilen Diskothek unterwegs. Sie singt sowohl solo wie in einer Woche zum Plauer Fischerjakobi und am 8. September in der Göhlsdorfer Kirche als auch in der Band „Vio P.“, die es seit sieben Jahren gibt und die sich Balladen, Folk und Blues widmet. Dabei arbeitet sie meist mit dem Gitarristen Gerd Seffner aus Schmerwitz zusammen, den sie aus ihrer Berliner Zeit kennt. Beim nächsten Auftritt am 10. August im Rahmen der „Serenade unterm Sternenhimmel“ im Optikpark Rathenow ist auch Bassflötist Michael Heinen dabei. Ihr Lieblingstitel heiße „Melancholie“, verrät die keineswegs schwermütig wirkende Frau. „Ich kann von dem leben, was ich mache und das ist schon viel wert.“

Viola Parker, die in der Jury „Brandenburg sucht die schönste Stimme“ sitzt, gibt Gesangsunterricht, schreibt und komponiert eigene Songs für die Band. Sie verfasst Gedichte und Kurzgeschichten, gehört zur Fläminger Schreibwerkstatt, ist Mitglied im deutschen Textdichterverband. Ihre Kreativität schöpft sie aus der Natur und Ruhe in ihrem „Wohnzimmer“ in Gräben. In ihrem neuesten Gedicht träumt sie unterm Walnussbaum den endlosen Sommertraum.

Von Claudia Nack

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