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Brandenburg/Havel So lange müssen die Menschen auf der Scholle auf die Bahnbrücke warten
Lokales Brandenburg/Havel So lange müssen die Menschen auf der Scholle auf die Bahnbrücke warten
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17:59 12.03.2019
Lange Schließzeiten sorgen am Bahnübergang an der Planebrücke (Ziesararer Landstraße) in Brandenburg an der Havel für viel Verdruss. Doch eine Überführung ist nicht in Sicht. Quelle: Heiko Hesse
Brandenburg/H

Es ist „nicht seriös, den Leuten zu sagen: Wählt uns und dann wird im kommenden Jahr eine Brücke oder eine Bahnüberführung zur Eigenen Scholle gebaut“, sagt Oberbürgermeister Steffen Scheller (CDU) im Gespräch mit der MAZ. Sichtlich verärgert reagierte er damit auf eine Pressemitteilung der FW.

Deren Sprecher Marco Bergholz hatte die Pläne der Stadtverwaltung als unzureichend kritisiert, nun eine neue Brücke über die Plane zu bauen.

„Wir werden uns als Freie Wähler auch weiterhin und künftig noch stärker dafür einsetzen, dass die Deutsche Bahn und die Stadtverwaltung ihre Hausaufgaben machen und eine Bahnüberführung möglichst bald realisieren.“

Partner sind noch nicht im Boot

Die Verwaltung lehne eine mögliche Überführung des Bahnübergangs keineswegs ab, so Scheller weiter. Im Gegenteil: Grundsätzlich sei man sehr dafür, die große Lösung zu realisieren. Man habe jetzt den Bürgerbeirat Scholle/Wilhelmsdorf über den aktuellen Stand der Ideen und Planungen informiert.

Demnach würde ein solches Projekt aber mindestens 15 Millionen Euro kosten und seine Umsetzung 8 bis 10 Jahre dauern. Und das sei optimistisch gerechnet. Denn bezahlen müssten dieses Geld zu großen Teilen der Bund, das Land und die Deutsche Bahn, die man dafür als Partner ins Boot zu holen hätte.

Für Versorgungsleitungen wurde 2018 die Plane neben der Brücke aufgebaggert. Quelle: Rüdiger Böhme

Scheller: „Mir ist es deshalb wichtig, dass es eine umfangreiche und transparente Information für die Bürger gibt. So wird auch klar, dass wir kurzfristig den bisherigen Bahnübergang erneuern müssen, um überhaupt die spätere Überführung in Angriff nehmen zu können.“

Neue Brücke realistisch

Allein die neue Brücke über die Plane wird keinesfalls vor 2021 stehen. Da das Nadelöhr mit dem Bahnübergang auch vom Land als Probleme erkannt wurde, ist Scheller optimistisch, dass die Geldgeber die Brücke bis Ende 2021 realisieren.

Dafür würde parallel zur jetzt genutzten Planebrücke und dem Bahnübergang direkt dahinter, eine neue Brücke gebaut. Dadurch würde der Übergang auch begradigt. Doch damit sei man der großen Lösung nicht einen Schritt näher.

Etwa sieben Meter Durchfahrthöhe bräuchte eine Überführung über den Bahngleise. Damit entstünde ein Bauwerk, dass mit der „Brücke des 20. Jahrestages“ am Altstadt Bahnhof vergleichbar sei. Da die Steigung nicht über sechs Prozent betragen dürfe, würde das Bauwerk etwa 350 Meter lang werden.

Eine Überführung wie bei Gollwitz würde dafür sorgen, dass für die Böschung eine ganze Reihe Häuser abgerissen werden müsste. Da man das kaum wollen dürfte, müsste die Überführung „aufgeständert“ werden, was die Preise weiter treibt.

Hausaufgaben nicht gemacht?

„Ich finde die Idee einer Überführung sinnvoll und wir sollten dafür arbeiten“, sagt Scheller. Nur müsse man den Geldgebern von Bund und Land weitere Gründe liefern, um für eine große Lösung tief in die Tasche zu greifen: „Für die liegt der Sinn noch nicht auf der Hand. Dass da Leute wohnen auf der Scholle, reicht denen nicht.“

Die Frage bleibt: Ist es sinnvoll, Partnern wie der Deutschen, die man für das Projekt gewinnen will, jetzt arrogant zu erzählen, sie sollten ihre Hausaufgaben machen?

Überdies gibt es auch andere Projekte, die bei der Bahn, dem Land und der Stadt eine höhere Priorität genießen: An erster Stelle steht die Überführung nach Wust, dann folgt die Eisenbahnbrücke in der Potsdamer Straße, die seit geraumer zeit nur noch einspurig nutzbar ist.

Neben der Überführung zur Scholle steht dann der Stadt Brandenburg auch die Sanierung der Brücke des 25. Jahrestages in einigen Jahren ins Haus.

Bürgerbeirat stärkt Scheller den Rücken

Reinhard Reiher, der Vorsitzende des Bürgerbeirates von der Eigenen Scholle wies jetzt darauf hin, dass „wir jetzt keineswegs auf die kleine Lösung, also die neue Brücke verzichten dürfen.“ Auf die große Lösung zu warten, dürfte noch Jahre dauern „und steht in den Sternen.“

Er vertraue nach einem Gespräch mit Scheller in der Vorwoche darauf, dass das Thema im Rathaus in guten Händen sei.

Von Benno Rougk

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