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Metallschaum-Firma startet Serienproduktion

Brandenburg an der Havel Metallschaum-Firma startet Serienproduktion

Kirchmösers jüngstes Industrieunternehmen hat die serielle Produktion aufgenommen. Nach relativ kurzer Planungs- und Bauzeit ist die Firma Havel Metal Foam (HMF) bereits mit Aufträgen aus Fernost betraut. Ihre Produkte: Leichte, feuerbeständige Werkstoffe für verschiedene Anwendungen. Das Ziel ist nun, innerhalb der nächsten zwei Jahre beständig zu wachsen.

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Bürgermeister Steffen Scheller schaut im Hintergrund, ob Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann das Material auch richtig aufschäumt – unter Mike Fürschkes Anleitung.

Quelle: Jürgen Lauterbach

Brandenburg/H. Das junge Industrieunternehmen Havel Metal Foam (HMF) in Kirchmöser ist in die Serienproduktion gegangen. Geschäftsführer Friedrich Schuller (50) feierte am Mittwoch den Produktionsstart mit Gästen aus der Politik. Das Unternehmen denkt international. Eine erste Lieferung ist nach Thailand gegangen, Kunden in Indien und China warten ebenfalls schon auf Serienprodukte made in Brandenburg.

Im Industriegebiet Kirchmöser-Süd in direkter Nachbarschaft zum Werk der BBV Feuerverzinkung ist in den vergangenen anderthalb Jahren die neue 2400 Quadratmeter große HMF-Fabrikhalle entstanden. Vier bis zu 600 Grad Celsius erhitzbare Spezialöfen zum Aluminiumaufschäumen sind in Betrieb gegangen, die Herzstücke der Produktion.

Vier Spezialöfen heizen dem Aluminium ein

Produkte sind die nach Kundenwünschen zugeschnittenen, gebohrten und gefrästen Bauteile aus Metallschaum, die auch Aluminiumschaum-Sandwiches genannt werden. Diese Metallteile kommen ohne Kleber aus und sind daher feuerbeständig. Sie sind rund 30 Prozent leichter als andere Werkstoffe, mechanisch belastbar und können recycelt werden.

„Der Markt fordert individuell entwickelte Lösungen und kundenspezifische Produkte“, erklärte Geschäftsführer Friedrich Schuller am Mittwoch. Nach seiner Darstellung ist HMF der weltweit einzige Hersteller mit einer ganzen Produktpalette von Aluminiumschäumen. Der Betrieb habe noch einmal viel Zeit und Geld investiert, um den Schaum weiterzuentwickeln.

Viel Zeit und Geld investiert

Als Kunden kommen Stahlschiffbauer ebenso in Frage wie Autobauer, Küchenhersteller, Orthopädietechniker und die Deutsche Bahn. Schuller hofft, dass das Unternehmen in einigen Jahren die ICEs mit den eigenen Produkten ausstatten darf. Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) zeigte er am Mittwoch, ein Cabriodach aus eigener Fertigung und den Unterboden für ein gepanzertes Fahrzeug.

Zu seinen Kunden zählt HMF Volkswagen und Siemens in Berlin und Krefeld, andere Kunden und deren noch geheimen Produkte dürfe er nicht nennen. Jede Wochen habe er zwei bis drei mögliche Kunden in Kirchmöser zu Gast, die sich für die Produkte aus Aluminiumschaum interessierten.

Aktuell 15 Mitarbeiter im Team

Das junge Unternehmen beschäftigt derzeit etwa 15 Menschen, die mittelfristige Perspektive liegt je nach Unternehmenswachstum bei etwa 35 Beschäftigten in etwa zwei Jahren. Ein Anbau ist geplant und auch Tiemann hofft auf Wachstum und Erweiterung.

HMF will sich laut Schuller mit der eigenen Materialproduktion vom Ausgangspulver bis zum Fertigprodukt unabhängiger machen von Zulieferern.

Von Jürgen Lauterbach

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