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Brandenburg/Havel Minetti las Thomas Mann im Paulikloster
Lokales Brandenburg/Havel Minetti las Thomas Mann im Paulikloster
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16:20 30.05.2016
Daniel Minetti liest im Brandenburger Paulikloster. Quelle: Rüdiger Böhme
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Brandenburg/H

Eine Thomas-Mann-Lesung im Brandenburger Paulikloster? Ist denn über den Schriftsteller nicht längst alles gesagt? „Die Manns – Ein Jahrhundertroman“. Viele Menschen kennen den dreiteiligen Fernsehfilm aus dem Jahr 2001 von Heinrich Breloer. Und immer wieder erscheinen Bücher, die den Schriftsteller und seine Familie sezieren – als eines der letzten hat Tilmann Lahme die Chronik „Die Manns – Die Geschichte einer Familie“heraus gebracht. Nicht wenige mussten oder durften sich schon in der Schule durch „Die Buddenbrooks“ quälen oder arbeiten – je nachdem. Denn der Schriftsteller Thomas Mann polarisiert.

Es gibt ebenso viele glühende Verehrer seines Werkes wie es Menschen gibt, die seine Bücher überhaupt nicht mögen oder nur schwer Zugang zu ihnen finden. Thomas Mann, dieser narzistische Charakter, hat sich zum Mittelpunkt seiner Welt gemacht und damit mehr Unglück verbreitet als dass er Glück schenkte.

Getrübt durch frühe Schulerlebnisse

Zu denen, die schwer Zugang zu Thomas Mann fanden, gehörte Daniel Minetti. Auch er hat sich während seiner Schulzeit mit Mühe durch die „Buddenbrooks“ gequält, dem 1901 erschienenen Roman, der den Erfolg des Schriftstellers Thomas Mann begründete und ihm den Literatur-Nobelpreis einbrachte. Sein Verhältnis zu Thomas Mann sei getrübt gewesen durch frühe Schulerlebnisse, erinnert sich Minetti. Später habe er sich dem Schriftsteller über seine Erzählungen angenähert. Und schließlich habe er ihn auf der Bühne sogar selbst verkörpert.

Schriftsteller Thomas Mann Quelle: Heinrich-und-Thomas-Mann-Zentrum

Mit einem Freund, dem Dramaturgen Holger Heddendorp, hat Minetti ein faszinierendes Leseprogramm zusammengestellt, das dem Publikum am Sonntagnachmittag im Paulikloster Einblick in die gesellschaftspolitische Entwicklung des Schriftstellers vermittelt hat. Besonders interessant war die Meinung seines Vaters Thomas Johann Heinrich Mann über die beruflichen Aussichten seines Sohnes Thomas als Schriftsteller, Anders als seinem Sohn Heinrich, sprach der Vater Thomas jegliche Eignung für diesen Beruf ab, da er zu verträumt und ein Schwärmer sei, dem das entsprechende Können und Wissen fehle. Es sollte anders kommen, wie wir heute wissen.

Zwischen Selbstmordabsichten und Herzensglück

Zitate aus Briefen belegen die innere Zerrissenheit von Thomas Mann, der „zwischen Selbstmordabsichten und Herzensglück“ durch sein Leben taumelte. Bekanntlich bereitete Thomas Mann viele eigene Erfahrungen und familiäre Ereignisse literarisch auf. Das kam ein gewissen seelischen Entblößung, ja Entäußerung gleich. Vielleicht ist so sein Ausspruch zu verstehen „Die Literatur ist der Tod“, weil sie ihn auszehre, innerlich verdorren lasse.

Auch die zunehmende Entfremdung der beiden Brüder Heinrich und Thomas Mann wird in Briefzitaten nachgezeichnet. Obwohl Thomas Mann gesellschaftlich und auch als Schriftsteller erfolgreicher ist, neidet er dem Bruder, dass der viel mehr als er selbst die Rolle des Künstlers ausfüllt.

Die opulente Sprache von Thomas Mann kann beim Lesen durchaus ermüden. Doch Daniel Minetti hat es vorzüglich verstanden, beim Vorlesen einzelner Kapitel aus den Büchern und Texten von Thomas Mann die beschriebenen Szenen richtig lebendig werden zu lassen. Daniel Minetti hat Zuhören zum Genuss gemacht.

Von Ann Brünink

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