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Brandenburg/Havel Minister-Praktikant auf der Baustelle
Lokales Brandenburg/Havel Minister-Praktikant auf der Baustelle
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00:28 28.08.2015
Roland Baron links) und Bildungsminister Günther Baaske Quelle: André Wirsing
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Golzow

Mit ihm geht’s bestimmt schneller: Bildungsminister Günther Baaske (57) absolviert sein diesjähriges Praktikum auf der Nerv-Baustelle B 102 in Golzow. Der SPD-Politiker sucht in jedem Jahr Praxiseinsätze – mal in der Kita, mal bei der Müllabfuhr. „Für mich fällt es ja mittlerweile aus, in eine Kita, in einen Hort oder in eine Schule zu gehen. Das würde immer gleich nach Hospitieren aussehen.“ Wäre ja auch komisch, wenn sich der Minister von den faktisch Untergebenen herumkommandieren lassen würde.

Auf die Straßenbaustelle in Golzow ist Baaske nicht ganz zufällig gekommen, sondern „wegen der Meckereien der Anwohner und Autofahrer“. Tatsächlich hätten ihn viele Leute angesprochen, dass ewig nichts vorwärtsgehe. An der Baufirma Matthäi liegt’s nicht. „Das ganze Projekt war falsch“, schimpft Tiefbauer Roland Baron, der an Baaskes Seite schippt. Der Planer hatte falsche Höhen angenommen, deswegen mussten Graben und Gehweg noch einmal komplett geöffnet werden. „Ich habe am Montag Gehwegborde gesetzt, da wog jeder 140 Kilogramm. Es war kein richtiger Spaß, die wieder auszubauen und wegzustellen“, erzählt der Minister.

Gleichwohl sei er fit genug, um nicht von Muskelkater geplagt zu werden. Dafür von Bürokratie: „Montagabend habe ich bis kurz vor Mitternacht Post und Vermerke erledigt, E-Mails beantwortet und Rücksprachen gehalten.“ Als Minister könne er sich eben nicht komplett aus seinem Job ausklinken. So fuhr er auch am Dienstagnachmittag nach Potsdam zur Kabinettssitzung in Sachen Asylpolitik. Zu dem Brandanschlag auf die geplante Asylbewerber-Übergangsunterkunft in Nauen in der Nacht zuvor hat er einen knappen Kommentar parat: „Die Doofen sterben eben nicht aus.“

Die „Praktikumswoche“ will der Politiker auf jeden Fall auf der Baustelle zu Ende bringen: „Ich möchte wenigstens nicht stören, im besten Falle sogar helfen.“ Ein Schuss Selbstironie, gepaart mit Untertreibung - findet sein Kollege auf Zeit. „Er ist ganz gut, es geht so. Noch ein paar Tage länger und er ist vollwertiger Tiefbauer. Jedenfalls ist er ein fleißiger Minister“, urteilt Roland Baron.

Von André Wirsing

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