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Mildes Urteil für Darknet-Dealer

Prozess in Potsdam Mildes Urteil für Darknet-Dealer

Er führte ein Leben im Luxus, mit dicken Autos, Eigentumswohnungen und teuren Reisen. Nun muss der 31-jährige Mark W. ins Gefängnis. Das Landgericht Potsdam verurteilte ihn und drei Komplizen wegen Drogengeschäften zu mehrjährigen Haftstrafen. Wegen eines Geständnisses fielen die Strafen recht milde aus.

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Vier Drogenhändler aus Brandenburg/Havel wurden verurteilt.

Quelle: Lauterbach

Brandenburg/H. Die 2. Strafkammer des Landgerichts Potsdam hat am Montag Brandenburgs größten Drogendealer der jüngsten Vergangenheit und seine drei Komplizen zu Gefängnisstrafen verurteilt. Mark W. (31), dem auch das FBI auf die Schliche kam, war Kopf der Darknet-Drogenbande. Er muss für vier Jahre und zehn Monate hinter Gitter. Die Strafe fällt relativ milde aus, weil er geständig war und die Ermittler unterstützt hat.

Die amerikanische Bundespolizei FBI hatte der deutschen Polizei im Herbst 2013 geholfen, die Rolle des Drogenhändlers aus Brandenburg/Havel einzuordnen. Mark W. (31) hatte für seine Geschäfte die von einem US-Amerikaner betriebene Internet-Plattform „Silk Road“ genutzt, den virtuellen Schwarzmarkt für Drogen, Waffen, Kinderpornografie und sogar Auftragsmörder.

Der Brandenburger drehte im Darknet das ganz große Ding

Die Handelsplattform galt, bis sie aufflog, als eine der größten kriminellen Marktplätze im Internet. Der Brandenburger Mark W. handelte dort effektiv verschleiert von April 2012 bis Juli 2013 für mutmaßlich 1,05 Millionen Euro mit Rauschgift.

Sein Leben war in der Zeit Luxus. Zu seinem Lebensstil gehörten dicke Autos, eine Eigentumswohnung, Taxifahrten, Reisen, teure Kleidung und schicke Mahlzeiten. Seine Komplizen beschäftigte er wie Angestellte mit Festgehalt. Bis zu 15 Jahre Gefängnis hätte Mark W. bekommen können. Doch er stellte sich der Polizei als Kronzeuge zur Verfügung, führte die Polizei zu anderen Drogendealern, erklärte die Struktur des Drogenhandels, nannte Drogenmengen und Umsätze, welche Ermittler und Gericht für glaubhaft halten.

Drogengelder finanzierten ein Jahr lang protzigen Lebensstil

All diese Punkte brachten ihm erheblichen Strafrabatt ein und führten dazu, dass die 2. Strafkammer schon zu Beginn des Prozesses einen relativ milden Strafrahmen in Aussicht stellte – als Gegenleistung für ein umfassendes Geständnis. Das legten auch die übrigen drei Angeklagten ab und wurden mit Strafrabatt belohnt. Cornelius M. muss für drei Jahre und neun Monate hinter Gitter, Christopher W. für zweieinhalb Jahre. Florian L., der nur kurz mitwirkte, erhielt als einziger eine Bewährungsstrafe, die Höhe: ein Jahr und acht Monate.

Der vorsitzende Richter Jörg Tiemann machte bei aller Milde deutlich, dass die Bande ein hohes Maß an Konspiration aufwies und mit krimineller Energie enorme Drogenmengen umsetzte.

Auch Komplizen gehen in den Knast

Mark W. muss nach seiner Haftentlassung noch 30.000 Euro an den Staat zahlen. Vermögen im Wert von rund 550.000 Euro hat die Justiz bereits gesichert.

Obwohl das Finanzamt wegen entgangener Steuereinnahmen Ansprüche auf das Geld geltend gemacht hat, wird es leer ausgehen. Für die Strafkammer ist nicht der Fiskus der Hauptgeschädigte, sondern die Volksgesundheit. Der Stadt werden somit 177.000 Euro Gewerbesteuern entgehen.

Von Jürgen Lauterbach

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