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Minister besucht Flüchtlinge in Schulen und Heimen

Baaske in Brandenburg/H. Minister besucht Flüchtlinge in Schulen und Heimen

Am Freitag haben Bildungsminister Günter Baaske und Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann sich in Schulen und Notaufnahmelagern ein Bild davon gemacht, wie die Stadt die Flüchtlingskrise bewältigt.

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Günter Baaske (M.) besucht Flüchtlinge an der Regattastrecke.

Quelle: Foto: Malo

Brandenburg/H. Die Themen Asyl und Flüchtlinge stellen auch das Potsdamer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport derzeit vor erhebliche Herausforderungen.

Freitag besuchte Minister Günter Baaske (SPD) die Stadt Brandenburg, um sich in der Kita „Menschenskinder“, der Nicolaischule und in der Notunterkunft an der Regattastrecke darüber zu informieren, wie die Flüchtlingskrise in der Havelstadt gemanaget wird. Begleitet wurde er von Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU), die einen sichtlich entspannten Eindruck machte. Denn anders als in anderen Regionen des Landes hat man in Brandenburg die Lage ganz gut im Griff. Es mache sich bezahlt, dass sich alle Institutionen, Ämter, Träger und Verbände einmal in der Woche an einem runden Tisch versammeln würden, um sich gegenseitig mit Informationen zu versorgen und Probleme abzuarbeiten, sagte Tiemann. Etwa 650 Menschen hat die Stadt Brandenburg 2015 neu aufgenommen. 275 davon haben in der Flämingstraße 17 eine Bleibe gefunden, 112 in Wobra-Wohnungen, weitere 100 in eigenen Wohnungen und 105 Menschen in der Fohrder Landstraße. Probleme gäbe es noch mit dem Heim am Neuendorfer Sand. Dort sollen 105 Plätze entstehen, „die wir dringend brauchen“, so Tiemann.

Allerdings verzögere sich die Fertigstellung des Heimes immer weiter. Knapp 440 Plätze in Notunterkünften hält die Stadt Brandenburg derzeit vor. Doch das Heim an Neuendorfer Sand müsse einfach fertig werden, weil die 160 Not-Plätze in der Nicolaischule nur bis Ende Februar 2016 zur Verfügung stünden und auch die 74 Plätze an der Regattastrecke nur bis Ende Februar 2016 genutzt werden könnten.

Vor Ort an der Regattastrecke machten sich Baaske und Tiemann ein Bild davon, wie die zumeist syrischen Familien untergebracht sind. Hatte es im Vorfeld noch seitens der Bevölkerung Sorgen und Ängste gegeben, die Flüchtlinge würden dort am Beetzsee für Unfrieden sorgen, sind diese Bedenken längst einem unproblematischen Miteinander gewichen, berichten Nachbarn.

Gleichwohl wird die Flüchtlingskrise auch 2016 in der Stadt ein Thema bleiben. Derzeit laufen die Umbauarbeiten an der alten Rolandkaserne, um dort 640 Menschen Unterkunft zu bieten. Doch das wird nicht reichen. Noch im Dezember soll die SVV darüber entscheiden, auch den dritten Block von dem Brüdern Westphal anzumieten. Weitere 320 Plätze würden so entstehen. Dafür würde die Stadt weitere 6000 Quadratmeter Nutzfläche zum Preis von 4,45 pro Monat anmieten und den Ausbau analog zu den ersten beiden Blöcken vorantreiben. Weitere 736 000 Euro an Baukostenzuschüssen kämen dafür vom Land, das dann fast 2,2 Millionen Euro in die drei Kasernen gesteckt haben wird.

Die Ankündig des Landes im Oktober, binnen weniger Stunden in Brandenburg ein Erstaufnahmelager aus dem Boden stampfen zu wollen, hat sich als Aktionismus erwiesen. Allerdings wird die Stadt Brandenburg nicht darum herumkommen, ein Erstaufnahmelager zu beherbergen. Gegenwärtig orientieren sich die Verantwortlichen in Potsdam auf den Aufbau eines Lagers am Wiesenweg. Maximal acht Hallen für jeweils 60 bis 65 Flüchtlinge werden dort 2016 aufgebaut.

Günter Baaske wird Freitag in Brandenburg nicht verborgen geblieben sein, dass die Flüchtlingskrise in Brandenburg a der Havel eigentlich keine Krise ist. Die damit verbundenen Herausforderungen haben die Träger und die Verwaltung bisher gut im Griff, was eine weitgehend geräuschlose Abarbeitung der Themen zur Folge hat.

Von Benno Rougk

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