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Metz-Ausstellung: Fischerknabe im Museum

Brandenburg an der Havel Metz-Ausstellung: Fischerknabe im Museum

Herzlichen Glückwunsch! Rechtzeitig zum 200. Geburtstag des Brandenburger Malers Gustav Ferdinand Metz an diesem Samstag zeigt das Heimatmuseum eine Kabinettausstellung. Metz zählt zu den drei bekanntesten Künstlern des 19. Jahrhunderts, die in Brandenburg geboren wurden. Die Schau sorgt für einige Überraschungen.

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Joachim Brademann (re.) fand 1973 einen Fischerjungen in Einzelteilen und bastelte ihn wieder zusammen.

Quelle: Rüdiger Böhme

Brandenburg/H. Im Brandenburger Stadtmuseum im Frey-Haus wurde jetzt eine Ausstellung mit Werken des Malers Gustav Ferdinand Metz eröffnet. Anlass ist der Geburtstag des Künstlers. Am 29. Oktober vor 200 Jahren erblickte er in Brandenburg an der Havel das Licht der Welt. Er zählt zu den drei bekanntesten Künstlern des 19. Jahrhunderts, die in Brandenburg geboren wurden, neben August Wredow und Theodor Hosemann. Sein Spektrum umfasste die Historien- und Porträtmalerei und die Bildhauerei. Besonders durch seine zumeist mit dem Bleistift angefertigten Porträts machte sich der Kaufmannssohn einen Namen.

Sie sind ein Schwerpunkt der Kabinettausstellung im Stadtmuseum. Viele wurden der Öffentlichkeit noch nicht gezeigt. Sie ermöglichen so selbst dem Metzkenner einen neuen Einblick in das Werk des Künstlers. „Natürlich wollen wie aber alle Brandenburger herzlich einladen, die Ausstellung zu besuchen“, sagt Museumspädagogin Heike Köhler. Sie hofft dadurch, den Brandenburgern ihren bekannten Sohn wieder ins Gedächtnis zu rufen. Das hat quasi Tradition. Schon 1916 veranstaltete die Stadt anlässlich des 100. Geburtstags von Metz eine Gedächtnisausstellung. Sie lockte tausende Besucher an. 2013 ehrte man ihn mit einer Vortragsveranstaltung und einer Ausstellung, da sich sein Todestag zum 160. Mal jährte.

Gunter Dörhöfer vom Plauer Schlossverein sieht sich in der  Ausstellung ein Bild an

Gunter Dörhöfer vom Plauer Schlossverein sieht sich in der Ausstellung ein Bild an.

Quelle: Rüdiger Böhme

Dass viele mit dem Namen Gustav Metz tatsächlich nichts anfangen können, bestätigen Dagmar und Gerhard Leistner. Das Ehepaar ist am Abend der Vernissage dabei. „Es gibt doch eine Metzstraße“, sagt Gerhard Leistner. „Aber fragen Sie mal die Brandenburger, wer sich hinter dem Namen verbirgt. Ich möchte behaupten, dass es sehr wenige wissen.“ Seine Frau gibt ihm Recht. „Es ist wichtig, dass Menschen, die hier geboren wurden und hier gewirkt haben und so erfolgreich und talentiert waren, wieder in das Gedächtnis der Brandenburger gerufen werden.“ Dagmar Leistner haben es besonders Zeichnungen mit Bleistift angetan. „Sie sind so fein und wunderschön.“

Dass Gustav Metz auch in der Bildhauerei ein außergewöhnliches Talent besaß, lässt sich nur anhand des „Fischerknaben“ sehen. Sie ist die einzige Skulptur, die er anfertigte. Das war 1836. Er gab jene Form des künstlerischen Ausdrucks sehr früh auf, weil ihm die erhoffte Anerkennung verwehrt blieb. 1913 entstand eine vergrößerte Marmorkopie des Bildhauers Paul Hubrich. Als Geschenk des Brandenburger Lederfabrikanten Richard Spitta stand sie lange Jahre im Humboldthain. Dort wurde sie jedoch mehrere Male beschädigt, so dass sie seit 1972 im Museumshof steht.

Es entstanden weitere Kopien. Eine davon, und das sogar in Marmor, fand Joachim Brademann 1973 im Bauschutt eines abgerissenen Hauses nahe der Johanniskirche. „Ich hatte zuerst nur die Füße gefunden. Sie waren in einem Betonsockel eingelassen“, erzählt der 64-jährige. „Dann habe ich weitergegraben und zwei weitere Teile gefunden. Den Körper und den Kopf.“ Viele Jahre wusste Brandemann nicht, was er da zu Tage gefördert, zusammengeklebt und in seinem Hobbykeller aufgestellt hatte. „Damals hatte ich Kittifix genommen, um die Teile zusammen zu kleben. Vor ein paar Jahren habe aber richtigen Marmorkleber aufgetragen, damit es ordentlich aussieht.“ Anfang der 1980er wurde er durch einen Zeitungsartikel auf die Bedeutung seiner Statue aufmerksam. Damals interessierte sich aber niemand dafür. Am Dienstagabend hat er seine Adresse und Telefonnummer beim Empfang des Museum abgegeben. „Ich nehme an, sie werden sich melden“, sagt er und hält das Schwarz-Weiß-Foto der Statue in der Hand, das er in seinem Portemonnaie immer bei sich trägt.

Die Ausstellung läuft bis zum 7. Februar 2017.

Von Annika Jensen

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