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Metallbau Heidepriem mit neuem Chef

Thomas Hildebrandt wird Nachfolger Metallbau Heidepriem mit neuem Chef

Auf den Tag genau 23 Jahre nach seiner Unternehmensgründung übergibt Peter Heidepriem (58) den Firmenschlüssel am Freitag in jüngere Meisterhände. Thomas Hildebrandt (46) wird den Brandenburger Metallbaubetrieb vom 2. Januar 2016 an weiterführen. Leicht war der Übergang nicht.

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Thomas Hildebrandt übernimmt den Metallbaubetrieb von Peter Heidepriem.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Brandenburg/H. Auf den Tag genau 23 Jahre nach seiner Unternehmensgründung übergibt Peter Heidepriem (58) den Firmenschlüssel am Freitag in jüngere Meisterhände. Thomas Hildebrandt (46) wird den Metallbaubetrieb in der Meyerstraße vom 2. Januar 2016 an weiterführen.

Den weitesten Weg, den eine Arbeit von Peter Heidepriem zurückgelegt hat, führte nach Taiwan. Ein Folgeauftrag, nachdem der Metallbaumeister das Gestell für die Orgel, im Magdeburger Dom gefertigt hatte.

Gute Beziehungen und Referenzen sind wichtig für den Geschäftserfolg. Beziehungen führten auch Peter Heidepriem und Thomas Hildebrandt vor drei Jahren das erste Mal zusammen. Ein Segelfreund machte beide im Oktober 2012 miteinander bekannt.

Gute Beziehungen und Referenzen

Gleichwohl brauchte die Einigung, also das gute Ende, einige Zeit. Hildebrandt hatte seinen Sprung in die Selbstständigkeit nach ersten Gesprächen über die Betriebsübernahme zurückstellen müssen. Der Kauf ließ sich zunächst finanziell nicht darstellen.

Im zweiten Anlauf schweißten die Bürgschaftsbank, Heidepriems Hausbank und sein Steuerbüro die beiden Brandenburger zusammen und managten die Betriebsnachfolge. Die Chemie zwischen beiden stimmt. „Ich bin unheimlich zufrieden und froh, dass es bei Thomas Hildebrandt gut weitergehen wird“, versichert Peter Heidepriem. „Vertrauen ist mir wichtiger als die Kaufsumme.“

Jeder Fünfte will Betrieb bald übergeben

Zum 31. Oktober 2015 waren bei der Handwerkskammer (HWK) Potsdam 17 416 aktive Betriebe registriert. Sie hat die bundesweite Ergebnisse der Umfrage zur Betriebsnachfolge im Handwerk auf den eigenen Kammerbezirk runtergebrochen, berichtet HWK-Sprecherin Katja Wolf.

Nur 58 Prozent aller in die Handwerks- und Gewerberolle des Kammerbezirks Potsdam eingetragenen Inhaber sind jünger als 51 Jahre. Bei den zulassungspflichtigen Handwerken sind es nur 49 Prozent.

Jeder zwanzigste Inhaber befindet sich bereits im Rentenalter.

Ein Blick auf die Altersgruppe 56 Jahre und älter zeigt, dass in den nächsten 10 Jahren bei einem Viertel aller Einzelunternehmer eine Betriebsübergabe anstehen würde. Das sind allein für den Handwerkskammerbezirk Potsdam mehr als 2400 Betriebe.

19 Prozent derjenigen, die die Handwerkskammer Anfang 2015 befragt hat, planen in den nächsten Jahren ihren Betrieb zu übergeben, sieben Prozent planen die Schließung.

Jeder dritte von einem Einzelunternehmer geführte Betrieb im zulassungspflichtigen Handwerk ist in den kommenden zehn Jahren vom Thema Nachfolge betroffen.

Ein Viertel der zur Nachfolge anstehenden Betriebe wird voraussichtlich geschlossen, da sie sich für eine Übergabe nicht eignen. Damit blieben etwa 1800 Inhaber aus dem Kammerbezirk, die einen Nachfolger suchen.

Als größtes Problem für eine erfolgreiche Betriebsübergabe sehen die Betriebsinhaber die Suche nach einem geeigneten Nachfolger.In Westbrandenburg erkennt eine Drittel der Meister darin die stärkste Hürde.

Betriebsinhaber verlassen sich bei der Vorbereitung des Betriebsübergangs in erster Linie auf ihr Steuerbüro, teilt die HWK Potsdam mit.

Begonnen hatte der Handwerksmeister, der im Stahl- und Walzwerk Schlosser gelernt hat, am 18. Dezember 1992 auf dem Gelände des Märkischen Früchtehandels Am Hafen in Nord als Ein-Mann-Betrieb. Vier Jahre später kaufte er das Gelände in der Meyerstraße, baute die Produktionsräume auf und um.

„Ich hatte zwanzig gute Jahre“, sagt der Firmenchef, der in den Ruhestand wechseln will. Gern denkt er zurück an den bau des Daches für den Zielrichterturm an der Regattastrecke oder die vielen Projekte für den dankbaren Auftraggeber Wohnungsbaugenossenschaft. Je etwa zur Hälfte bediente er private und gewerbliche Kunden. Zu den privaten gehörte er auch einmal selbst. Denn er hat mit seiner Expertise sein eigenes Boot gebaut. „Es schwimmt sogar“, lobt lächelnd der Nachfolger.

Zwanzig gute Jahre

Metallbau P. Heidepriem beschäftigt inzwischen fünf Schlosser und eine kaufmännische Angestellte, die der neue Meister im haus übernimmt.

Thomas Hildebrandt sieht als sein eigener Herr künftig breitere berufliche Entfaltungsmöglichkeiten. Gelernt hat er einst im Getriebewerk den Beruf des Werkzeugmacher und später viele Jahre für Metallbau Windeck gearbeitet. Nach einem Ausflug in die Dachdeckerei kehrt Hildebrandt zurück zu seinen beruflichen Wurzeln. Der Zeitpunkt scheint günstig. Der Betrieb sei mit seinem Leistungsprofil Treppen, Gelände, leichter Stahlbau und Edelstahlbearbeitung gut aufgestellt. „Und die Auftragslage sieht im Moment sehr gut aus“, versichert der neue Chef, der auch Heidepriems Ehefrau Sabine weiter beschäftigt.

Von Jürgen Lauterbach

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